Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel 31 Grad: Dahner Eyberglauf mutiert am Samstag zum Hitzerennen

Nach dem Hitzerennen tut Fiona Steiner (Nummer 797) und Lukas Ehrstein (804) von den Rennmäusen Bruchweiler eine Wasserdusche gu
Nach dem Hitzerennen tut Fiona Steiner (Nummer 797) und Lukas Ehrstein (804) von den Rennmäusen Bruchweiler eine Wasserdusche gut.

Ein Vize-Europameister feiert in Dahn ein fulminantes Comeback. Ein anderer Läufer bei diesem Wasgaucup-Rennen will Teil eines Weltrekords sein. Und die Feuerwehr hilft.

31 Grad heiß war es am Samstag beim Start des Dahner Eyberglaufs. Insgesamt 274 Läuferinnen und Läufer (92 beim Wasgaucup-Rennen über elf Kilometer, 62 beim Fünf-Kilometer-Ungeheuerlauf, 105 beim 2000-Meter-Schülerlauf und 15 bei den Bambini) ließen sich davon nicht abschrecken. Dass die Feuerwehr im Ziel für Abkühlung sorgte, nahmen die durchschwitzten Sportler dankend an.

Lars Holder vom TV Hinterweidenthal, 2017 Vize-Europameister im Cross-Duathlon, trat nach zweijähriger Verletzungspause erstmals wieder an. „Ich hau’ raus, was geht“, kündigte der 28-jährige Sportlehrer vor dem Start an. Als Favorit galt Tobias Dreyer. Der Hauensteiner Wasgaucup-Gesamtsieger vom vergangenen Jahr hatte das erste Cup-Saisonrennen in Lemberg gewonnen und sich beim zweiten in Hinterweidenthal nur Tim Könnel vom TuS Heltersberg geschlagen geben müssen.

Holder siegt nach zwei Jahren Durststrecke

Das Hitzerennen von Dahn gewann aber überraschend Holder in 46:27 Minuten. Bereits vergangene Woche haderte Dreyer mit den angekündigten hochsommerlichen Temperaturen, die so gar nicht seine sind. Letztlich quälte sich der 25-jährige Hauensteiner als Siebter in 53:23 Minuten über die Ziellinie. Nach dem Anstieg auf den Eyberg und damit nach der Hälfte des Rennens fragte er, wenn auch eher scherzhaft: „Fährt jemand mit dem Auto runter?“

„Roland, die Maschine, hat mich bis zum Eyberg gezogen. Erst bergab habe ich ihn überholt“, sagte Sieger Holder über den letztlich viertplatzierten Roland Golderer und fügte hinzu: „Es ist saugeil, nach zwei Jahren Durststrecke zu gewinnen.“ Zweiter wurde Jens Stöber aus Linden im Kreis Kaiserslautern; ihn hatten nur wenige auf der Rechnung. Beim Hexepäddl-Lauf eine Woche zuvor war er Fünfter geworden. „Heute ging’s viel bergab, das ist meine Stärke“, stellte der 36-jährige Physiotherapeut im Ziel fest. Erster Gratulant war sein Sohn Fiete. Der Vierjährige sammelte beim Bambinilauf erste Lauferfahrung.

Tochter verliert Familienduell gegen Papa Seibel

„Ich will die Altersklasse über 40 gewinnen“, erzählte Andreas Braun, der Drittplatzierte. Der 40-jährige Gossersweilerer zeigte sich im Ziel überrascht, dass es so gut für ihn gelaufen ist. „Vergangene Woche war ich noch Siebter in Hinterweidenthal, heute Dritter“, merkte der kaufmännische Angestellte einer Baumarktkette voller Stolz an.

Nach schwierigen Monaten hatte die 49-jährige Pia Winkelblech allen Grund zur Freude: Die städtische Angestellte vom TSV Kandel zeigte sich völlig überrascht, dass sie in 1:01,45 Stunde schnellste Frau war. Die Wasgaucup-Gesamtsiegerin von 2018 und 2023 knüpfte damit an vergangene Erfolge an. Annalena Seibel hat das Familienduell gegen Papa Wolfgang zeitlich knapp verloren. Die 27-jährige Handballerin der Bellheimer Südpfalz-Tigerinnen und Fußballerin der FSG Wasgau ist reine Hobbyläuferin. „Ich kannte die Strecke nicht, hab’ mich zu Beginn etwas verausgabt, aber bergab ging’s dann wieder“, sagte sie. Papa Wolfgang überquerte in 1:00,21 Stunde die Ziellinie, die Tochter vier Minuten später als zweitbeste Frau. Eine Lokalmatadorin wurde Dritte. Jana Burkhart aus Dahn musste sich im Ziel erst mal hinsetzen und einige Minuten durchatmen: „Mega-anstrengend, 350 Höhenmeter“, konstatierte die 37-jährige Bundespolizistin. Ihr Ziel: mindestens vier Wasgaucup-Läufe absolvieren, um in die Gesamtwertung zu kommen.

Erinnerungsfoto vor dem Start

Ingo Kreißelmeyer aus Kaiserslautern zückte beim Warmlaufen das Handy für ein Foto von den imposanten Felsformationen im Wasgau. „Beim Rennen habe ich dazu ja keine Zeit“, erklärte der 56-Jährige. Auf seinem Laufshirt ist zu lesen: „Lautern läuft zum Weltrekord, ich bin dabei.“ Ziel ist es, in 90 Tagen möglichst viele Kilometer zu laufen. Elf davon absolvierte Kreißelmeyer in Dahn.

Trotz der Hitze verbesserte der Pirmasenser Raphael Brunner den Streckenrekord über fünf Kilometer auf 18:57 Minuten. Der 36-Jährige sagte im Ziel: „Ich wollte Bestzeit laufen, und das hat auch geklappt.“

DIE ERGEBNISSE

11 km Männer (72 Starter): 1. Lars Holder (TV Hinterweidenthal) 46:27 Minuten, 2. Jens Stöber (Linden) 49:04, 3. Andreas Braun (Gossersweiler) 49:54, 4. Roland Golderer (SV Oberkollbach) 50:05, 5. Philipp Ullrich (TV Bad Bergzabern) 51:08, 6. Tom Heuer (TuS Heltersberg) 53:13, 7. Tobias Dreyer 53:23, 8. Luca Mangold (beide Trifels Triathlon Club Hinterweidenthal) 54:21, 9. Alexander Hoffmann (Hotel Pfalzblick) 54:25, 10. Matthias Burkhart (TV Hinterweidenthal) 55:31, ... 15. Dirk Eichberger (FC Erlenbach) 56:41

11 km Frauen (20): 1. Pia Winkelblech (TSV Kandel) 1:01,45 Stunde, 2. Annalena Seibel (TV Hauenstein) 1:04,23, 3. Jana Burkhart (Dahn) 1:05,17, 4. Anne Frenk (LT Rheinhessen Pfalz) 1:06,13, 5. Anna Brunner (Trifels Triathlon Club) 1:08,22, ... 8. Susanne Meyer (TV Lemberg) 1:11,42, 9. Nicole Cherie-Kerner (ASV Schwanheim) 1:11,52, 10. Angelika Trapp (TuS Erfweiler) 1:12,18

5 km Männer (38): 1. Raphael Brunner (FKP Endurance Team) 18:57 min, 2. Jan Spengler (Trifels Triathlon Club) 20:36, 3. Christian Burkhard (TV Hinterweidenthal) 22:22, 4. Joachim Osterheld (Landau Running Company) 22:56, 5. Bernd Schwitzgebel (TV Hinterweidenthal) 24:15

5 km Frauen (24): 1. Natascha Hartl (LG Rülzheim) 21:52, 2. Anna Rapp (TSV Kandel) 24:59, 3. Katrin Hirschinger (TuS Erfweiler) 26:50, 4. Caroline Lassueur (TSG Kaiserslautern) 26:55, 5. Silke Keller (TuS Erfweiler) 27:06

2 km Jungen (64): 1. Taio Greif (Rennmäuse SG Bruchweiler) 7:22 min, 2. Toni Goßrau 7:28, 3. Collin Bock (JSG Wasgau) 7:43, 4. Oskar Raquet (ETV Hamburg) 7:48, 5. Adrian Papert (TV Lemberg) 7:53

2 km Mädchen (41): 1. Frieda Goßrau 8:28, 2. Frida Simon (Happy Camper) 9:26, 3. Lanah Kissel 9:32, 4. Sophia Neuhart (Rennmäuse SG Bruchweiler) 9:28, 5. Anni Kissel (Grundschule Dahn) 10:09.

Auf dem Trail am Eyberg: Sieger Lars Holder.
Auf dem Trail am Eyberg: Sieger Lars Holder.
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