Vinningen RHEINPFALZ Plus Artikel Chorgesang in der Alten Kirche

Der Zweibrücker Kammerchor sang im Vinninger Kulturzentrum Alte Kirche.
Der Zweibrücker Kammerchor sang im Vinninger Kulturzentrum Alte Kirche.

Der Zweibrücker Kammerchor zog mit geistlicher wie weltlicher Musik mehr als 120 Besucher ins Kulturzentrum Alte Kirche in Vinningen.

Schon beim Betreten des Raums wurde deutlich, dass dieser Abend etwas Besonderes versprach. Rund 40 Chormitglieder betraten das Podium und ließen die Kirche plötzlich kleiner wirken als sonst. Begleitet wurden die Vokalisten an der Truhenorgel von dem aus Pirmasens stammenden Lutz Gillmann. Mit Werken wie „Lobe den Herrn“ vermittelte der Chor eine Botschaft, die weit über die Musik hinausging: Hoffnung, Trost und Freude. Während einige Zuhörer aufmerksam jede Bewegung verfolgten, schlossen andere die Augen und ließen sich ganz von den Klängen tragen.

Die musikalische Leitung lag in den Händen von Dorothea Jakob, die auch anspruchsvolle Chorliteratur mit Leichtigkeit und Ausdruckskraft dirigierte. Sie verstand es, unterschiedliche Lautstärken präzise aufeinander abzustimmen und so eine beeindruckende Dynamik zu erzeugen. Das hohe Niveau des Ensembles zeigte sich auch in der stilistischen Vielfalt des Programms.

Gott, sei mir gnädig

Werke aus mehreren Jahrhunderten wurden präsentiert, beispielsweise von Heinrich Schütz bis hin zu internationalen Komponisten wie Gregorio Allegri mit seinem berühmten „Miserere mei, Deus“ sowie klangvollen Stücke des zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt. Ein besonders intensiver Moment entstand, als sich der Chor plötzlich im Raum verteilte: Eine Hälfte blieb auf der Bühne, während die andere im hinteren Bereich der Kirche sang.

Die Musik kam nun aus allen Richtungen und umhüllte das Publikum vollständig. Beim Stück „Er hat uns gemacht“ entstand eine warme, beinahe greifbare Atmosphäre, die perfekt zum Raum passte. Auch die szenische Gestaltung sorgte für Abwechslung: Mal sitzend, mal stehend, teilweise nur von wenigen Stimmen getragen, entwickelte sich ein lebendiges Gesamtbild. Ergänzt wurde der Chorklang durch Violine und Violoncello, die zusätzliche farbliche Akzente setzten.

Emotionale Tiefe

Für eine Überraschung sorgte Dorothea Jakob selbst, als sie solistisch hervortrat. Mit klarer, kraftvoller Stimme interpretierte sie „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er macht Wunder“. Ihre gesangliche Qualität ist kein Zufall: Als erfahrene Stimmbildnerin, unter anderem beim Neuen Chor Dresden tätig, überzeugte sie auch solistisch auf ganzer Linie.

Ein kurzer Moment der Moderne mischte sich ebenfalls ins Konzertgeschehen, als ein Handygeräusch die Stille durchbrach. Die kraftvolle Darbietung des Chors und der anschließende, ebenso laute Applaus ließen diesen Zwischenfall schnell vergessen.

Abgerundet wurde das Programm durch feine instrumentale Beiträge, darunter einfühlsames Flötenspiel, das den Abend stimmungsvoll ausklingen ließ. Es war dies ein Konzert, das nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch durch seine kreative Gestaltung und emotionale Tiefe nachhaltig in Erinnerung bleiben dürfte.

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