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Donnerstag, 21. Januar 2016 Drucken

Pirmasens

Kein Platz, keine Messe

Soll neuen Namen erhalten und neue Inhalte: die Hageha. ( ARCHIVFOTO: SEEBALD)

Die „Hageha“ ist Vergangenheit. Eine Verbrauchermesse unter diesem Namen wird es in Pirmasens nicht mehr geben. Stattdessen plant das Agenturhaus Lübeck für Herbst 2017 eine Verbrauchermesse mit neuem Namen, neuem Konzept und neuem Auftritt.

Seit Monaten hatte der Messeveranstalter, das Agenturhaus in Lübeck, eine Entscheidung der Stadtverwaltung angemahnt, in welchen Hallen die Messe für Handwerk, Gewerbe und Handel (Hageha) vom 10. bis 13. November stattfinden könnte. Gestern kam die Absage der Messe. „Nach eingehender Prüfung und sorgfältiger Abwägung“ seien das Agenturhaus und die Stadtverwaltung als Mehrheitsgesellschafter der Messe Pirmasens GmbH zu der übereinstimmenden Auffassung gekommen, „dass die notwendigen Investitionen zur Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur nicht in ausreichendem Maße wirtschaftlich tragfähig sind“, hieß es in der Mitteilung. Stattdessen soll es im Herbst 2017 eine neue Verbrauchermesse geben, mit anderem Namen, anderem Konzept und anderem Auftritt.

Mit dem Namen „Hageha“ habe der Verbraucher eine große Messe mit vielen Hallen und Gebäuden verbunden, „das können wir nicht mehr leisten“, sagte Margit Metzger, Leiterin der Pirmasenser Geschäftsstelle des Agenturhauses. Aber ganz wegfallen soll die Verbrauchermesse auch nicht. Agenturhaus-Geschäftsführer Martin Schmidt kündigte an, das Konzept der Ausstellung grundlegend zu überarbeiten – unter „Berücksichtigung der räumlichen Gegebenheiten“.

Es waren diese „räumlichen Gegebenheiten“, die zur Absage der geplanten Hageha 2016 geführt hatten. Zum einen sind die vorhandenen Flächen auf dem oberen Messefreigelände nicht ausreichend dimensioniert, um darauf eine entsprechende Anzahl mobiler Hallen aufstellen zu können. Zum anderen wären Investitionen im hohen fünfstelligen Bereich notwendig, um in den Hallen 5 und 6 der D-Ebene die Voraussetzungen für eine Verbraucherausstellung zu schaffen. Zu teuer, befand die Stadt. Dem stünden zudem Einnahmeausfälle durch bereits vorhandene und zukünftig geplante Dauervermietungen entgegen, die einen unverzichtbaren Deckungsbeitrag für die defizitäre Messe Pirmasens GmbH darstellen.

Ab April soll nun ein Konzept für eine „neue“ Verbrauchermesse erarbeitet werden. Vorstellbar sei ein Mehrthemenkonzept „unter einem Dach“, das neben den bisherigen Inhalten auch neue Themen integriert, sagte Schmidt. Mit dieser Zäsur solle auch eine namentliche Veränderung der Dachmarke einhergehen, so Schmidt, der die Verbundenheit zum Standort Pirmasens betonte. Ein Beirat, dem unter anderem Vertreter aus Handel, Gewerbe, Handwerk und Tourismus angehören, soll bei der Erarbeitung des Konzepts helfen. Gerade der Tourismus soll in Zukunft stärker vertreten sein. Den geplanten Messebeirat hält Agenturhaus-Chef Schmidt für eine der tragenden Säulen der geplanten Neuausrichtung. Nur mit einer engen Abstimmung mit führenden Persönlichkeiten der Region sei es möglich, die gewünschte Zielgruppenschärfe zu erarbeiten. Ein Ziel sei es, so Metzger, eine zeitgemäße Form anzubieten, die beispielsweise auch junge Unternehmen anspricht. „Sie könnten das Bild der Messe prägen und neue Ideen einbringen“, sagte Metzger.

Auch eine stärkere Regionalisierung sei denkbar – was wiederum Oberbürgermeister Bernhard Matheis freute. „Die Stadt Pirmasens begrüßt ausdrücklich die angekündigte strategische Neuausrichtung unter Einbeziehung regionaler Partner“, sagte er gestern. (pr)

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