Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Der Hauensteiner Thomas Hammer gehört zu Deutschlands besten Schlagzeugern

Hier ist Thomas Hammer in seinem Element.
Hier ist Thomas Hammer in seinem Element. Foto: ran

Es war eine eigentlich eher zufällige Begegnung: Bei einer Feier in Mainz sollten die „Dorfmusikanten“, eine kleine Combo, die Blasmusik auf ganz andere Art interpretiert, die Gäste musikalisch unterhalten. Und bei diesem Terzett sorgt Thomas Hammer für die Percussion.

Thomas Hammer? Richtig: Das ist jener Musiker, der aus Hauenstein stammt, seine ersten musikalischen Gehversuche in der Region machte, mittlerweile bei Heidelberg lebt und solistisch als „Percussionhammer“ und unter anderem als Teil des „Hammertwintetts“ in der Republik unterwegs ist.

49 Jahre alt ist Thomas Hammer, dessen Vater Karl-Heinz einst bei den „Cry’n Strings“ trommelte. Und schon als Dreijähriger hatte Thomas seinen Eltern erklärt: „Ich will Musiker werden.“ Der Weg dorthin war weit und mit Umwegen verbunden: Blockflöte bei Frau Walter, Gitarre bei Werner Mansmann, Saxofon bei Bruno Berger. Die Liebe aber gehörte dem Schlagzeug. Ein Schlagzeuglehrer war fern, Papa Karl-Heinz war Autodidakt, wollte dem Filius „nichts Falsches“ beibringen…

In Rüdiger Ruppert einen Freund und Lehrer gefunden

Am Dahner Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium fand er dann in Rüdiger Ruppert, der heute Erster Schlagzeiger an der Deutschen Oper in Berlin ist, einen „guten Freund“, mit dem er als Schlagzeuger und Percussionist die ersten musikalischen Projekte in den Jazz-Rock-Gruppen „Al Capone“ und „Helmut Kool“ anging. Und er blieb bei der Musik: „Learning by watching, listening and doing“, wie er sagt, war zunächst angesagt. Es folgte ein Musikstudium an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe, das begleitet wurde von Unterricht bei der Percussion-Größe Hakim Ludin.

Studium, Studienreisen nach Kuba und New York beispielsweise und Praxis in verschiedenen musikalischen Projekten ließen ihn zu einem angesagten und gefragten Perkussionisten werden: So arbeitete er unter anderem mit den „Fantastischen Vier“, „The Busters“ und mit den Bigbands des Norddeutschen und des Hessischen Rundfunks zusammen.

An der Mannheimer Musikhochschule, wo Hammer ein weiteres Studium mit dem Schwerpunkt Jazz unter anderem bei Jose Cortijo (Percussion), Keith Copeland (Schlagzeug) und Tom van der Geld (Harmonielehre) absolvierte, lernte er auch den im nordpfälzischen Schneckenhausen aufgewachsenen Roland Vanecek kennen, der klassische Tuba studierte und heute Tubist am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden ist.

Musik geschrieben für das Hörspiel vom „Räuber Hotzenplotz“

„Ich kam vom Jazz, er kam von der Klassik, wo damals noch die Warnung ,Hütet euch vor dem Jazz’ galt“, berichtet Thomas Hammer. „Aber wir haben uns trotzdem prima verstanden“, lacht der Hauensteiner – so gut, dass er zusammen mit ihm, dessen Bruder Bernhard, der Posaune spielt, die CDs „Backblech“ und „Backblech II“ aufnahm.

Die CD machte den Westdeutschen Rundfunk auf Thomas Hammer und die Zwillinge Vanecek, die sich auch in der Tradition der Pfälzer Wandermusikanten sehen, aufmerksam. Mit der Folge, dass die drei die Musik zum WDR-Hörspiel „Räuber Hotzenplotz“ lieferten. Und als im vergangenen Jahr ein verschollenes Manuskript zu „Hotzenplotz und die Mondrakete“ auftauchte, nahm der WDR die neue Episode mit Udo Wachtveitl, dem Münchener „Tatort“-Kommissar, als Erzähler auf. Die Musik lieferten: Thomas Hammer und die Vaneceks.

Mit mehreren Formationen auf den Bühnen unterwegs

Thomas Hammer ist breit aufgestellt: Er unterrichtet an Musikschulen in Kandel und Rauenberg, leitet Arbeitsgemeinschaften an Grundschulen und ist mit einem bunten Stilmix und mehreren Formationen auf Konzertbühnen unterwegs: mit dem „Hammertwintett“ ebenso wie mit den „Dorfmusikanten“, die sich als „Weltmusik-Brassband“ verstehen und energiegeladenen Jazz mit eigener Note interpretieren. Hammer trommelt bei der Santana-Coverband „DeCorazon“ und sorgt für Percussion bei der „Urban Dance Machine“, einer Disco-, Dance- und Musikshow im Stile der Disco-Kultur der Siebziger.

Nicht zuletzt steht er als „Percussionhammer“ mal in Trier oder in Konstanz, mal in Frankfurt oder Schwäbisch Hall auf Club-Bühnen, beispielsweise zusammen mit DJs und Tänzerinnen, bei der Reihe „SWR3 goes Clubbing“ oder solo als Clubperformer, wo er unter anderem in durchaus verwegenem Outfit mit seiner Percussion an die Kultur der afrikanischen Ethnien der Yoruba und Bantu erinnert.

So sieht das Cover der CD „Backblech II“ aus. Thomas Hammer steht in der Mitte.
So sieht das Cover der CD »Backblech II« aus. Thomas Hammer steht in der Mitte. Foto: ran
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