Pirmasens Bewährungsstrafe: 33-Jähriger mischt sich in Polizeieinsatz ein

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Wegen tätlichen Angriffs, zweifachen Widerstands gegen Polizeibeamte und versuchter Körperverletzung hat das Amtsgericht Pirmasens am Montag einen 33-jährigen Mann zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Am 10. Februar war die Polizei in ein Mehrfamilienhaus im Winzler Viertel gerufen worden. Ein Kind hatte sich zu einer Nachbarin gerettet, weil seine Mutter angeblich handgreiflich geworden war, soll sich herausgestellt haben. Aber der Angeklagte habe das Gespräch mit der Mutter des Kindes ständig gestört und die Frau aufgefordert, „die Fresse zu halten“. Als der Mann deshalb einen Platzverweis erhielt, habe er weiterdiskutiert und sich geweigert zu gehen. Schließlich habe er den Mann „vor sich hergeschoben“, sagte der Polizist. Da habe der 33-Jährige gedroht: Wenn er ihn noch einmal anfasse, werde er ihm „eine stopfen“.

Als der Mann die Hand gegen ihn gehoben habe, habe er ihn mit zwei Konterschlägen abgewehrt, zu Boden gebracht und gefesselt, sagte der Polizist. Aber der Mann habe sich gewunden und gesperrt, auch auf dem Weg zum Dienstauto und zur Wache. Erst ein Kollege habe den Mann beruhigen können.

Der Angeklagte präsentierte eine ganz andere Geschichte: Er habe gefeiert und viel Alkohol getrunken gehabt, als eine sehr gute Bekannte ihn angerufen habe, es gehe ihr nicht gut. Vor Ort habe er erfahren, dass es familiäre Probleme mit dem Kind gebe. Dann sei die Polizei gekommen. Warum, wisse er nicht. Er habe gefragt, warum das Kind bei der Nachbarin sei. Dann sei die Sache eskaliert. Die Polizei habe ihn aufgefordert zu gehen. Als er die Treppe hinuntergegangen sei, habe der Beamte ihm von hinten einen Schubser gegeben, so dass er gefallen sei. Dann habe der Polizist ihn zu Boden gedrückt und gefesselt. Er habe den Beamten mehrmals gebeten, die Handschellen nicht so fest zu machen, weil ihm das weh tue. Aber das habe der nicht getan. Vielmehr habe der Beamte ihn aus dem Auto gezerrt und über den Boden geschleift. Er habe überall Schrammen gehabt.

Fadenscheinige Entschuldigung

Der 33-Jährige räumte ein, dass er sich „vielleicht im Wortlaut vergriffen“ habe. Gegenüber dem Beamten „entschuldigte er sich für den Wortschatz, wenn es so war. Er könne sich nicht erinnern“. Aber der wies den Mann zu Recht: „Man braucht sich nicht fadenscheinig zu entschuldigen, wenn man keine Einsicht hatte.“

Das Gericht hielt die Angaben des Angeklagten für in sich widersprüchlich und glaubte dem Beamten. Es hielt den Mann für alkoholbedingt enthemmt (1,86 Promille Atemalkohol). Er habe eine hohe Rückfallgeschwindigkeit. Da er aber sozial integriert ist, wolle sie ihm noch eine Chance geben und setzte die Strafe zur Bewährung aus. Als Auflage muss er 600 Euro an den Pakt für Pirmasens zahlen und erhielt einen Bewährungshelfer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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