Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Corona: Interesse an einer Impfung ist deutlich zurückgegangen

Das Aufziehen der Spritzen ist mit dem neuen Impfstoff etwas komplizierter, deshalb dauert eine Impfung etwas länger.
Das Aufziehen der Spritzen ist mit dem neuen Impfstoff etwas komplizierter, deshalb dauert eine Impfung etwas länger.

Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko sollten sich künftig jedes Jahr im Herbst gegen Covid-19 impfen lassen. Dazu rät die Ständige Impfkommission. Im Vergleich zu den Vorjahren ist in Pirmasenser Hausarztpraxen das Interesse an Corona-Impfungen dennoch deutlich zurückgegangen.

Mit einem angepassten neuen Vakzin von Biontech/Pfizer steht aktuell ein weiterer Covid-19-Impfstoff bereit. Arztpraxen konnten Comirnaty KP, so der Name, jetzt im November erstmals bestellen. Das Vakzin steht nach Angaben des Zentrums für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika für alle Altersgruppen zur Verfügung.

In der Gemeinschaftspraxis Kountouris und Kompouri in der Alleestraße 1 arbeitet Mitarbeiterin Silke Hüther mit Wartelisten. „Die Warteliste mit Menschen mit Vorerkrankungen ist voll, da wir nur sechs Patienten am Tag schaffen. Das Aufziehen der Spritzen ist mit dem neuen Impfstoff etwas komplizierter, deshalb dauert es diesen Herbst etwas länger“, sagt sie. Festgestellt hat Hüther, dass die Nachfrage nach einer Corona-Impfung deutlich zurückgegangen ist. Jüngere und gesunde Menschen würden sich kaum mehr gegen Corona impfen lassen.

Arzt rät älteren Patienten weiter zur Impfung

In der Praxis des Allgemeinmediziners Theodor Meier wird deutlich mehr gegen die Influenza geimpft als gegen das Corona-Virus. „Ich rate meinen älteren Patienten zwar zu einer Corona-Impfung und kläre sie über die Risiken auf, aber das Interesse ist generell zurückgegangen. Ein paar Patienten lassen sich sowohl gegen Grippe als auch gegen Corona impfen, allerdings sind das nur sehr wenige“, berichtet Meier.

In der Praxis des Ärzte-Ehepaars Julia und André Cloppenburg in Erlenbrunn wird nicht jeden Tag gegen Corona geimpft, wie André Cloppenburg erzählt. „Wir bieten Sammel-Impftermine an, zu denen wir die Patienten in unsere Praxis bestellen, da wir keinen Impfstoff verschwenden möchten. Bisher haben wir rund 80 Patienten gegen Corona geimpft, das Interesse daran ist auch bei uns deutlich zurückgegangen“, so Cloppenburg. Er hat festgestellt, dass für Corona-Impfungen mittlerweile geworben werden muss. „Viele Leute wissen gar nicht, dass man sich immer wieder neu gegen Corona impfen lassen muss. Da muss man die Patienten immer wieder aufklären. Dass das Interesse zurückgegangen ist, liegt vermutlich auch daran, dass in den Medien zuletzt vermehrt über Impfschäden berichtet wurde“, vermutet der Mediziner. Vor diesem Hintergrund sei Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen nach wie vor sehr wichtig. „Zu uns kommen vorwiegend ältere, vorerkrankte Menschen, die an einer Corona-Impfung interessiert sind. Jüngere impfen wir dagegen kaum“, sagt Cloppenburg weiter.

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