Wahlkreis Pirmasens AfD nominiert Iris Nieland
26 wahlberechtigte Mitglieder waren am Samstag zur Wahlversammlung in die Grenzlandhalle in Schweix gekommen. Das waren bei früheren Treffen der südwestpfälzischen AfD schon mehr gewesen. Auch Mitglieder der Kreisverbände Zweibrücken und Kaiserslautern, in deren Gebiet der Wahlkreis ebenfalls liegt, waren eingeladen. Aus Kaiserslautern war jedoch niemand gekommen, aus Zweibrücken nur wenige.
Die 64-jährige Iris Nieland wohnt im Kreis Bad Dürkheim in Altleiningen und hat seit zwei Jahren ein Bürgerbüro als Untermieterin der AfD in Pirmasens. In Pirmasens sei sie mindestens einmal im Monat für Bürgergespräche zu finden, erzählt die aus Dortmund stammende Bankkauffrau. Was sie bei diesen Gesprächen in Pirmasens höre, sei eine große Verunsicherung in der Bevölkerung, weil die Region seit Jahren im Wandel sei.
„Die Menschen haben Angst, abgehängt zu werden“, sagte Nieland. In ihrer Rede präsentierte sie die Idee einer Sonderwirtschaftszone für Regionen wie die Südwestpfalz und Pirmasens. Das sei zwar rechtlich nicht so einfach. „Man kann aber Dinge einrichten, wenn man will“, verteidigte Nieland ihre Idee. Gerade für die Südwestpfalz sei es wichtig, Wohnen und Arbeiten wieder zusammenzubringen. Für Nieland ist es ein Unding, wenn Arbeitnehmer täglich 40 oder 60 Kilometer weit fahren müssen, um ihrer Arbeit nachzugehen.
Gegen zwei weitere Kandidaten durchgesetzt
Ein großes Thema neben dem Kampf gegen die „immense Bürokratie“ ist für die AfD-Politikerin die Sicherheit. Öffentliche Plätze sollten in den Abendstunden wieder ohne Angst betreten werden können. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Politik: die Migration. Die bisherige Art, wie mit dem Thema von den Regierungsparteien umgegangen wurde, könne so nicht mehr weitergehen. In Bezug auf die aktuelle Diskussion zur Migrationspolitik auf Bundesebene bemerkte sie: „Die AfD setzt die Themen und ist das Kraftfeld der Politik.“ Zur Forderung nach einem Verbot der AfD meinte sie, dass ihre Partei nur stärker werde, je härter die Gegner auf sie einschlagen.
Iris Nieland ist seit 2013 Mitglied der AfD und sitzt seit 2016 im Landtag. Dort kümmert sie sich um Haushaltspolitik und Finanzen. Die Ostpfälzerin war nicht die einzige Kandidatin, die für die AfD bei der Direktwahl antreten wollte. Sigurd Denger aus dem Raum Zweibrücken sowie die Pirmasenserin Karin Leissing kandidierten ebenfalls. Für Nieland entschieden sich 20 Mitglieder. Denger erhielt nur eine Stimme, Leissing vier. Die Gegenkandidaten hatten ihre Reden hauptsächlich für Kritik am Kreisvorsitzenden Lutz Wendel genutzt.