Pirmasens Das Arme Kreative Theater spielt „Macbett“ von Eugène Ionesco

Das Arme Kreative Theater spielt eine absurde Geschichte über Ehrgeiz Korruption und Freigheit.
Das Arme Kreative Theater spielt eine absurde Geschichte über Ehrgeiz Korruption und Freigheit.

Das Arme Kreative Theater (AKT) lädt mit „Macbett“ von Eugène Ionesco für Samstag, 2. Mai, zur Premiere ins Pirmasenser Forum Alte Post ein.

Für seine neueste Inszenierung hat sich AKT die Bearbeitung eines Klassikers ausgesucht. In „Macbett“ verändert Eugène Ionesco, einer der bekanntesten Vertreter des Absurden Theaters, Shakespeares blutrünstige Tragödie „Macbeth“ in ein fantastisch-kasperlehaftes Spektakel. Dabei erwartet das Publikum die Nutzung ungewöhnlicher Requisiten, den Auftritt von Personen, mit denen man wirklich nicht gerechnet hat, und die Konfrontation mit Wunsch, Wahn und Wirklichkeit.

Über das Stück: Nachdem sie einen Aufstand unterdrückt haben, verspricht König Duncan den beiden Generälen Macbett und Banco für ihre Dienste Land, Titel und Geld, bricht jedoch sein Versprechen. Daraufhin schmiedet Macbett, bestärkt von der verführerischen Lady Duncan, den Plan, den König zu ermorden und sich selbst zu krönen. Nach allerlei Mord und Blutvergießen suchen ihn die Geister seiner Opfer heim, zudem scheint seine neue Frau nicht die zu sein, die sie vorgibt. Am Ende wird Macbett besiegt und der rechtmäßige Thronerbe wird ein schlimmerer Tyrann, als Macbett es je war, und Begründer einer Dynastie, zu der unter anderem Hitler gehört.

Gegen Totalitarismus

Entstanden während des Kalten Krieges, ist „Macbett“ ein Frontalangriff auf den Totalitarismus. Die absurd-komische Geschichte von Ehrgeiz, Korruption, Feigheit und Übertreibung ist eine tragische Farce, die die menschliche Torheit in ihrer wildesten Ausprägung zeigt.

Diese Mischung von Königsdrama, Clownerie und schwankhaftem Schauerstück mit lebenden Puppen inspiriert das Ensemble des AKT in besonderer Weise. In den vergangenen dreißig Jahren führte AKT immer wieder Komödien mit ernstem Hintergrund auf. Ionescos Tragikomödie passt ausgezeichnet in die heutige Zeit, denn, wie der Autor schon 1972 bemerkte, geht es in seinem Stück „um das Problem der Macht, des Ehrgeizes und der bösen Aktion“ und die Erkenntnis, dass „die Ereignisse den Menschen beherrschen und nicht der Mensch die Ereignisse“.

Absurditäten des Lebens

Über den Autor: Der rumänisch-französische Autor Eugène Ionesco (1909-1994) zählt zu den führenden Vertretern des Absurden Theaters und gilt als der bedeutendste französische Dramatiker der Nachkriegszeit. Er verfasste zahlreiche Werke, die die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz und die Absurdität des alltäglichen Lebens thematisieren. Über den Einakter „Die kahle Sängerin“ hinaus, mit dem ihm der Durchbruch gelang, schrieb er bedeutende Werke wie „Die Stühle“ (1952), „Die Nashörner“ (1959) und „Der König stirbt“ (1962). Sein Grab befindet sich auf dem Pariser Friedhof Montparnasse und trägt die Inschrift „Ich bitte den ’ich weiß nicht wer’ – ich hoffe: Jesus Christus.“

Die Amateur-Theatergruppe AKT wurde 1995 von ehemaligen Mitgliedern der Schultheatergruppe Prolögchen des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums gegründet. „Macbett“ ist bereits das 29. Stück, das aufgeführt wird. Das Ensemble setzt sich aus mehr als einem Dutzend Frauen und Männern zusammen, die in einem demokratischen Prozess die Stücke auswählen. Das AKT hat sich zur Aufgabe gemacht, möglichst nicht das „große Theater“ zu kopieren, sondern eigene Wege zu gehen. Dies wird schon bei der Auswahl der Stücke deutlich. Die üblichen Klassiker fehlen oder werden entsprechend bearbeitet. Das AKT reizt es, neue Spielorte und Spielformen zu finden, etwa mitten im Raum zu spielen und nicht immer frontal.

Termine

2. Mai, 8. Mai, 9. Mai, jeweils 20 Uhr
Pirmasens, Forum Alte Post
Karten: Kulturamt, Alte Post, Telefon 06331/2392716, E-Mail: kartenverkauf@pirmasens.de, pirmasens.de/kultur

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