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Montag, 15. Juli 2019 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Junge Spielerin, altes Kartenspiel

Gerade ist Lisa Fuhrmann Deutsche Schülermeisterin geworden – im Skat. Ihr Vater hat ihr das Spiel beigebracht und kümmert sich nun darum, dass sie an der Sportart dranbleibt, die nur noch wenige betreiben. Skat ist nicht nur Glückssache, sagt Fuhrmann. Man braucht auch Köpfchen.

von Lea Ochssner

Die 15-jährige Lisa Fuhrmann aus Maßweiler ist frischgebackene Deutsche Skat-Schülermeisterin – sie setzte sich gegen 74 Spieler durch.

Die 15-jährige Lisa Fuhrmann aus Maßweiler ist frischgebackene Deutsche Skat-Schülermeisterin – sie setzte sich gegen 74 Spieler durch. ( Foto: Moschel)

«Massweiler/MAXDORF.» Dreimal gewonnen und noch Geburtstag: Der 10. Juni war für die 15-jährige Lisa Fuhrmann aus Maßweiler, die für den SC Herz As Maxdorf antritt, ein besonderer Tag. Bei den Deutschen Schüler- und Jugend-Meisterschaften im Skat wurde sie Deutsche Schülermeisterin, setzte sich gegen 74 Spieler durch. Auch in der Mannschaftswertung gewann sie mit ihrem Team. Und zu guter Letzt erspielte sie als einzige Turnierteilnehmerin das bronzene Skatabzeichen.

Wie kommt man heutzutage als 15-Jährige zum Skatspielen? „Durch meinen Vater“, antwortet Lisa Fuhrmann. Er habe das Spiel damals den drei älteren Geschwistern beigebracht. „Da wollte ich dann auch mitspielen.“ Am Anfang war sie zu jung, konnte noch nicht rechnen. Ihr Vater Wolfgang Fuhrmann hat das Skatspielen noch im Dorf gelernt. „Sonntagmorgens nach dem Gottesdienst haben sich der Dorflehrer, mein Opa und mein Onkel getroffen, um Skat zu spielen. Da habe ich immer zugeschaut“, erinnert er sich. Dieses Wissen gab der Vater in den Urlauben, die Familie Fuhrmann mit dem Wohnmobil unternahm, an die Kinder weiter.

Lisas Vater war es dann auch, der vor drei Jahren auf den jährlich am 1. November stattfindenden Südwest-Schüler- und Jugend-Cup des SC Herz As Maxdorf aufmerksam wurde. „Da sind wir einfach mal zum Spaß hin“, sagt Fuhrmann. Das Talent der Familie fiel wohl auf, denn Christian Dammbrück, der damalige Jugendleiter des Skatverbands Rheinland-Pfalz/ Saarland, lud sie ein, sich dem Verein anzuschließen und damit auch an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen.

Badische Meisterschaft gewonnen

Gesagt, getan. Da es für die Deutschen Schüler- und Jugend-Meisterschaften keine Qualifikation gibt, spielten Lisa und ihre Geschwister Anna und Alexander schon 2017 ihre erste Meisterschaft. Lisa war auch auf anderen Turnieren und gewann im vergangenen Jahr die badischen Meisterschaften. „Aber wir wollen das nicht übertreiben“, sagt ihr Vater.

„Meine Freunde finden das eigentlich ganz cool“, meint Lisa. Aber es sei trotzdem schwierig, andere in ihrem Alter für Skat zu begeistern. „Heute hat jeder was Besseres zu tun, als sich irgendwo hinzuhocken und Karten zu spielen“, sagt die 15-Jährige . Für sie ist Skat ein toller Zeitvertreib, der viel Spaß macht. Und sie freut sich, auf den Turnieren die Bestätigung zu bekommen, dass sie auch gut darin ist. Neben dem Skat spielt die 15-Jährige, die die neunte Klasse der Integrierten Gesamtschule in Thaleischweiler-Fröschen besucht, Tennis und singt in drei Chören, die alle von ihrem Vater geleitet werden.

Skat-Training ist für Lisa eher Nebensache, wie sie zugibt. „Ich trainiere das nicht so sehr, nur ab und zu spiele ich eine Runde mit meinem Vater und meiner Schwester.“ Selbst das wird eher vom Vater angestoßen. Dass sie bei den Turnieren trotzdem Erfolge erzielt, liegt laut Wolfgang Fuhrmann daran, dass Lisa „ein bisschen Talent“ mitbringt, und auch, dass sie dort Ehrgeiz entwickele.

Die Frage nach dem Glück

Das Problem sei auch, dass es in der direkten Umgebung keinen Verein mit Jugendabteilung gebe. Herz As Maxdorf stehe in der Pfalz beim Thema Jugendarbeit fast alleine da, sagt Dammbrück, der inzwischen Jugendleiter für den gesamten Deutschen Skatverband ist.

Da freut sich Dammbrück über jeden jungen Skatspieler. Dass Lisa viel Ehrgeiz hat, berichtet er ebenfalls. „Bei den vergangenen Meisterschaften hätte sie schon gewinnen können, hat dann aber die letzten zwei Spiele verloren und ist nach hinten gerutscht. Das hat sie sehr gewurmt. Deshalb glaube ich, dass sie dieses Jahr mit der klaren Zielvorstellung gekommen ist zu gewinnen.“ Außerdem sehe man, dass sie durch das Spielen mit ihrem Vater eine gewisse Routine habe.

Und dann ist da noch die Frage nach dem Glück. „Da ist schon viel Glück dabei, was für Karten man bekommt“, findet Lisa. „Aber Denken und Logik spielen auch eine große und wichtige Rolle.“ Ihr Vater bestätigt das: „Wenn man gute Karten hat, kann man auch als mittelmäßiger Spieler gewinnen“, aber es komme eben auch auf die Strategie an und die Abwägung der Risikofaktoren.

Nächstes Jahr muss Lisa bei den Deutschen Meisterschaften bei den Jugendlichen (15 bis 17 Jahre) antreten. Dann gibt es 48 Spiele pro Vierertisch, und Lisa Fuhrmann wird zu den Jüngeren gehören. Das mache ihr aber keine Angst, eher vergrößere es noch ihren Ehrgeiz, meint die 15-Jährige.

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