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Donnerstag, 05. Oktober 2017 Drucken

Pirmasens

Villa Löser: Künftige Nutzung noch offen

Von Margret Germann

Neuer Parkettboden wurde verlegt.

Neuer Parkettboden wurde verlegt. ( Fotos: Germann)

Über die farbliche Gestaltung der renovierten Villa in der Lemberger Straße lässt sich streiten. Aber die marode Villa ist dem Abriss entkommen.

Seit der Sanierung ist die Villa Löser vom Keller bis in die letzte Ecke unterm Dach mit 18 Zimmern auf 650 Quadratmetern Gesamtfläche wieder komplett nutzbar. Dass dem Hausbesitzer und Investor Octav Samoila, geschäftsführender Gesellschafter und Inhaber der Gemoro GmbH aus Ludwigshafen, die an den Jugendstil angelehnte Villa am Herzen liegt, spürt man. Man erkennt es auch beim Rundgang durch die renovierten Räume des alten Hauses in der Lemberger Straße. Für Samoila ist es ein „Seelenprojekt“, wie er sagt, „kein Businessprojekt“.

Kein Jugendstilfenster

Trotz des einst traurigen Zustands habe er sich 2014 auf den ersten Blick in die Villa verliebt. „Ich dachte, warum nicht“, berichtet Octav Samoila. Und so nahm er die Herausforderung an, kaufte das Objekt, plante und startete die Sanierung. Er bedauere sehr, dass die angeblich eingelagerten Jugendstilfenster nach dem Kauf nicht mehr aufzufinden waren, sagt der neue Besitzer. Zudem fehle heute auch das letzte Jugendstilfenster, das ursprünglich noch direkt im Eingang neben der Haustür zu finden war.

Originalgetreue Türen

Den neu gestalteten Eingangsbereich ziert dafür heute ein farbiger Intarsienboden. Alle alten Türfassungen konnten restauriert werden, die Türen ließ er originalgetreu nachbauen. Vor allem die Haustür und die Abschlusstüren der Etagen sind sehr aufwendig gestaltet. Sogar die alte Rundtreppe habe letztendlich doch erhalten werden können. Die obere Decke wurde komplett neu eingezogen und die anderen Böden erhielten als Unterbau einen Estrich mit Eisenmatten.

Schlichter Stil

Hell und lichtdurchflutet präsentieren sich die Räume: Massives, helles beziehungsweise mahagonifarbenes Eichenparkett und spanische Mosaikfliesen sowie eigens angefertigte gusseiserne Heizkörper unterstreichen den schlichten Stil der Räume. Die Wände und Decken sind in hellen Farben gehalten und haben auch wieder Stuckdekore. Im Dachgeschoss sowie in der Mansarde wurden moderne Laminatböden verlegt, auf Schnörkel wurde verzichtet. Durch die Kunststofffenster, die nicht so schön wie die alten Holzfenster sind, dringt kaum noch der Verkehrslärm in die Räume. Die Bäder sind mit dunklen Effekt-Fliesen ausgestattet, mit barrierefreien Duschen, Handtuchheizkörpern und italienischen Armaturen im nostalgischen Stil. Sie entsprechen damit modernsten Standards. Wasseranschlüsse gibt es vorsorglich in nahezu allen Räumen. Auch die elektrischen Installationen wurden erneuert. Kabel-TV und Internetanschlüsse gibt es vom Keller bis ins Dachgeschoss. Eine moderne Gasheizung wartet im Keller auf ihre Inbetriebnahme.

Schmiedeeiserner Zaun

Im Außenbereich wurde neben der Haustür noch eine zusätzliche Einfahrt geschaffen, um nicht weiter auf die Durchfahrt durchs Peter-Kaiser-Gelände angewiesen zu sein. Einfahrt und Hof hinterm Haus sind gepflastert und das Gebäude ist durch einen schmiedeeisernen Zaun eingesäumt.

Parkplätze für 30 Autos

Hinter dem Haus stehen nach Angaben des Investors bei Bedarf Parkflächen für bis zu 30 Autos zur Verfügung. Abends wird das Areal von schmiedeeisernen Laternen erleuchtet. Die restliche Fläche soll noch angelegt und wieder begrünt werden. Somit stehe aktuell einer Nutzung jedweder Art nichts mehr im Wege, sagt der Investor. Ob privat, geschäftlich oder auch gastronomisch – alles sei denk- und machbar. Interessenten und Verhandlungen gebe es bereits. Nur an die kuwaitischen Investoren, die in Pirmasens schon ganze Wohnblocks aufgekauft haben, an die möchte er das Haus nicht verkaufen, sagt Octav Samoila.

Zu den Kosten der Sanierung will der Geschäftsmann keine Angaben machen. Sie sei teurer geworden als ursprünglich geplant, aber die Gesamtkosten blieben unter einer Million Euro. Im sechsstelligen Bereich habe man kostentechnisch allerdings auch nur deshalb bleiben können, weil viele Elemente für die Renovierung in Rumänien und Moldawien gefertigt wurden.

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