Verbandsgemeinde Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Der Feuerwehr fehlen Leute, in einem Ort gibt es sogar kein Löschwasser

Das Feuerwehrhaus in Hauenstein ist zu klein und sollte erweitert werden.
Das Feuerwehrhaus in Hauenstein ist zu klein und sollte erweitert werden.

Die Verbandsgemeinde Hauenstein hat zu wenige Feuerwehrleute. In zwei Ortsteilen können Einsatzzeiten nicht eingehalten werden. Einer hat ein besonderes Problem.

Der Feuerwehrbedarfsplan, der am Dienstagabend im Verbandsgemeinderat Hauenstein vorgestellt wurde, offenbart, dass die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Probleme hat. Eines davon betrifft das Personal, das andere die Ausstattung. Besonders betroffen sind zwei Ortsteile.

Vor fünf Jahren hatte die Wehrleitung der Verbandsgemeinde dem Rat ein Konzept vorgelegt, wie die Feuerwehr in Zukunft aufgestellt werden soll. Das war dem Verbandsgemeinderat zu wenig. Er gab die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans in Auftrag. Die Ergebnisse, die Feuerwehrberater Michael Ufer am Dienstag im Rat vorstellte, sind zum Teil bedenklich. Für die abgelegenen Annexen Hofstätten und Hermersbergerhof gilt: Im Brandfall muss man länger auf die Helfer warten als die vorgegebene Einsatzgrundzeit von zehn Minuten.

Es fehlen 95 Feuerwehrleute

„Es gibt einen erheblichen Personalmangel“, benannte Ufer das grundlegende Problem. Nur in Spirkelbach wird die Sollstärke erreicht, in allen anderen Wehren fehlt Personal. Die Sollstärke orientiert sich an den jeweiligen Risikoklassen und die dafür erforderliche Ausstattung mit Fahrzeugen und Ausrüstung. Verbandsgemeindeweit liegt die Sollstärke bei insgesamt 264 Feuerwehrleuten. Tatsächlich verrichten aber nur 169 Ehrenamtliche ihren Dienst bei der Feuerwehr. Es fehlen also 95 Feuerwehrleute, um die Maximalanforderung zu erfüllen. Von den neun Feuerwehreinheiten in der Verbandsgemeinde verfehlen sechs sogar die Minimalstärke. Diese liegt bei 176 Feuerwehrleuten. Es fehlen also insgesamt sieben Einsatzkräfte. Lediglich Schwanheim, Spirkelbach und Wilgartswiesen erreichen die Mindestzahl oder liegen darüber.

Am schwierigsten ist die personelle Situation in Hermersbergerhof. Dort ist eine Sollstärke von 18 Leuten vorgegeben, die Minimalstärke liegt bei zwölf. Tatsächlich verfügt die Feuerwehreinheit über fünf Kräfte. Von den 60 Einwohnern des Hermersbergerhofs sind laut Wehrleitung 20 vom Alter her für die Feuerwehr geeignet. Um die Sollstärke zu erreichen, müsste also theoretisch fast jeder Bewohner des Hermersbergerhofs im Alter von 16 bis 63 Jahren Dienst in der Feuerwehr leisten.

Kein Löschwasser in Hofstätten

Für den Hermersbergerhof ist das eine schwierige Situation. Ein Fahrzeug ist vorhanden, das entsprechende Personal fehlt aber. Das heißt, dass in der Einsatzgrundzeit von zehn Minuten keine Hilfe im Ort geleistet werden kann. „Die Ortslage ist von keiner Feuerwehreinheit innerhalb der Einsatzgrundzeit erreichbar“, fasste Ufer die Situation zusammen.

In Hofstätten verrichten zehn Feuerwehrleute ihren Dienst, bis zur Minimalstärke fehlen zwei, bis zur Sollstärke acht Wehrleute. Die Annexe ist von keiner anderen Einheit innerhalb der Grundeinsatzzeit zu erreichen. Das Hauptproblem in Hofstätten ist aber, dass aus dem Wassernetz kein Löschwasser entnommen werden kann. Zwar ist im Ort ein Fahrzeug mit Löschwassertank stationiert, es ist aber zu klein. „Die Stationierung eines Löschfahrzeugs mit 1000 Litern Wasser ist erforderlich. Drunter geht’s nicht“, betonte Ufer. Das sollte besser gestern als morgen erfolgen. In allen anderen Ortsgemeinden könne die Einsatzgrundzeit eingehalten werden.

Ausschuss berät Maßnahmenkatalog

Neue Feuerwehrhäuser seien in Darstein, Hermersbergerhof, Hinterweidenthal und Schwanheim erforderlich, sagte Ufer. In Hauenstein sei die räumliche Situation sehr beengt, eine Erweiterung sei notwendig.

Der Verbandsgemeinderat beschloss den Feuerwehrbedarfsplan mit den Stimmen der Wählergruppen. CDU, Grüne und SPD enthielten sich. Der Feuerwehrausschuss wird sich noch in diesem Monat mit der Umsetzung des Plans befassen. Im Hintergrund arbeiten die Verbandsgemeindewerke bereits an einer Rohrnetzanalyse und einem Löschwasserkonzept für die Verbandsgemeinde. Beides soll bis Ende des Jahres vorliegen.

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