Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Das große Ziel: Gleiche Chancen für alle Regionen

Markus Keller in der Bobenthaler St. Michael Kirche.
Markus Keller in der Bobenthaler St. Michael Kirche.

Markus Keller aus Bobenthal bewirbt sich für die SPD um das Direktmandat im Wahlkreis Pirmasens bei der Landtagswahl am 22. März.

Für Markus Keller ist die St. Michael-Kirche in Bobenthal ein Rückzugsort und ein Stück Heimatgefühl. „Ich bin dort getauft worden“, erzählt der 43-jährige verheiratete Vater einer Tochter im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Kirche in dem Dorf, in dem er seit 2012 Ortsbürgermeister ist, sei einer der ersten Orte, wo er hingehen würde, wenn er länger von Bobenthal weg gewesen sei. Keller ist im Dorf präsent, engagiert sich in Gremien und Vereinen. Im Dahner Felsenland trifft man ihn häufiger beim Wandern und Radfahren.

Mit der Kirche verbunden ist auch sein Einstieg ins Ehrenamt, das ihn später in die SPD und in die Kommunalpolitik führte. „In die SPD bin ich vor 25 Jahren aus Überzeugung eingetreten“, sagt er. „Das Gerechtigkeitsthema ist dem Glauben ja nicht fremd“, fügt Keller an. Sein Hauptthema im Landtagswahlkampf ist ein klassisch sozialdemokratisches: die Chancengleichheit für die Menschen und die Region. „Ich komme aus einem Arbeiterhaushalt, meine Eltern sind Kinder der Schuhindustrie“, sagt er.

Finanzielle Schieflage beenden

Um Chancengleichheit geht es ihm unter anderem bei der finanziellen Ausstattung der Kommunen. „Unser Landkreis Südwestpfalz ist einer der wenigen benachteiligten. Die Strukturschwäche und die niedrigen Sozialausgaben führen dazu, dass wir mit einem Defizit herausgehen“, sagt Keller. Die Kosten für die Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe, die für das große Defizit im Haushalt der Kommunen sorgen, seien ein bundesweites Problem. Auch in anderen Bundesländern gebe es Probleme mit den Kommunalfinanzen, sagt Keller und nennt etwa Nordrhein-Westfalen und Hessen. Wenn Standards im Sozialbereich aufrecht erhalten werden sollen, dann müsse das gesamtgesellschaftlich gelöst werden.

„Der kommunale Finanzausgleich eignet sich nicht, solche Aufwüchse bei den Sozialausgaben aufzufangen“, sagt er. Man müsse die Sozialausgaben aus dem kommunalen Finanzausgleich herauslösen und sie anders finanzieren. Mit Zahlen und Finanzen kennt sich Keller aus, er ist Prüfgruppenleiter beim Landesrechnungshof in Speyer.

Staat muss handlungsfähig sein

Es sei wichtig, Kommunen finanziell wieder handlungsfähig zu machen. „Es gibt einen hohen Nachholbedarf“, sagt Keller mit Blick auf die kommunale Infrastruktur. „Es muss beim Bürger ankommen, da tut sich was“, ergänzt er. Bei seinem Haustürwahlkampf habe er gemerkt, „es gibt Menschen, die fühlen sich total abgehängt“. Um diese Menschen müsse man werben, ihnen klarmachen, dass es bei der Landtagswahl „konkret um ihr Lebensumfeld geht“. Er gehe aus kaum einer Singstunde oder Feuerwehrübung heraus, ohne dass ihm nicht jemand etwas mit auf den Weg gebe. Der Tenor sei, dass sich etwas ändern müsse.

Unerlässlich für Keller ist die Chancengleichheit im Bildungsbereich, die im frühkindlichen Alter beginnen und im fortgeschrittenen Alter nicht enden soll. Er will sich dafür einsetzen, dass „die Unterschiedlichkeit der Regionen politisch noch mehr berücksichtigt wird, als das bislang ist“, betont er. Die jüngsten Förderprogramme des Landes hält er für wichtig. „Es ist richtig, in Kommunen mit strukturellen Herausforderungen zu investieren.“ Diese Herausforderungen seien in der Südwestpfalz nach wie vor groß. „Wenn eine Region weiß, was Wandel ist, dann ist es die Südwestpfalz“, sagt er und nennt den Niedergang der Schuhindustrie und den Abzug der US-Streitkräfte mit der Konversion als Beispiele. „Das sind Einschnitte, die kaum eine andere Region mitgemacht hat“, ergänzt er.

Seine kommunalpolitische Erfahrung, Keller gehört seit 2009 dem Verbandsgemeinderat Dahner Felsenland und seit 2019 dem Kreistag Südwestpfalz an, möchte er in die Landespolitik einbringen. Es geht ihm um die aktive Gestaltung der Zukunft des ländlichen Raums, für die ein resilienter Arbeitsmarkt unerlässlich sei, und eine intensive Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg.

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