Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel 1. Seehof-Trail in Erlenbach: Sieger im Hauptlauf kommt aus Trier [mit Bildergalerie]

Kurz nach dem Start am See: Raphael Brunner vom FKP-Endurance-Team vorneweg, dahinter der spätere Kurzstreckensieger Markus Erte
Kurz nach dem Start am See: Raphael Brunner vom FKP-Endurance-Team vorneweg, dahinter der spätere Kurzstreckensieger Markus Ertel aus Bad Bergzabern, in Rot mit der Nummer 53 Lars Holder aus Hinterweidenthal und rechts neben Holder in weißem Shirt halb verdeckt der spätere Sieger im Hauptlauf, Abraham Wirtz aus Trier.

Eine deutsche Vize-Meisterin im Ultra-Marathon wird Letzte, eine Hilsterin gewinnt den Wasgau-5000-Lauf: Die Premiere vom Erlenbacher Seehof-Trail bot einige Überraschungen.

„Alles zugeparkt da vorn.“ Diese Feststellung macht am Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr ein Noch-Autofahrer und Bald-Läufer beim ersten Seehof-Trail, der einen Parkplatz sucht. Er wird einige hundert Meter vom Seehof entfernt fündig. Genug Zeit und genug Strecke, um sich vom Auto zum Start am Kiosk des Badeweihers am Fuße der Burg Berwartstein warmzulaufen.

Initiator vom Erlenbacher „Seehof-Trail Lakes &Hills“: Dirk Eichberger.
Initiator vom Erlenbacher »Seehof-Trail Lakes &Hills«: Dirk Eichberger.

Eine kurze Nacht hat Organisator Dirk Eichberger hinter sich. Gegen 1 Uhr von einem Geburtstag heimgekommen und ab 6 Uhr auf der Strecke, um die letzten Vorbereitungen für die Lauf-Premiere zu treffen. Die Fakten sind vielversprechend und der Zeitplan des joggenden Bürgermeisters von Erlenbach straff.

Großes Teilnehmerfeld

Insgesamt 260 Teilnehmer sind es, verteilt auf vier Streckenangebote (400 Meter für die Bambini, 2000 Meter für die Jugend, ein 5,9-Kilometer-Lauf für die Wasgau-5000-Wertung und der 10,4 Kilometer lange, zum Wasgaucup zählende Hauptlauf). Der mit 350 Höhenmetern gespickte Hauptlauf ist mit 132 Läufern, davon 37 Frauen, stark besetzt.

Beim Eingang zum Zickzackpfad mussten die Läufer teilweise gehen und kurz warten.
Beim Eingang zum Zickzackpfad mussten die Läufer teilweise gehen und kurz warten.

Nach dem gemeinsamen Start der 10,4- und 5,9-Kilometer-Rennen am Ufer schlängelt sich der Wulst an Läufern nach wenigen hundert Metern einen Zickzackpfad hinauf bis unter den Schniddelfels. Am Einstieg heißt es für das hintere Starterfeld gehen statt joggen. Überholen ist kaum möglich. Ein Teilnehmer wählt die Querfeldein-Variante, rechts vom schmalen Pfad, um einige Plätze gutzumachen.

Brunner vorneweg

An der Spitze läuft Raphael Brunner vom Endurance-Team des FK Pirmasens. Er ist auf der Kurzstrecke einer der Favoriten. Letztlich wird er Zweiter in 26:17 Minuten. „Meine Taktik ist nicht aufgegangen: Ich wollte die Läufer hinter mir ausbremsen“, merkt der 37-jährige Fitness-Trainer aus Pirmasens schmunzelnd an und gratuliert dem Sieger aus Bad Bergzabern, Markus Ertel, der nach 25:28 Minuten die Ziellinie überquert. „Harter Anstieg am Anfang, eine gute Laktat-Party“, beschreibt der 38-jährige Professor für Steuerrecht den ersten der neun Wasgaucup-Läufe.

Der spätere Sieger über die Kurzdistanz, Markus Ertel vom TV Bad Bergzabern, gefolgt von Lars Holder, Zweiter des Hauptlaufs (li
Der spätere Sieger über die Kurzdistanz, Markus Ertel vom TV Bad Bergzabern, gefolgt von Lars Holder, Zweiter des Hauptlaufs (links, rotes Trikot), und dem Sieger über 10,4 Kilometer, Abraham Wirtz aus Trier (in Weiß)

Die Prophezeiung von Streckensprecher Wolfgang Behr, der kurz nach dem Start bereits vorhersagte, dass Emilia Becker vom TV Lemberg die feminine Wertung auf der Kurzdistanz gewinnen wird, sollte sich als nicht ganz richtig erweisen. Die 14-jährige Lembergerin, im Vorjahr Viertschnellste ihrer Altersklasse deutschlandweit über 2000 Meter, kommt überraschend als Zweite ins Ziel. Es siegt Frieda Markert. Die 15-Jährige aus Hilst im Dress des FKP-Endurance-Teams ist die Senkrechtstarterin schlechthin. In 29:29 Minuten spult sie die anspruchsvollen fast sechs Kilometer ab.

„Eingebrochen“

Ähnlich wie Emilia Becker ergeht es bei den Männern im Hauptlauf Lars Holder. Der 29-jährige angehende Gymnasiallehrer aus Hinterweidenthal muss nach anfänglicher Führung den Trierer Abraham Wirtz ziehen lassen. „Brutal hart, am letzten Berg bin ich eingebrochen“, gesteht Holder, der in 43:27 Minuten als Zweiter hinter Wirtz (43:04) ankam.

Die schnellste Frau: Milena Vogel aus Hauenstein im Dress des TuS Schleiden kurz vor dem Ziel.
Die schnellste Frau: Milena Vogel aus Hauenstein im Dress des TuS Schleiden kurz vor dem Ziel.

Wirtz wurde von seiner Freundin, der aus Dahn stammenden Läuferin Anne Meier, überredet, hier zu starten. Während der angehende Arzt im Wasgau läuft, weilt Anne Meier derzeit studienbedingt in Innsbruck. „Am Anfang ist das schon brutal, aber geil“, lautet die Bilanz des Drittplatzierten, Benjamin Kass. Der 36-Jährige aus Wattenheim versucht sich dieses Jahr verstärkt im Triathlon.

Start-Ziel-Sieg

Bei den Frauen ist Milena Vogel, die ebenso wie Lars Holder für den TuS Schleiden startet, der Sieg über 10,4 Kilometer nicht zu nehmen. Die Freundin des Wasgaucup-Gesamtsiegers von 2024 und 2025, Tobias Dreyer, wohnt inzwischen in Hauenstein. Der Lehrerin an der IGS Contwig gelingt ein Start-Ziel-Sieg in 50:10 Minuten. Ihr Jahresziel: am 23. August den ersten Mitteldistanz-Triathlon in Freiburg finishen und die zehn Kilometer unter 40 Minuten laufen.

„Ich hatte schwere Beine, aber es gibt keine Ausreden“, kommentiert die Zweitplatzierte, Franziska Schrader aus Lemberg-Salzwoog, ihr Rennen. Die 33-jährige Wasgaucup-Gesamtsiegerin des Vorjahres kommt in 53:05 Minuten ins Ziel, gefolgt von Natascha Hartl (53:42). „Für mich war’s hart heute, es tut weh“, erzählt die 37-jährige Sporttherapeutin aus Kaiserslautern.

„Joggender Besenwagen“

Einige Läufer kühlen sich nach ihrem Rennen mit einem Sprung ins kühle Seehof-Nass ab. Die Kandelerin Pia Winkelblech, ihres Zeichens deutsche Vizemeisterin der Seniorinnen im 50-Kilometer-Ultratrail, kommt als Letzte an. Als Sensenmann verkleidet, begleitet die Ausdauerathletin den letzten Läufer als „joggender Besenwagen“. Die zahlreichen Zuschauer spenden beim Zieleinlauf entlang der Uferpromenade anerkennenden Applaus.

Im Vorjahr gewann sie die Wasgaucup-Gesamtwertung bei den Frauen, in Erlenbach wird sie Zweite: Franziska Schrader aus Lemberg-S
Im Vorjahr gewann sie die Wasgaucup-Gesamtwertung bei den Frauen, in Erlenbach wird sie Zweite: Franziska Schrader aus Lemberg-Salzwoog.

DIE ERGEBNISSE

10,4 km Männer (95 Starter): 1. Abraham Wirtz (PST Trier) 43:04 Minuten, 2. Lars Holder (TuS Schleiden) 43:27, 3. Benjamin Kass (Wattenheim) 45:32, 4. Andreas Braun (Trifels-Triathlon-Club) 46:33, 5. Eduard Mankowski (Laufteam Pirmasens) 46:44, 6. Philipp Ullrich (TV Bad Bergzabern) 47:30, 7. Sebastian Ehrhardt (TSV Kandel) 48:35, 8. Christoph Eisenbeiß (LC Donnersberg) 48:41, 9. Jan Schmitt (TV Bad Bergzabern) 50:17, 10. Dominik Memmer (Eiscafé-Winter-Team Hauenstein) 51:28

10,4 km Frauen (37): 1. Milena Vogel (TuS Schleiden) 50:10, 2. Franziska Schrader (TV Hinterweidenthal) 53:05, 3. Natascha Hartl (TV Alzey) 53:42, 4. Bianca Weber (LRC) 55:40, 5. Natalie Windhövel (LCO Edenkoben) 58:05, 6. Teresa Segbers 58:11, 7. Anne Frenk (LT Rheinhessen-Pfalz) 59:26, 8. Samira Bärmann (Laufteam Pirmasens) 59:43, 9. Angelina Giffhorn (TV Hinterweidenthal) 1:00:29 Stunden, 10. Paula Franz (TV Lemberg) 1:00:46

Die „Sensenfrau": Ultraläuferin Pia Winkelblech vom TSV Kandel begleitet im Sensenmann-Kostüm den letzten Läufer, hier am Ufer d
Die »Sensenfrau«: Ultraläuferin Pia Winkelblech vom TSV Kandel begleitet im Sensenmann-Kostüm den letzten Läufer, hier am Ufer des Seehofs kurz vor dem Ziel.

5,9 km Männer (37): 1. Markus Ertel (TV Bad Bergzabern) 25:28, 2. Raphael Brunner (FKP-Endurance-Team) 26:17, 3. Jan Niclas Schuck (FC Erlenbach) 29:33, 4. Waldemar Eisnach (Trifels Triathlon Club) 30:08, 5. Noah Roth (TSV Kandel) 30:10, 6. Patrick Roth (TSV Kandel) 31:43, 7. Jakob Rapp (TSV Kandel) 32:19, 8. Marc Wenner (TSV Kandel) 34:09, 9. Sven Piontek 34:11, 10. Dirk Pfeifer (Bexbach) 34:47

5,9 km Frauen (44): 1. Frieda Markert (FKP-Endurance-Team) 29:29, 2. Emilia Becker (TV Lemberg) 29:55, 3. Giuliana Haas (TV Bad Bergzabern) 30:44, 4. Antonia Soller 31:49, 5. Emma Holler (beide TSV Kandel) 32:17, 6. Sara Lebhard (FKP-Endurance-Team) 32:35, 7. Anna Rapp (TSV Kandel) 34:18, 8. Sabine Kuhl-Krämer (FKP-Endurance-Team) 35:48, 9. Flora Gauch 36:15, 10. Emma Scheiwe (TV Lemberg) 36:32

Eine pfälzische Langlauf-Legende: Hans-Jürgen Eichberger, 78 Jahre alt, überreicht den Finishern die Medaille im Ziel.
Eine pfälzische Langlauf-Legende: Hans-Jürgen Eichberger, 78 Jahre alt, überreicht den Finishern die Medaille im Ziel.

2000 m Jungen (17): 1. Adrian Papert (TV Lemberg) 7:31, 2. Sam Buckel (TV Offenbach) 7:38, 3. Hannes Wissing (TV Bad Bergzabern) 8:00, 4. Jorne Wehrle (TSV Annweiler) 8:40, 5. Anton Steinmann (TV Bad Bergzabern) 8:43

2000 m Mädchen (11): 1. Carlotta Soller (TSV Kandel) 8:22, 2. Emma Mostberger (LAC Pirmasens) 8:41, 3. Isabella Quast 9:03, 4. Fiona Reither (TV Bad Bergzabern) 9:22, 5. Ciara Drexler (LAC Pirmasens) 9:38

Die drei Schnellsten im Hauptlauf: Sieger Abraham Wirtz (Mitte), der Zweite, Lars Holder (rechts) und Benjamin Kass (links).
Die drei Schnellsten im Hauptlauf: Sieger Abraham Wirtz (Mitte), der Zweite, Lars Holder (rechts) und Benjamin Kass (links).
 Frieda Markert aus Hilst im Dress des FKP Endurance Teams.
Frieda Markert aus Hilst im Dress des FKP Endurance Teams.
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