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Donnerstag, 10. Januar 2019 Drucken

Pirmasens: Kultur Regional

Kino-Stichwort: Robin Hood

Wer war Robin Hood, der „König der Diebe“ und Held von etwa 40 Filmen? „Robin Hood“ war ein frühmittelalterlicher englischer Spitzname für einen Gesetzesbrecher, der möglicherweise auf den Outlaw William Robehod zurückging; die Bezeichnung tauchte ab dem 13. Jahrhundert mehrfach in Balladen auf. Später fungierte er unter anderem auch als schottischer Freiheitskämpfer. In der Balladensammlung „Gest of Robyn Hood“ ist er ein Räuberhauptmann und Sozialrevolutionär, der nur Reiche und Klöster beraubt und Frauen und Kinder beschützt. Er kämpft gegen den Klerus, ist aber sehr fromm und verehrt die Jungfrau Maria.

Er lebt mit seinen Getreuen, den „merry men“ Little John, Bruder Tuck und Will Scarlett, als Geächteter in den Wäldern von Sherwood Forrest; sein Hauptgegner sind der Sheriff von Nottingham und der Abt des Benediktinerklosters St. Mary’s.

Neben Dichtern haben sich früh auch Historiker mit der Legende befasst. Man vermutete in Robin Hood zum Beispiel den Anführer einer Schar von Angelsachsen, die im 11. Jahrhundert gegen die normannischen Eroberer kämpften; einen Zeitgenossen von Richard Löwenherz im 12. und 13. Jahrhundert, oder sah die Figur als die Weiterentwicklung eines Waldgeist-Mythos. In jüngsten Forschungen wird behauptet, er sei schwul gewesen.

Die Legende des mittelalterlichen Superhelden wurde mit dem Aufkommen des Buchdrucks im 15. Jahrhundert durch Flugschriften weiterverbreitet. Es gab zum Beispiel als Teil des bäuerlichen Maifestes Robin-Hood-Spiele, bei denen erstmals Maid Marian auftauchte. Die Spiele wurden aus Angst vor Aufständen oft verboten. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Robin-Hood-Opern komponiert, und 1912 tauchte der englische Volksheld erstmals im Stummfilm auf. Die berühmtesten filmischen Robin-Hood-Verkörperungen stammten von Douglas Fairbanks im Jahre 1922 und Errol Flynn 1938. Weitere namhafte Robin Hoods waren Sean Connery, Kevin Costner und Ridley Scott; zu den komischsten zählen Mel Brooks, John Cleese und Otto Waalkes. |chy

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