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Montag, 04. Juni 2018 Drucken

Pirmasens

Pirminius in Pirmasens allgegenwärtig

Stadtführung beschäftigt sich mit dem Heiligen und der Kirche St. Pirmin

Von Maria Starck

Gästeführerin Ursula Neubauer (blaue Weste) geht mit Interessierten auf die Suche nach Spuren des Heiligen Pirminius, hier auf dem Schlossplatz mit der Pirminiuskirche im Hintergrund.

Gästeführerin Ursula Neubauer (blaue Weste) geht mit Interessierten auf die Suche nach Spuren des Heiligen Pirminius, hier auf dem Schlossplatz mit der Pirminiuskirche im Hintergrund. ( Foto: Buchholz)

Nach Pirminius sind neben der Stadt selbst auch eine Kirche, eine Straße, eine Schule und eine Werkstätte benannt, zeigte Gästeführerin Ursula Neubauer bei der Stadtführung am Samstag unter dem Motto „Die Stadt des Pirmin, 65 Jahre Grundsteinlegung St. Pirmin“ die Bedeutung des Heiligen für die Stadt auf.

Pirminius wurde von dem Alemannen Zinslas auf die Insel Reichenau im Bodensee gerufen, um dort im Jahr 724 ein Kloster zu gründen und Bildung und Kultur zu bringen. Als er mit dem Boot auf die Insel übersetzte, ergriff alles Getier die Flucht, so die Legende. Von Fürst Wernharius wurde er in die Gegend von Hornbach gerufen, wo er ebenfalls ein Kloster gründete und 753 starb. Der Klosterhof Pirminiseusna, aus dem 1000 Jahre später Pirmasens entstand, gehörte damals zum Kloster Hornbach.

In der Kaffeegasse verwies die Gästeführerin auf den Gegensatz zwischen dem kleinen renovierten Häuschen Nummer 12 und der riesigen Schuhfabrik Kopp und auf die Altstadt, den Ursprung der Stadt. Weiter ging’s zum Nardini-Brunnen mit dem streng blickenden Paul Josef Nardini, der gegen alle Widerstände 1855 in Pirmasens den „Orden der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“ gründete und sich um vernachlässigte Kinder, Alte, Kranke und Arme kümmerte. Davon kündet das Nardini-Mosaik neben den Klostertreppen, das ihn mit fröhlichen Kindern zeigt.

Vor der Kirche St. Pirmin blickt der Heilige mit Bischofsstab und segnenden Händen über die Stadt und eine Schlange flüchtet vor seinem Fuß. Das Denkmal schuf der Bildhauer Karl Nuding. Die neugotische Kirche St. Pirmin wurde bei den Bombenangriffen 1944 und 1945 bis auf Teile der beiden Türme und der seitlichen Mauern zerstört und 1953 wieder aufgebaut, aber ohne Querschiff und mit kürzeren Türmen.

In der Vorhalle aus rotem Sandstein ist auf einem Mittelpfeiler aus hellem Muschelkalk Christus als Gekreuzigter und guter Hirte mit einem Lamm auf seinen Schultern, dem Zeichen des Leidens und des Sündenbocks, dargestellt. Die beiden Tympanone links und rechts zeigen zwei Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament: Die Szene, wie Abraham seinen Sohn Isaak opfern soll, steht für Gehorsam. Die Szene von der Rückkehr des verlorenen Sohnes für den liebevollen Vater, erklärte Neubauer.

Im Inneren der Kirche wird in einem Schrein hinter Glas ein Schädelknochen des Heiligen Pirminius als Reliquie verwahrt und von Schlangen aus Metall bewacht. Die beiden Säulen mit Kapitellen neben der Empore blieben aus der alten Kirche erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte im Innern schlichter, aber mit bunten Fenstern. Die fünf neuen Glocken läuteten 1956 zum ersten Mal. Neben dem Chor und über dem Eingang befindet sich je eine Nardini-Statue. Außerdem wird eine Elle Nardinis als Reliquie verwahrt.

Nardini, der neben der Stadt noch 22 Dörfer zu Fuß als Pfarrer betreute und am 27. Januar 1862 mit 40 Jahren an einer Lungenentzündung starb, wurde 2006 selig gesprochen.

Das Deckengewölbe der Kirche zeigt die Klostergründungen auf der Reichenau und in Hornbach und in der Mitte Pirmasens. Die Kreuzwegstationen und die Bilder aus dem Leben Christi an den Wänden stammen noch aus der alten Kirche.

Zum Abschluss ging die Stadtführung noch in die Nardini-Kapelle zur Grabstätte Nardinis.

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