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Donnerstag, 11. August 2016 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Top Gun über der Südwestpfalz

Zweibrücken: Rundflüge mit einem Düsenjet auf dem Flughafen – Kosten: 2600 Euro für 20 Minuten

Mit dieser L 39 „Albatros“ können Mutige von Zweibrücken aus als Kopilot mitfliegen. ( Foto: Steinmetz)

Ab dem Zweibrücker Flughafen sollen nicht nur bald Rundflüge mit den berühmten „Rosinenbombern“ aus der Nachkriegszeit starten. Wer es weniger beschaulich mag – und einen dickeren Geldbeutel hat – kann seit etwa einem Jahr von Zweibrücken aus als Kopilot in einem richtigen Militär-Jet abheben.

 

Das ungewöhnliche Angebot stammt von dem Züricher Unternehmen MiGFlug & Adventure. Es bietet allen, die sich einmal wie ein richtiger Kampfpilot fühlen möchten, 20- und 30-minütige Erlebnis-Flüge ab Zweibrücken in Richtung Eifel an – inklusive Loopings, Rollen, Immelmann-Manövern und Tiefflug-Abschnitten.

Mitfliegen darf man in der L 39 „Albatros“, dem einstrahligen Standard-Trainingsjet des einstigen Warschauer Pakts. 3700 Pfund Schub, eine Anfangssteiggeschwindigkeit von 22 Meter pro Sekunde, und 800 Kilometer Sturzgeschwindigkeit lauten die technische Daten des zwölf Meter langen Kampfflugzeugs mit ziviler Registrierung. Knapp drei Stunden Einweisung gehört zum Programm.

Ganz billig ist der Spaß aber nicht: gute 2600 Euro werden für 20 Minuten Hobby-Kampfflug fällig, 3800 Euro für eine halbe Stunde. Ein Stückchen selber fliegen, sei es in großer Höhe, ist drin; individuelle Anpassungen, Hotelbuchung und Anreise-Organisation kosten extra.

Kein Wunder, dass die Nutzer bisher überschaubar sind. „Eine zweistellige Zahl“ nennt Philipp Schaer, Geschäftsführer und einer der beiden MiGFlug-Gründer, als jährliche Kunden-Größenordnung für Zweibrücken. Dennoch bezeichnet Schaer die Nachfrage als „lebhaft“.

Und warum ausgerechnet ab Zweibrücken? „Eine US Air Base aus der Zeit des Kalten Kriegs“ lautet das erklärende Stichwort auf der Internet-Seite des Unternehmens. Besonders authentisch sei das Angebot mithin, und außerdem wochentags wie auch am Wochenende verfügbar. Kein Wunder, ist die Startbahn doch meistens verwaist. „Wir waren zwischen 2010 und 2012 schon einmal hier“, ergänzt Philipp Schaer. Die Erfahrungen vor Ort seien gut; die Zusammenarbeit mit lokalen Firmen funktioniere. Um welche Firmen es konkret geht, sagt er nicht.

Seine seit 2004 bestehende Firma sei „mehr oder weniger“ weltweit tätig, biete in Russland sogar Überschall-Flüge mit der MiG-29 an oder in Kanada mit der Lockheed T-33. In Deutschland stehe neben Zweibrücken nur Paderborn im Katalog.

Genutzt werde das Angebot vor allem von Männern um die 35 und von der Altersgruppe 45 bis 60, informiert Schaer weiter. Sein bislang ältester Kunde sei 97 Jahre alt gewesen. Die Flugzeuge gehörten privaten Sammlern, Clubs oder Museen, in einigen Fällen auch dem Militär. Der militärische Hintergrund oder die frühere Bewaffnung spielt bei MiGFlug keine Rolle.

 

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