Lembach RHEINPFALZ Plus Artikel Begehbarer Kohlemeiler am Fleckenstein: Lembach eröffnet „La Meule“

„La Meule“ nennt sich das Infozentrum zur Köhlerei bei Burg Fleckenstein. Der Bau ist außen mit angeflammten Brettern als Wetter
»La Meule« nennt sich das Infozentrum zur Köhlerei bei Burg Fleckenstein. Der Bau ist außen mit angeflammten Brettern als Wetterschutz versehen worden.

Ein begehbarer Kohlemeiler erhebt sich vor Burg Fleckenstein bei Lembach. Der Köhlerverein vor Ort will darin die Geschichte der Köhlerei im Lembacher Wald erzählen.

„La Meule“ heißt das Projekt der Charbonniers, also der Köhler von Lembach. Es soll 200.000 Euro kosten, berichtet Vereinsvorsitzender Charles Schlosser. Am Donnerstag, 4. Juli, will er „La Meule“ offiziell einweihen. Der rührige Verein möchte die Geschichte der Köhler rund um den Fleckenstein vermitteln – mehr als bisher auf dem seit Jahren bestehenden Stationenweg zwischen Fleckenstein und Gimbelhof.

Im Neubau sollen Details zur Arbeit und zum Alltag der Köhler sichtbar werden. Diese Männer verließen im Frühjahr ihre Familien, lebten bis in den Herbst im Wald und betreuten zahlreiche Meiler rund um den Thalenberg.

Die Köhlerei hat bei Lembach eine lange Tradition. Nach Angaben des Vereins gab es erste Meiler bereits im Mittelalter. Ab 1556 benötigte die Glasmanufaktur in Mattstall Holzkohle; zuvor wurde schon die Schmiede der Burg Fleckenstein versorgt. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Wälder am Thalenberg im großen Stil geschlagen.

Seit Jahren schon informiert der Köhlerverein von Lembach mit einem Köhlerpfad zwischen Burg Fleckenstein und Gimbelhof über die
Seit Jahren schon informiert der Köhlerverein von Lembach mit einem Köhlerpfad zwischen Burg Fleckenstein und Gimbelhof über die Köhlerei.

Die Firma De Dietrich entwickelte sich zu einer der größten Eisenhütten Frankreichs und hatte enormen Bedarf an Holzkohle. Der Thalenberg wurde schließlich kahlgeschlagen, um Holz für rund 150 Köhler zu liefern, die im Auftrag von De Dietrich die Meiler aufschichteten. Wanderer finden am Thalenberg bis heute runde, flache Plätze, auf denen früher Meiler standen.

Infozentrum von EU gefördert

Das neue Infozentrum ist in Form eines Meilers gebaut. Außenverkleidungen aus Holz wurden in Eigenleistung angeflammt, um sie wetterfester zu machen. Der Bau startete im Oktober; im Innern stehen 66 Quadratmeter zur Verfügung. Die Kosten von mehr als 200.000 Euro werden mit 145.000 Euro durch das Département und die Europäische Union gefördert, so Schlosser.

Der Verein „Le Charbonniers“ wurde vor 25 Jahren gegründet. Seit 1998 entsteht am Fuß der Burg Fleckenstein jedes Jahr ein Meiler, um an die Geschichte der Köhlerei zu erinnern. In den Anfangsjahren erhielten die Lembacher Unterstützung und fachlichen Rat von den Erfweiler Kollegen, Köhlermeister war Konrad Schwartz aus Erfweiler.

Im Jahr 2023 untersagte die Präfektur das Entzünden des Meilers zwischen 15. März und 15. Oktober wegen Waldbrandgefahr. Bis dahin wurde der Meiler stets in den Sommermonaten entzündet. Der Verein wich auf Ende Oktober aus – mit Problemen: Kälte und Regen erschweren die Arbeit, berichtet Schlosser. Zudem finden sich im Sommer leichter Helfer, da viele Ferien haben. Im Oktober ist das nicht mehr der Fall. Früher brannten die Lembacher Köhler jährlich zwei Meiler mit insgesamt 60 Ster Holz.

x