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Montag, 04. Juli 2016 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Zur Sache: Geschichte des Wieslauterhofs

Der Wieslauterhof wurde 1718 als Erblehenshof errichtet, nachdem Lorenz Siegenthaler und seine Familie zum katholischen Glauben konvertiert waren. Diese Bedingung hatte er zu erfüllen, danach stand der Gründung des Wieslauter- oder Wäschlauter Hofes – wie er im Volksmund genannt wurde – nichts mehr im Weg. Das Gelände war anfangs „mit Hecken und nichtsnutzigem Gehölz“ bewachsen, wie in Werner Dillenkofers Buch über Münchweiler zu lesen ist. Seitdem wurde der Hof von vielen Bauernfamilien bewirtschaftet. „Sie lebten von Weidewirtschaft, das Tal war offen, von Ackerbau, vom Wald und von der Köhlerei“, weiß Forstamtsleiter Michael Grünfelder, der die Geschichte des Hofes sehr gut kennt. Die Pottasche sei zur Glasherstellung verwendet worden. 1833 zählte die waldbäuerliche Kleinsiedlung sogar 35 Einwohner. Der Wieslauterhof sei damit zu der Zeit die größte Annexe, der größte Ortsteil außerhalb von Merzalben gewesen. Als letzter Privatbesitzer gilt laut Akten die Familie Rebholz. Sie verkaufte das Gut im Jahr 1900 an den bayrischen Staat.

1907 fiel der Wieslauterhof unter die Verwaltung der Bayerischen Staatsforstverwaltung. Zu der Zeit wurden alle Gebäude abgerissen, außer dem Hofhaus selbst, das als Unterkunft für Forstbedienstete genutzt wurde. Im Krieg lebten auf dem Hof Leute aus Merzalben und aus Hinterweidenthal. Jedenfalls hat das Grünfelder so gehört. Zeitzeugen gebe es nicht, so viel er weiß.

Von 1964 bis 2007 sei der Wieslauterhof an eine Familie verpachtet gewesen, die ihn als Wochenendhaus nutzte. Der Strom kam über ein Aggregat und gekocht wurde auf einem Gaskocher, geheizt wurde mit Holz. Sogar ein Badezimmer hatten die Pächter im Haus eingerichtet: mit Toilette und Badewanne. Das Wasser wurde aus dem nahe gelegenen Weiher gepumpt. Ein Badeofen sorgte für warmes Wasser.

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