Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Außerordentliche Versammlungen in Bruchweiler und Busenberg: Nur eine Nein-Stimme

Da gingen die Hände hoch bei der Frage, ob die SG Bruchweiler eine Spielgemeinschaft mit dem SC Busenberg eingehen soll. Ganz li
Da gingen die Hände hoch bei der Frage, ob die SG Bruchweiler eine Spielgemeinschaft mit dem SC Busenberg eingehen soll. Ganz links im Bild der SGB-Vorsitzende Jan Wagenblatt.

Die Spielgemeinschaft der beiden ersten Mannschaften von SG Bruchweiler und SC Busenberg ab kommender Saison ist beschlossen.

Nur einer stimmte mit „Nein“. Somit votierten bei den beiden außerordentlichen, fast zeitgleichen Mitgliederversammlungen der SG Bruchweiler und des SC Busenberg am Freitagabend insgesamt 93 der 97 erschienenen Mitglieder (bei drei Enthaltungen) für eine Spielgemeinschaft der beiden ersten Fußballmannschaften der Traditionsvereine ab kommender Saison. „Wir sind zufrieden und auch erleichtert“, erklärten hinterher der SGB-Vorsitzende Jan Wagenblatt und die „Baumeister“ der Spielgemeinschaft, Tobias Groß (SGB) und Christian Pawlitschko (SCB).

Die Führungsriegen der beiden Vereine waren bestens vorbereitet vor ihre Mitglieder getreten, hatten sie doch alle die Zusammenarbeit betreffenden Fragen in einem Katalog minutiös aufgelistet. 44 Bruchweilerer und 53 Busenberger waren bei sehr winterlichen Bedingungen in ihr jeweiliges Sportheim gepilgert. Aktuell haben die beiden Nachbarvereine bereits eine gemeinsame zweite Mannschaft in der C-Klasse. Nun sollen auch die ersten Mannschaften, die aktuell Konkurrenten in der B-Klasse Ost sind, künftig im gleichen Trikot an den Ball treten.

Trikotfrage

Apropos Trikot: Es soll ein völlig neues Trikot her. Favorisiert wird derzeit ein Dress mit den Wappen der beiden Vereine, unterlegt mit einem Fußball. Im Raum steht noch der Vorschlag, dass zu den Heimspielen der Busenberger deren lilafarbenes Trikot getragen werden soll und zu den Heimspielen der Bruchweilerer deren grün-weißes. Zu den Auswärtsspielen soll dann das neu gestaltete Trikot übergestreift werden.

Ein neuer Trainer, der bereits gefunden zu sein scheint, der aber zunächst sein aktuell von ihm trainiertes Team informieren möchte, bevor die Meldung rausgeht, soll die neue Erstmannschafts-Spielgemeinschaft zu Erfolgen führen. Ihm sollen Stefan Kurz (SCB) und Dominik Will (SGB) als Co-Trainer zu Seite gestellt werden. „Gemeinsam wollen wir in die A-Klasse“, formulierte der SGB-Vorsitzende Jan Wagenblatt das sportliche Ziel. Noch offen ist, ob die „BB-SG“ künftig zwei oder drei Mannschaften an den Start bringt.

„Vor der Welle sein“

Festgelegt ist indes, dass alle Kosten im Verhältnis von 50:50 getragen werden, wobei die SG Bruchweiler als sogenannter „federführender“ Verein beim Südwestdeutschen Fußballverband in der Verantwortung steht. „Wir müssen unsere Attraktivität steigern und im Dahner Tal eine Vorreiterrolle einnehmen, einfach vor der Welle sein“, forderte Wagenblatt. Dies sei mit „den gleich tickenden“ Busenbergern gut zu realisieren. „Es herrscht ein äußerst positives Vertrauensverhältnis zwischen den Verantwortlichen der beiden Vereine“, führte Wagenblatt weiter aus und stellte „eine transparente Kommunikation“ in Aussicht. Das sehr gedeihliche bisherige Miteinander in der Zweitmannschaftsspielgemeinschaft habe gezeigt, dass die Fußball-Ehe mit Busenberg eine glückliche werden könne. Die Zusammenarbeit im paritätisch besetzten Sportausschuss sei exzellent, was sich nicht nur auf dem Fußballplatz zeige, sondern auch im übrigen Vereinsleben. So fahren in Kürze Spieler beider Teams zu einem Urlaub nach Österreich.

Gleichwohl müssten sich die Erstmannschaftsspieler der jetzigen beiden B-Klasse-Teams für einen Einsatz in der künftigen ersten SG-Mannsschaft qualifizieren. Wagenblatt: „Damit müssen die auch erst einmal umgehen können.“

Nur bei den Fußballern

Der SGB-Vorsitzende legte Wert auf die Feststellung, dass „beide Vereine ihre Identität, Tradition, ihre Veranstaltungen und ihr Vereinsleben“ behalten. „Das ist mir wichtig“, führte Wagenblatt vor den 44 Mitgliedern aus. Nur die Fußballer bilden eine Spielgemeinschaft. Darüber hinaus wird in Bruchweiler noch Dart gespielt, es gibt Frauenturnen, die Leichtathletikabteilung zählt 80 Sportler, und auch die „Best-Ager-Truppe“ ist fester Bestandteil der SGB.

„Das ist ein mutiger Schritt, aber wir können die Entwicklung im Fußball nicht ausblenden“, sagte in der Versammlung Michael Zwick, der ehemalige Verbandsgemeindebürgermeister und ehemalige Spieler in Verbandsligazeiten der SGB. Er stimme für die Spielgemeinschaft, „aber die Vereinbarung muss auch gelebt werden“. Es werde Kompromisse geben müssen.

Wagenblatt merkte an, dass „in dieser Spielgemeinschaft viel Energie drinsteckt“. Fakt sei, dass die Spielgemeinschaft die Kontakte von zwei Vereinen nutzen könne, um Spieler für eine schlagkräftige Mannschaft zu gewinnen. Insbesondere beim Übergang der Kicker aus dem Jugend- in den Herrenbereich solle die SG an Attraktivität gewinnen.

Ein Baumeister der Spielgemeinschaft von SG Bruchweiler und SC Busenberg: Tobias Groß.
Ein Baumeister der Spielgemeinschaft von SG Bruchweiler und SC Busenberg: Tobias Groß.
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