Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Autosalon: Besucher stürmen regelrecht die Messe

Drei Autohändler boten auch noch E-Bikes an, die allerdings alles andere als gewöhnlich waren.
Drei Autohändler boten auch noch E-Bikes an, die allerdings alles andere als gewöhnlich waren.

Ein überwältigter Messechef, viele verkaufte Autos und zu wenig Parkplätze: Der Autosalon am Wochenende überzeugte Händler wie Besucher. Das Gedränge war groß und alle Händler wollen in zwei Jahren wiederkommen.

Die Lieferprobleme sorgen für nicht alltägliche Händlerversprechen. „Garantierte Übernahme innerhalb von zehn Tagen inklusive E-Scooter“ wirbt der Mercedes-Händler Reinhard für seine Limousinen, die am Sonntag praktisch dauerbesetzt waren. Eine Vielzahl an Besuchern wollte sich wenigstens einmal in die Polster eines der Wagen sinken lassen.

Gleich gegenüber bei BMW-Euler durfte es neben den Sitzen der hochpreisigen Gefährten auf vier Rädern oft auch gerne ein schicker Fahrradsattel sein. Aber eben nicht irgendeinen Drahtesel bietet der Händler in der Zweibrücker Straße, sondern „Carl von Drais“-Modelle, die gerne bis zu 14.000 Euro kosten können. Dafür gibt es 3D-gedruckten Stahlrahmen oder Carbon. „Bei der IAA in Frankfurt zeigen wir auch ein Drittel Fahrräder“, erzählt Meiko Schreiber von Euler, der verwundert war, dass in Pirmasens so viele Fahrrad fahren und dann oft sehr hochpreisige Modelle.

E-Mobilität ist überall das Hauptthema

Immer mit von der Partie beim Autosalon ist der Bruchmühlbacher Harley-Händler Rouven Ludes, der froh über den neu gestarteten Autosalon ist. „Es war Zeit, dass wir wieder kommen dürfen“, so Ludes, der ebenfalls auf zweirädrige E-Mobilität setzt. Sechs Harley-Davidson-Modelle mit Verbrennermotor stehen sechs Fahrrädern mit Elektroantrieb gegenüber. Am Wochenende waren es aber klar die Verbrenner, die zum Draufsitzen einluden. „Die Nachfrage ist da“, freut sich Ludes über das Interesse an seinen Motorrädern, die es kurzzeitig auch in einer Elektroausführung gab. Der Preis des E-Modells einer Harley sei aber zu hoch gewesen.

An allen Ständen war von den Händlern zu hören, dass die E-Mobilität das Hauptthema gewesen sei. Wobei es auch kritische Stimmen dazu gebe, wie Christian Hintermeister vom gleichnamigen Autohaus erzählen konnte. Bei der Torpedo-Garage aus Kaiserslautern sei von den Kunden bedauert worden, dass Land Rover noch keine reinen E-Autos anbieten könne. Wobei der Acht-Zylinder-Geländewagen, der klar einer der größten auf der Messe war, wohl auch der Wagen war, der das meiste Interesse auf sich zog.

Fahrsimulatoren immer belegt

Der Andrang am Sonntag hat Uwe Heieck, Verkaufsleiter der Nauerz-Gruppe, begeistert. „Die Leute sind regelrecht um 11 Uhr hier reingestürmt“, erzählt der Autohändler, der mit seinen fünf Marken den größten Stand in der Halle 6A bieten konnte. 21 Autos drängten sich auf der Fläche und sorgten für viele interessante Gespräche, wie Heieck berichten kann. Über Verkäufe wollte er nicht reden, der Hauptnutzen einer Messe wie dem Pirmasenser Autosalon zeige sich in den Wochen danach. „Da haben wir immer regen Andrang bei uns“, so Heieck, der in Pirmasens in der Neckarstraße eine Niederlassung unterhält.

Richtig losbrettern konnten die Besucher an zwei Ständen. Beim Tüv und beim Automobilclub AvD waren die Fahrsimulatoren immer belegt. „Das läuft richtig gut bei uns“, freute sich Kai Drebes vom hiesigen AvD-Vorstand. Der Verein sei mit zwölf Mitgliedern und zwei Oldtimern vor Ort gewesen und konnte einige neue Mitglieder gewinnen. Mit dabei am Stand war ein richtiger Rennfahrer. Nathaniel Schulz aus Pirmasens ist bei Kartrennen in ganz Deutschland am Start und konnte auf der Messe einiges erzählen.

Organisator ist „überwältigt“

Messe-Organisator Michael Frits zeigte sich am Sonntagnachmittag „überwältigt“ von der Resonanz. Am Samstag seien mehr als 4000 Besucher gezählt worden und für den Sonntag rechnete er mit 5000 Besuchern, womit die Zielmarke von 10.000 Besuchern wie in Vor-Coronazeiten wieder erreicht worden sein dürfte. Die Aussteller seien durchweg zufrieden gewesen. Von keinem habe er ein Wort der Kritik hören müssen, versicherte Frits.

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