Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Comeback in Dahn nach über 20 Jahren mit Staunen über Kürze der heutigen Sätze

Sie kamen aus Südbaden und Berlin zu dem nach ihrem Vater benannten Osterturnier in ihre Heimatstadt Dahn: Andreas (links) und M
Sie kamen aus Südbaden und Berlin zu dem nach ihrem Vater benannten Osterturnier in ihre Heimatstadt Dahn: Andreas (links) und Michael Grunwald.

Beinahe hätte ein Lokalmatador das 1. Paul-Grunwald-Gedächtnisturnier des Tischtennisclubs Dahn gewonnen. Einer der Söhne des Namensgebers überrascht.

Das nach 23 Jahren Pause wiederbelebte Dahner Osterturnier wurde erstmals im Schweizer System ausgetragen. Dieser Modus, vom Schach bekannt, garantiert jedem Spieler sechs Partien und brachte am Ostermontag in der fünften Runde der A-Klasse den mit vier Siegen führenden Lennard Heintze vom TTC Dahn und David Seitzer von der DJK Heusweiler (3:1 Siege) an die Platte. Heintze, feste Größe in der ersten Dahner Mannschaft, die gerade als Meister der Verbandsoberliga Saarpfalz den vierten Aufstieg in Folge geschafft hat, lag im fünften und entscheidenden Satz mit 8:3 vorne. Der Sieg war greifbar nahe. Doch der 31-jährige Schindharder, der seit seinem neunten Lebensjahr beim TTC Dahn spielt, unterlag dem Saarländer noch mit 9:11. In Runde sechs gewannen dann beide, so dass am Ende drei Männer mit je 5:1 Siegen vorne lagen. Aufgrund der Buchholz-Wertung wurde Seitzer Turniersieger vor Heintze und Jonathan Guse, der für die Sportvereinigung Feuerbach in der baden-württembergischen Landesklasse spielt.

Jener Guse kassierte seine einzige Niederlage gleich zum Auftakt gegen Ivan Leikom von der SG Waldfischbach, der tags zuvor auch schon das B-Klasse-Turnier bestritten und dort den dritten Platz erreicht hatte. In der A-Klasse wurde der 18-Jährige mit 3:3 Siegen Sechster in dem 14-köpfigen Feld vor dem Dahner Jonathan Brubach (ebenfalls 3:3), mit dem er zusammen für die SGW in der U19-Pfalzliga spielt. Der 14-jährige Sohn von Dahns Topspieler Christoph Brubach verlor gegen Gose erst im fünften Satz, gewann dafür drei andere Matches jeweils im Entscheidungssatz – was den coachenden Papa gewiss freute.

Besonderes Anliegen

Ein Weitgereister landete unter den 22 B-Klasse-Spielern auf Platz eins: Hannes Steinel (TTZ Sponeta Erfurt), der sich gegen Ivan Leikom in fünf Sätzen durchsetzte. Platz sieben belegte Maksym Telehin, für den die Teilnahme an diesem Turnier ein besonderes Anliegen war. Paul Grunwald, der im August 2025 im Alter von 85 Jahren gestorbene Ex-Jugendleiter und Trainer des TTC Dahn, hatte dem Ukrainer und seiner Familie sehr bei der Integration geholfen.

In der D-Klasse spielten am Ostersonntag auch die beiden Söhne von Paul Grunwald. „Unser Vater hat uns immer zu den Spielen mitgenommen. Irgendwann haben wir auch mal mitgespielt, und dann ging es weiter. Für den heutigen Tag haben wir unsere alten Schläger wieder ausgepackt“, erzählte Michael Grunwald. Der beim Charlottenburger TSV spielende Jurist und Wahl-Berliner fügte hinzu: „Dass die Spieler von Dahn in dieser Weise meinem Vater gedenken, ist eine schöne Ehre für ihn und für uns.“

„Wie Fahrradfahren“

Während er mit 2:4 Siegen im hinteren Drittel der 27-köpfigen Konkurrenz landete, wurde sein jüngerer Bruder Andreas stolzer Dritter mit 5:1 Siegen hinter Philipp Ohler (TSG Neustadt/6:0) und Patrick Proske (TTC Höhfröschen/5:1). Dabei hatte Andreas Grunwald nach eigenen Worten seit über 20 Jahren nicht mehr wettbewerbsmäßig Tischtennis gespielt. „Es ist wie Fahrradfahren: Man verlernt es nicht. Ungewohnt ist jedoch, wie schnell heute ein Satz vorbei ist“, sagte der Diplom-Forstwirt und Inhaber einer Schülerhilfe – bis 2001 wurde ein Satz im Tischtennis noch auf 21 Punkte gespielt. Eigens für das nach seinem Vater benannte Turnier ließ er sich von seinem letzten Verein, der Freiburger Turnerschaft, wieder eine Spielberechtigung erstellen. Er betont: „Es ist sehr emotional, weil ich an ihn denken muss und weiß, wie glücklich er wäre, dass dieses Turnier nach über 20 Jahren wieder veranstaltet wird, seinen Namen trägt und seine Söhne mitspielen.“ Der dritte Sohn, Markus Grunwald, war vor Ort, spielte aber mangels Turnierlizenz nicht mit. „Nächstes Jahr will er dabei sein“, sagte Berthold Ehrhart vom Turnierleitungsteam.

TTC-Vorsitzender Steffen Burkhard lässt durchblicken, dass sein 87 Mitglieder zählender Verein das Turnier 2027 wieder veranstalten wird: „Ob beim Auf- oder Abbau oder beim Thekendienst – der gesamte Verein hat bei der Turnierausrichtung super zusammengehalten. Von den Teilnehmern haben wir ein gutes Feedback bekommen.“

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