Pirmasens 125 Jahre Stadtbücherei: Die Autorenstars kommen

6. Mörz: Peter Probst
6. Mörz: Peter Probst

Für das Jubiläumsprogramm hat Ulrike Weil, die Leiterin der Pirmasenser Stadtbücherei, aus dem Vollen geschöpft. Sie hat zugkräftige Veranstaltungen eingekauft.

Seit 125 Jahren gibt es die Pirmasenser Bücherei inzwischen. Das will die Stadt feiern mit Lesungen, Vorträgen und Theater. „Ich hoffe, ich bin nicht größenwahnsinnig geworden“, scherzt Büchereileiterin Ulrike Weil. Dezernent Denis Clauer schüttelt verneinend den Kopf, sind die Veranstaltungen der Bücherei doch hochbegehrt. Vor einigen Jahren lud Weil immer in den Carolinensaal ein, inzwischen ist oft das Forum Alte Post ausverkaufter Veranstaltungsort der Bücherei. Zum Geburtstag darf es sogar die Festhalle sein. Kein Wunder, denn in diesem Jahr werden Stars erwartet.

21. Mai: Monika Geier.
21. Mai: Monika Geier.

Das Festprogramm startet am 6. März, 19.30 Uhr in der Alten Post. Der Rodalber Peter Probst hat einen Kriminalroman geschrieben, bei dem er einen aktuellen Fall mit der erfolglosen Suche nach drei vermissten Kindern in den 70er Jahren verbindet, die die Stadt Pirmasens bis heute bewegt. Der Schriftsteller und Drehbuchautor rollt diesen „cold case“ in seinem neuen Krimi„Am helllichten Tag“ auf und verknüpft ihn mit dem fiktiven Fall aus dem Heute (tags vorher um 19.15 Uhr liest er bei Thalia in Kaiserslautern).

Bei ihrer kulinarischen Lesung mit Gina Greifenstein und ihrer „Grumbeersupp“ am 26. März, 19.30 Uhr, geht es um den zehnten Fall der Kommissare Paula Stern und Bernd Keeser, die einen Finger in einer Dosenkartoffelsuppe finden. Na dann, guten Appetit. Denn Grumbeersuppe gibt es als Verköstigung im Carolinensaal auch. Aus der Feder der Autorin stammen Romane und Kochbücher.

Kerstin Bachtler, bekannt aus dem Weilschen Unterhaltungsprogramm, kommt nicht mit Bodo Redner, sondern mit Claudia Albrecht und Band. „Es geht um pfälzische Lyrik und Musik, und Redner spricht keinen Pfälzer Dialekt“, erklärt Weil. Sie freut sich schon auf Bachtlers Auswahl an Mundartgedichten, die von Albrechts pfälzischen Chansons umrahmt werden. „S gibt kä schäner Lännel“ nennen die Frauen ihren Abend am 28. April, 19.30 Uhr im Carolinensaal.

18. September: Barbara Auer
18. September: Barbara Auer

Am 21. Mai, 19.30 Uhr, präsentiert Monika Geier, eine Schriftstellerin aus Kaiserslautern, die sich in Thaleischweiler niedergelassen hat, ihren neuen Krimi „Ein schönes Kind“. Es ist der neunte Fall von Kommissarin Bettina Boll. Er wird aus der Perspektive von Marlie, einer Szenenbildnerin beim Privatfernsehen, erzählt, die eine schaurig-schöne Villa als Location entdeckt, in der sich Geiers gruslige Erzählstränge entfalten. Begleitet wird die Lesung von der Creek Band aus Pirmasens.

16. Dezember: Hubertus Mayer-Burckhardt
16. Dezember: Hubertus Mayer-Burckhardt

Der Theatersaal der Festhalle ist der passende Rahmen für die szenische Lesung mit Barbara Auer und Walter Sittler, die am 18. September, 19.30 Uhr, mit Kent Harufs „Unsere Seelen bei Nacht“ kommen. Auer startete ihre Filmkarriere mit Alexander Kluge, der 1983 „Die Macht der Gefühle“ mit ihr drehte. IHeute ist sie im Theater, Kino und im Fernsehen zu sehen. Wie Sittler, dem die Kommissarenrolle auf den Leib geschneidert ist, egal, ob für „Der Kommissar und das Meer“ oder „Der Kommissar und der See“.

Gruselig wird es auch bei Madelaine Griese und Rainer Furch und ihrer bitterbösen Märchensammlung „Schlitterschlatter“. „Wenn der Teufel, Herr Korbes und die Blutwurst auf aufmüpfige Prinzessinnen treffen, gilt nur noch: Heirate die Hexe und dir wird nichts passieren.“ Unter dieser Devise steht der etwas andere Märchenabend am 30. Oktober, 19.30 Uhr, im Carolinensaal. Das Duo hat sich die zehn bösesten Märchen ausgesucht und dazu Akkordeonistin Alexandra Maas eingeladen.

Hubertus Meyer-Burckhardt, der in der Alten Post schon wiederholt den Kuppelsaal zum Kochen brachte, kommt am 16. Dezember, 19.30 Uhr, wieder, „weil es hier so schön ist“, wie er das letzte Mal von der Bühne aus verkündete.

Es ist ein buntgemixtes Programm, mit dem die Stadtbücherei sich feiert. 1901 startete sie mit rund 300 Büchern. Nach mehreren Standortwechseln wurde sie im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerangriffe völlig zerstört und erst 1948 wiedereröffnet - diesmal mit 1700 Büchern. 1953 kommt die „Jugend-Freihandbücherei“ dazu, übrigens die erste in Rheinland-Pfalz. Seit 1958 residiert die Stadtbücherei in dem damals neu errichteten Messehochhaus in der Dankelsbachstraße 19.

„Das schönste Geschenk ist der Spatenstich für einen barrierefreien Neubau“, erklärt Weil, die künftig gut 1000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung haben wird. Das sei endlich genug Platz in zentraler Lage, um sich mit Erlebnis- und Begegnungsräumen zu etablieren.

Info

pirmasens.de

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