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Mittwoch, 31. Oktober 2018 Drucken

Pirmasens: Kultur Regional

Weltmusik fast märchenhaft

Das Duo „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ begeistert das Vinninger Publikum mit einem internationalen Repertoire

Von Christiane Magin

Ender Vielma (links) und Walther Theisohn spielten vor nur rund 40 Zuhörern in der Alten Kirche in Vinningen.

Ender Vielma (links) und Walther Theisohn spielten vor nur rund 40 Zuhörern in der Alten Kirche in Vinningen. ( Foto: ckkm)

Frankreich, Finnland, Südamerika: Der musikalische Bogen des Kammerkonzerts von „Les amis de Monsieur Napoleon Coste“ am Sonntag in der Alten Kirche in Vinningen war sehr weit gespannt.

Oboist Walther Theisohn liebt originale Kompositionen für Gitarre und sein geliebtes Holzblasinstrument. Da es davon aber kaum welche gibt, bedient sich der Leiter der Zweibrücker Musikschule manchmal auch bei Werken, die – wie zum Beispiel bei Jacques Iberts „Entr’acte“ – für Flöte und Gitarre geschrieben wurden. Mit Oboe klingt das Stück, eine launige Caprice, die fast orientalisch anmutet, wunderschön bereichernd. Das Publikum in Vinningen war von den warmen Klängen der Oboe fasziniert.

Der musikalische Bogen spannte sich am Sonntag von Frankreich über Deutschland, Ungarn und Finnland bis nach Südamerika: nach Mexiko, Argentinien und Venezuela, der Heimat des Gitarristen Ender Vielma.

Der Favorit des Duos war „Manantial, Pointe d’eau“ des mexikanischen Komponisten Xavier Camino. „Sie werden sich im Sommer wiederfinden“, kündigte Theisohn das Werk an, das seiner Meinung nach zwar einfach strukturiert, aber musikalisch äußerst farbig sei. Mit der Beschreibung versprach er nicht zu viel. Das Publikum ließ sich davontragen, wie auf breiten Schwingen.

Was den Besuchern des Konzerts besonders gefiel, war die musikalische Harmonie zwischen Ender Vielma und Walther Theisohn, der das Duo vor vielen Jahren in ganz anderer Besetzung gründete. Das Duo spielte perfekt eingestimmt, führte einen Dialog nur über Blickkontakt.

Viel Applaus erntete Vielma auch für seine Gitarrensoli „An Malina“ von Johann Kaspar Mertz und Antonio Lauros „La Negra“. Sehr gut an kam auch Herbert Baumanns „Sonatine über finnische Volksweisen“. „Marche et Scherzo op. 33b“ von Napoleon Coste, dem Namensgeber des Duos, klang fast alpenländisch, obwohl der Komponist im 19. Jahrhundert als größter Gitarrenvirtuose Frankreichs galt. Doch am Sonntag stand die Weltmusik im Mittelpunkt, klassische Werke erklangen nur am Rande.

Zentral war der Choro-Rhythmus. Choro, der, so Theisohn, übersetzt zwar weinen hieße, in der Musik jedoch für Lebensfreude stehe. Und so war es. Das Konzert entpuppte sich als musikalische Überraschung, als freudiger Ausflug in den Sommer.