Pirmasens
CDU kürt OB-Kandidat: Markus Zwick ist noch nicht fertig
Geschlossenheit zeigten die 55 Pirmasenser CDU-Mitglieder, die am Montagabend zum Kreisparteitag in die Jugendherberge gekommen waren. Sie waren sich einig, dass Markus Zwick als Oberbürgermeister weitermachen soll – und nominierten ihn mit 55 Ja-Stimmen erneut zum Kandidaten für die Wahl am 6. September. Nach der Verkündigung des Wahlergebnisses durch den ebenfalls einstimmig bestätigten Kreisvorsitzenden Denis Clauer erhoben sich die Mitglieder, um ihrem Kandidaten minutenlang zu applaudieren.
Zuvor hatte Zwick einen Überblick über seine Arbeit in den vergangenen sieben Jahren gegeben, nachdem er im Mai 2019 das Oberbürgermeisteramt von Bernhard Matheis übernommen hat. Sein Vorgänger habe in den Jahren zuvor schon die Weichen für die positive Entwicklung gestellt, erinnerte Zwick, an diese habe er anknüpfen wollen. Seine Amtszeit sei von Beginn an herausfordernd geworden, nachdem eine Krise die andere jagte – von Corona über Energiekrise und hohem Flüchtlingszuzug bis zur Ampelkoalition: „Eine Katastrophe nach der anderen.“
„Pirmasens kehrt zu altem Stolz zurück.“
Um die positive Stadtentwicklung fortzusetzen, habe er sich drei Schwerpunkte gesetzt, erklärte Zwick: Wirtschaft, Soziales/Bildung und Stadtimage. In allen drei Bereichen habe er Erfolg erzielt, sagte der CDU-Politiker, und nannte danach in seiner etwa 25-minütigen Bewerbungsrede eine Menge an Beispielen. Als es um die wirtschaftliche Entwicklung ging, führte er vollzogene und künftige Gewerbegebietserschließungen an. Als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Sozialem nannte er das Krankenhaus, das ein zentraler Medizinstandort mit Zukunftsperspektiven sei. „Maßstäbe gesetzt“ habe die Stadt in den vergangenen Jahren bei der Integration von Flüchtlingen. Als er sich auf die Bildungspolitik konzentrierte, nannte Zwick die Investitionen über 75 Millionen Euro in die Schulen in den vergangenen sechs Jahren, erwähnte aber auch die Bemühungen um moderne Kindertagesstätten. Diese Investitionen seien nur möglich gewesen, weil die Stadtfinanzen besser aussehen: ein Ergebnis der Klagen gegen die Landesregierung, die der Stadt mehr Geld bereitstellen musste.
Schließlich ging Zwick auf das Image der Stadt ein. Lange habe es Pirmasens in den vergangenen Jahrzehnten schwer gehabt: „Der Ruf der Stadt hatte gelitten.“ Durch die Arbeit der CDU-Oberbürgermeister in den vergangenen Jahren kehre Pirmasens aber „zu altem Stolz zurück“. Nachdem die Stadt lange negative Schlagzeilen geschrieben habe, rücke sie jetzt positiv in den Blick. Zwick: „Die Menschen in Pirmasens glauben wieder an ihre Stadt.“ Beigetragen dazu habe eine gute touristische Entwicklung, das neue Stadtleitbild und auch die Rückkehr eines Ur-Pirmasenser Themas: Durch das Schuhstadt-Projekt bekomme der Schuh wieder mehr Aufmerksamkeit.
„Ich bin bereit und motiviert.“
Wie sich die Stadt in den vergangenen sieben Jahren entwickelt hat, könne sich sehen lassen, betonte Zwick. Das sei aber nicht nur sein Verdienst, dazu habe seine Partei und vor allem die CDU-Fraktion beigetragen: „Wir sind in Pirmasens Meinungsführer und Macher, denen die Menschen vertrauen.“ Die Christdemokraten in der Horebstadt seien seine politische Familie und Heimat, betonte der OB-Kandidat. Mit seinen politischen Weggefährten wolle er weitermachen: „Ich bin noch nicht fertig. Und ich bin bereit und motiviert, Pirmasens weitere acht Jahre in eine gute Zukunft zu führen.“
Für eine Bewertung der Arbeit seines Nachfolgers sorgte der frühere Oberbürgermeister Bernhard Matheis. Er lobte, dass Zwick nach dem Wechsel an der Stadtspitze die Stadtentwicklung ohne Bruch weitergeführt hat: „Denn Kontinuität ist wichtig für eine gute Stadtentwicklung.“ In den Fokus rückte Matheis ein Thema, das sein Nachfolger nicht erwähnt hatte: Das Straßenbauprogramm mit 155 ausgebauten Stadtstraßen in den vergangenen Jahren: „Dadurch hat sich das Stadtbild stark verbessert.“
„Erfahrener Kapitän, der das Schiff lenken kann.“
Und schließlich lobte Matheis expliziert die Entwicklung der Stadtgesellschaft unter Zwick: „Er hat Maßstäbe gesetzt bei der Integration.“ Gelungen sei dies vor allem auch, weil sein Nachfolger gut vernetzt sei. Aus diesen Gründen sei Zwick der richtige Mann für die Zukunft der Stadt, so Matheis: „Pirmasens braucht keinen Flachmatrosen, der nur Plattitüden hat, sondern einen erfahrenen Kapitän, der das Schiff lenken kann.“
Zwar stand die OB-Kandidatenkür im Mittelpunkt des Kreisparteitags, aber der CDU-Kreisverband Pirmasens-Stadt hatte auch noch Vorstandswahlen zu absolvieren. Zuvor betonte Clauer, dass der Kreisverband gesunde politische Strukturen und Finanzen habe. Er stehe für eine gesunde personelle Mischung aus jungen und erfahrenen Mitgliedern, denn diese mache den Erfolg aus. Der enge Vorstand wurde wiedergewählt.