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Freitag, 22. März 2019 Drucken

Pirmasens: Kultur Regional

„Psychologie eines Liebespaares“

Interview: Schauspielerin Anja Kleinhans über das Stück „Love Letters“ – Samstag auf der Rodalber Bühne

Anja Kleinhans

Anja Kleinhans ( Foto: Kleinhans)

Die Schauspieler Anja Kleinhans und Christian Birko-Flemming vom Theader Freinsheim gestalten das literarische Gastspiel „Love Letters“ am Samstag, 23. März, 20 Uhr, im Kultursaal des Rodalber Dr.-Lederer-Hauses. Über das Stück sprach Hans Heinen mit Anja Kleinhans.

„Love Letters“ läuft im Theader Freinsheim schon länger. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Wir haben bisher nur sehr positive Erfahrungen mit diesem Stück gemacht, sei es in den Aufführungen in unserem heimischen Theaterturm in der Freinsheimer Stadtmauer oder unseren zahlreichen Gastspiele damit. Die Zuschauer sind stets sehr berührt von der Geschichte und angetan von der Dichte, die diese Form der gelesenen Inszenierung mit sich bringt.

 

Was macht den Reiz dieses Stücks des Literaturprofessors und Autors Albert R. Gurney aus?

Es ist ein Literaturstück, sehr fein in der zwischenmenschlichen Psychologie des Liebespaares. Es kommt besonders gut zur Geltung, in dem es – wie vom Autor eindeutig gewünscht – an zwei nebeneinanderstehenden Tischen gelesen und nicht „ver“spielt wird. Das Werk war für den Pulitzer Preis nominiert und wurde unzählbar an großen und kleinen Bühnen in der ganzen Welt regelrecht gefeiert, eben weil es auf Grund seiner einerseits darstellerischen Schlichtheit und andererseits sprachlich so scharfsinnigen Prägnanz ganz einfach sehr berühren kann.

 

Das Stück ist also ein Schauspiel mit zwei Rollen, die gelesen werden?

„Love Letters“ ist und muss – von Autor und Verlag so vorgeschrieben – unbedingt ein gelesenes Schauspiel von Liebesbriefen sein, oder anders ausgedrückt eine gespielte Lesung von Briefen, die eine sich sehr spannend aber auch tragisch und berührend entwickelnde Liebesbeziehung erzählen, da das Stück nur in dieser Form seinen vollen literarischen Reiz entfalten kann.

 

Gurney gilt als Autor der Off-Broadway-Szene. Was ist darunter zu verstehen?

Auf dem Broadway finden die großen Mammon-Projekte für Tourismus und Prestige statt, hochkarätig besetzt und mit viel Glanz und Gloria. Die Kunstszene in New York hat aber natürlich abseits der Hauptmeile noch viel mehr und viel facettenreichere Schätze zu bieten als der vordergründige Mainstream – so wie das in jeder anderen Stadt auch ist. Da gibt es die großen National- und Stadttheater, die mit viel Geld ausgestattet sind, und da gibt es die große, bunte und viel variantenreichere Kunst- und Kulturszene außerhalb dieser großen Einrichtungen, die auch freie Szene oder im Theaterbereich eben Off-Theater genannt werden. Für die Off-Broadway-Produktionen gilt sicherlich, dass sie oftmals inhaltlich auch mehr in die Tiefe gehen, als das die Großprojekte tun können, die in erster Linie auf die gemeine Gefälligkeit zielen müssen. Und Gurney ist eben ein wichtiger Vertreter dieser bedeutenden und tiefsinnigeren Kunstszene außerhalb der leuchtenden Hauptstraße.

 

Die Aufführung stellt an die Schauspieler ungewöhnliche Anforderungen, wenn sie das Publikum in den Bann der Geschichte ziehen und es dort halten wollen?

Das Ungewöhnliche ist einfach nur, dass wir wenig großräumige körperliche Bewegung auf der Bühne vollführen. Innerlich müssen wir uns genauso bewegen wie in jedem anderen Schauspiel auch. Dass es mit der Spannung und dem Halten des Publikums funktioniert, liegt in der Hauptsache daran, dass diese gelesene Spielform ob des hervorragend von Gurney geschriebenen Stückes eben funktioniert. Es macht uns Schauspielern darum ebenfalls sehr viel Freude, diese Entwicklung der beiden Protagonisten lesend zu durchleben.

 

Es geht um eine anrührende, unerfüllte Liebesbeziehung mit starker atmosphärischer Wirkung in Briefen. Wie schafft es die Regie, dieses Stück packend in Szene zu setzen?

Es hat sicherlich etwas mit sich völlig auf die Texte einlassen zu tun aber vielleicht auch mit einer Lichtidee, die wir während des Probens hatten. Doch diese sei vorab nicht verraten.

 

Worauf soll sich das Rodalber Publikum beim Gastspiel am Samstag einstellen?

Auf einen sehr schönen und feinen Theaterabend mit einer intensiven und berührenden Liebes- und Lebensgeschichte von zwei sich ziemlich unterschiedlich entwickelnden Menschen, die sich dennoch stets tief verbunden bleiben.

Infos

Karten für das Gastspiel im Rodalber Dr.-Lederer-Haus gibt es für 13,50 Euro in Rodalben im Vorverkauf in der VR-Bank, im Café Flory und bei der Tourist-Info im Rathaus, Telefon 06331/234180.

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