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Mittwoch, 05. Dezember 2018 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Spaß beim Kopfzerbrechen

Das Institut für Mathematik der Universität Landau hat etwas Neues: die Prima-Lernwerkstatt. Kinder können dort die Welt der Mathematik spielerisch erkunden. Studierende finden ein Materialparadies vor, in dem sie praxisnahe Lehrerfahrungen sammeln können. In der Werkstatt haben alle ihren Spaß.

Von Barbara Swojanowsky

In der Lernwerkstatt erklärt Katharina Bitzer den Kindern, wie Tangram funktioniert.

In der Lernwerkstatt erklärt Katharina Bitzer den Kindern, wie Tangram funktioniert. ( Foto: van)

«Landau.»Helena dreht das kleine Dreieck in ihren Händen. Sie dreht es noch einmal, legt es an ein Viereck auf ihrem Tisch und freut sich. Geschafft – die erste Figur hat die Siebenjährige gemeistert. Zusammen mit anderen Kindern verbringt sie ihren Nachmittag in der Prima Lernwerkstatt der Uni Landau. Sie spielen das alte chinesische Legespiel Tangram, das aus verschiedenen geometrischen Formen besteht.

„Durch das Hantieren mit dem Material bekommen die Kinder einen aktiven und entdeckenden Zugang zur Geometrie“, erklärt Katharina Bitzer. Die Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Grundschullehrerin gehört zum Prima-Team, das von Universitätsprofessorin Stephanie Schuler geleitet wird. Schuler brachte die Idee vor zwei Jahren in ihrem Berufungsverfahren mit an den Campus. Gemeinsam mit Bitzer entwickelte sie ein Konzept für die Lernwerkstatt, die zur Arbeitsgemeinschaft Didaktik der Grundschulmathematik gehört.

„Bei uns sammeln Studierende von Anfang an praktische Erfahrungen, indem sie die Kinder betreuen, die an unseren Angeboten teilnehmen“, berichtet Bitzer. Die Lernwerkstatt, die in den ehemaligen Räumen des Hochschulprüfungsamtes im Westring untergebracht ist, gehört fest zum Mathemathikstudium und wird für Übungen und Seminare genutzt. Außerdem können die angehenden Lehrer Lehrmaterial erproben und beurteilen. Bitzer bezeichnet die Werkstatt als Materialparadies. Denn hier gibt es alles, womit Mathematik Spaß macht: Gesellschaftsspiele wie „Halli Galli“ oder „Fünfer raus“, Holzbausteine, Glitzerperlen, Tablet-Apps und vieles, vieles mehr. Die Schränke sind voll damit. „Wir möchten die Kinder Mathematik spielerisch erfahren lassen“, erklärt Bitzer.

Dafür hat sich das Prima-Team einiges einfallen lassen. Bei der Kinder-Uni gibt es zum Beispiel Nachmittagsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen. Unter dem Motto „Top Secret! - Auf den Spuren verschlüsselter Informationen und geheimer Codes“ erfahren Schüler zwischen acht und zwölf Jahren, wie schon Caesar Geheimbotschaften versenden konnte. Außerdem lernen sie, wie Texte mit verschiedenen Codier- und Verschlüsselungssystemen unleserlich gemacht werden können. „Die Schüler lernen Muster zu erkennen und anzuwenden. Das ist Mathematik,“ sagt Bitzer.

Darüber hinaus lädt das Team Lehrer und ihre Schulklassen vormittags dazu ein, in der Lernwerkstatt den Matheunterricht einmal anders zu erleben. Und in den Schulferien bietet Prima Ferienkurse an – ein Betreuungsangebot für Kinder, wie es das auch schon in der Zoo-Schule gibt. „Einmal im Jahr begrüßen wir zukünftige Schulanfänger und ihre Erzieher bei unserem Mathelino-Tag“, ergänzt Bitzer. Der Mathelino-Tag wird im Projekt Campus-Schule angeboten und umfasst eine Vorlesung sowie die spielerische Erkundung des Fachs.

Wie spielerisches Erkunden funktioniert, zeigt Greta. Die Zehnjährige löst Tangram-Aufgaben auf dem Tablet. „Ich knoble gerne. Es macht mir Spaß, mir meinen Kopf zu zerbrechen“, berichtet sie. Und Tommo ist zur Kinder-Uni in der Lernwerkstatt gekommen, weil „Mathe genau sein Ding ist“. Mathe ist auch ihr Ding: Studentin Nora Bingenheimer hat Prima mitaufgebaut. Inzwischen betreut sie mit anderen Studierenden die Kinder. Sie sagt: „So viel kann man uns im Seminar gar nicht vermitteln, wie man hier lernen kann. Theorie und Praxis werden wunderbar miteinander verbunden. Und die Kinder haben auch etwas davon.“

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