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Montag, 02. Dezember 2019 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Südwestpfalz: Einbruchserien im Südosten des Landkreises

Von Christian Clemens

Gleich mehrmals haben Einbrecher am Wochenende in Fischbach, Ludwigswinkel und Nothweiler zugeschlagen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang.

Gleich mehrmals haben Einbrecher am Wochenende in Fischbach, Ludwigswinkel und Nothweiler zugeschlagen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang. (Symbolfoto: dpa)

Die Adventszeit – vielerorts stimmt man sich auf die Weihnachtszeit ein, Lichter und Kerzen erhellen manche Fenster, während es immer früher dunkel wird. Doch diese Dunkelheit nutzen auch Einbrecher, um in Wohnungen und Häuser einzudringen. Am Wochende gab es in Fischbach, Ludwigswinkel und Nothweiler gleich mehrere Fälle. Womöglich waren dieselben Täter am Werk.

Jeweils drei Einbrüche ereigneten sich zwischen Freitag und Sonntag. In der Nacht auf Samstag waren die Einbrecher laut Polizei in Fischbach unterwegs. In der Daniel-Theysohn-Straße hebelten die Unbekannten ein Kellerfenster auf, in die Wohnung gelangten sie jedoch nicht, weil der Zugang durch eine massive Metalltür versperrt war. Daraufhin kletterten sie auf den Balkon, warfen eine Scheibe ein und durchwühlten die Wohnung. Ob etwas gestohlen wurde, steht noch nicht fest. In der Hauptstraße versuchten die Täter, die Terrassentür einer Ferienwohnung aufzuhebeln, was dort ebenso misslang wie an einem Wohnhaus in der Rosenstraße, teilte die Polizei mit. Sie schätzt, dass sich die Taten zwischen 17.30 und 1.30 Uhr ereignet haben. Wie Werner Häfner, Sprecher der Polizeiinspektion Pirmasens, bestätigt, gehen die Beamten davon aus, dass alle drei Taten auf das Konto derselben Gruppe gehen. Drei Einbrüche in einem kleinen Ort am selben Abend, die nichts miteinander zu tun haben – das wäre ein großer Zufall, so Häfner.

Dieselben Täter in Ludwigswinkel?

Und so liegt der Verdacht nahe, dass es eben diese Gruppe war, die von Samstag auf Sonntag in Ludwigswinkel und Nothweiler zugeschlagen hat. In Ludwigswinkel wurde laut Polizei in der Bitscher Straße zwischen 17.30 und 21.30 Uhr ein Küchenfenster im Erdgeschoss eines Wohnhauses aufgehebelt und Schmuck gestohlen. Der Wert des Schmucks dürfte im vierstelligen Bereich liegen. Zwischen 15.30 und 23.30 Uhr schlugen Unbekannte zudem das Terrassenfenster im rückwärtigen Teil eines Hauses in der Hügelstraße ein. Erneut erbeuteten die Täter Schmuck. Wieder lag der Wert laut Polizei im vierstelligen Bereich. Zwischen 1.45 und 10 Uhr scheiterten Unbekannte dann beim Versuch, die automatische Eingangsschiebetür eines Hotels in Nothweiler aufzuhebeln. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit den Taten in Ludwigswinkel.

Polizei registriert Häufung

Es könne sein, dass sich eine Gruppierung diese Ecke des Landkreises vorgenommen hat, bestätigt Häfner. „Das häuft sich aktuell massiv“, so der Polizeisprecher. Daher würden auf höheren Ebenen Gespräche geführt, wie man dagegen vorgeht. Die Polizei sichere vor Ort Spuren, befrage die Nachbarschaft. Eventuell können so Rückschlüsse darauf gezogen werden, ob es sich um dieselben Täter handele. In den vergangenen Jahren sei die Anzahl an Wohnungseinbrüchen stetig zurückgegangen. Im vorangegangenen Quartal waren sie sogar auf einen Tiefstwert gesunken, so Häfner. Umso deutlicher werde daher die aktuelle Serie wahrgenommen. Gerade in der Vorweihnachtszeit komme es aber immer wieder vermehrt zu Einbrüchen. Die Häufung in einem bestimmten Bereich sei allerdings auffällig.

Denn die Einbrüche vom Wochenende waren nicht die einzigen im Südosten des Kreises: Am Freitag, 8. November, hatten Unbekannte beispielsweise an zwei Häusern in Petersbächel zugeschlagen. Ob es sich dabei um dieselben Täter handelt, ist offen. Zumindest für den Einbruch in ein Fahrradgeschäft in Bundenthal in der Nacht auf Samstag, 23. November, scheint das unwahrscheinlich zu sein. Die Unbekannten stahlen etliche hochwertige Bikes. Der Schaden: über 200.000 Euro. Aufgrund des Vorgehens und der Menge an Diebesgut dürften es in diesem Fall aber wohl andere Täter gewesen sein, schätzt die Polizei. Hatten es die Einbrecher doch sonst auf Wohnungen abgesehen.

Hausbesitzer überrascht vermutlich Einbrecher

So auch in Erfweiler: Am Freitag war der Polizei gemeldet worden, dass es dort in den vergangenen Wochen ebenfalls Einbruchsversuche gab. Im Neubaugebiet „Große Äcker“ hatten zwei Wohnungsbesitzer erst Ende vergangener Woche Hebelspuren an Türen auf den Rückseiten der Gebäude entdeckt. Einer der Hausbesitzer hatte die Täter laut Polizei wohl gesehen. Am Dienstag, 12. November, war der Mann von 18 bis 18.30 Uhr aus dem Haus gewesen. Als er zurückkam, sah er einen dunkel gekleideten Mann an seiner Haustür stehen, der versuchte, ins Innere des Hauses zu schauen. Ein weiterer Mann kam aus dem hinteren Bereich des Grundstückes. Der Hausbesitzer sprach die Männer an, doch die gingen davon. Zwei weitere Männer, ebenfalls dunkel gekleidet, gesellten sich dazu. Wie die Polizei mitteilte, hatte einer ein Handy in der Hand. Sie gingen in Richtung Ortsausgang (K39, Dahn-Reichenbach) davon.

Ein weiterer Einbruch ereignete sich zwischen vergangenem Freitag, 15 Uhr, und Samstag, 16 Uhr, in der Bahnhofstraße in Hauenstein. Unbekannte Täter hebelten laut Polizei die Wohnungstür im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses auf. Gestohlen wurde eine Spardose mit 150 Euro Münzgeld. Der Schaden an der Tür beläuft sich auf 200 Euro.

Polizei: Nachbarn sollten wachsam sein

In allen Fällen – ob ein Zusammenhang besteht, ist nicht bewiesen – bittet die Polizei die Bevölkerung um Hinweise. Es komme immer wieder vor, dass Zeugen beispielsweise ein Auto sehen, gegenüber der Polizei aber weder Fahrzeugtyp noch Kennzeichen nennen können. Das helfe den Beamten allerdings sehr bei ihren Ermittlungen, betont der Polizeisprecher. „Wenn jemand nachts um 23 Uhr einen lauten Knall in der Nachbachbarschaft gehört hat, kann das ein Hinweis auf die Tatzeit sein“, nennt Häfner ein Beispiel für hilfreiche Hinweise.

Kontakt

Wer im Zusammenhang mit den Einbrüchen in den vergangenen Wochen Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Kriminalinspektion Pirmasens unter Telefon 06331/5200 oder per E-Mail an kipirmasens@polizei.rlp.de zu melden.

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