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Freitag, 27. Januar 2017 Drucken

Kreis Südwestpfalz

Kleiderkammer „anziehend“ nun auch offiziell eröffnet

DAHN: Verbandsgemeinde beteiligt sich an Finanzierung – Hilfsbereitschaft ist überwältigend – Syrer im 15-köpfigen Team unterstützt bei Sprachproblemen

Gefüllte Regale, gefüllte Räume: Gute Stimmung herrschte bei der Eröffnung der Kleiderkammer „anziehend“, die Kolping-Vorsitzender Harald Reisel (vorne rechts) zusammen mit Pfarrer i. R. Erich Schmitt, Präses der Kolpingfamilie (im Hintergrund sitzend), und vielen Helfern beging. ( Foto: Petra Würth)

Die Kleiderkammer in der Pirmasenser Straße wurde unter dem Namen „anziehend“ mit einer kleinen Feierstunde offiziell eröffnet. Ab jetzt wird jeden Donnerstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein.

 

„Was lange währt, wird endlich gut: Wenn das stimmt, muss das hier sehr gut werden“, kommentierte Verbandsbürgermeister Wolfgang Bambey die lange Vorlaufzeit bis zur tatsächlichen Eröffnung. Bambey dankte allen Beteiligten, vor allem den Ehrenamtlichen, die ihren Tatendrang so lange zügeln mussten. Die Kleiderkammer erfülle eine gesellschaftliche Aufgabe, deshalb sehe er es als richtig an, dass die Verbandsgemeinde sich finanziell beteilige.

Die Kleiderkammer läuft unter der Regie der Dahner Kolpingfamilie. Der Vorsitzende Harald Reisel gab einen Überblick über die Entwicklung seit Mai 2015, nachdem klar war, dass die Kleiderkammer in Busenberg schließen werde. Nach einem RHEINPFALZ-Artikel, in dem Helfer für die Kleiderkammer gesucht wurden, habe ihn Bambey angerufen und signalisiert, dass die VG die Finanzierung übernehmen werde, wenn Kolping sich darum kümmert. Reisel sei auf die Suche gegangen. „Ich habe nach Räumen geschaut, in die wir schnell einziehen können und bei denen wenig zu renovieren war, denn ich habe zwei linke Hände. Heute weiß ich, ich hätte wohl besser nach Parkplätzen und Fluchtwegen geschaut“, sagte Reisel scherzend. Er nahm damit Bezug auf den langwierigen Genehmigungsprozess, den die Nutzungsänderung der Räume nach sich gezogen hatte. Viele potenzielle Vermieter seien sehr zurückhaltend gewesen, beim Ehepaar Zwick, in dessen Haus sich die Kleiderkammer nun befinde, sei er auf offene Ohren gestoßen.

Überwältigend sei die Hilfsbereitschaft gewesen, die man erlebt habe. Von Kleiderspenden über Regale und die Drucksachen, die Uschi Blank kostenlos zur Verfügung gestellt habe, bis hin zum 15-köpfigen Team, das die Öffnungszeiten abdecke, sortiere, putze und aufräume. „Hier engagieren sich Christen beider Konfessionen. Das finde ich toll, wie hier zusammengearbeitet wird“, betonte Reisel. Neu im Team ist Sofi, ein Syrer, der seit vier Monaten in Dahn lebt. Er will sich in der Kleiderkammer engagieren. Damit dürften sich die Sprachprobleme auf ein Minimum beschränken, so Reisel.

Lange sei diskutiert worden, zu welchem Preis man die Kleider abgeben solle. Schließlich habe man sich darauf geeinigt, dass man pro Stück eine Spende von einem Euro erwarte, sagte Reisel. An der Wand gebe es eine Pinnwand, auf der Gesuche und Angebote für größere Dinge wie Möbel angebracht werden können.

Pfarrer i.R. Erich Schmitt, Präses der Kolpingsfamilie Dahn, segnete die Einrichtung. Hierbei gehe es nicht darum, dass die Kirche irgendetwas in Beschlag nehme, sondern man bitte um den Segen Gottes. Auf dass die Kammer zu einem Segen für die Menschen werde, die hierherkommen, sagte Schmitt. Musikalisch umrahmte Clemens Nikolaus die Feier mit Gitarre und Mundharmonika.

Die Kleiderkammer

—Dahn, Pirmasenser Str. 20, gegenüber der Jungfernsprung-Apotheke

—Öffnungszeiten: Donnerstag, 10 bis 18 Uhr (außer an Feiertagen)

—Kleiderspenden können während der Öffnungszeiten abgegeben werden. Angenommen werden saubere und gut erhaltene Oberbekleidung (keine Unterwäsche), Kinderschuhe bis Größe 35, Mützen und Schals, Kinderbücher. Nicht angenommen werden Schuhe für Erwachsene, Bettwäsche, Decken, Kissen, Taschen, Möbel, Spielzeug, Geschirr, Kindersitze. Angebote und Suchanfragen für diese Dinge können auch über E-Mail abgegeben werden: kolpingsfamilie-dahn@gmx.de.

 

 

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