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Samstag, 06. April 2019 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Junge Menschen fehlen

SÜDWESTPFALZ: Mit Familienfreundlichkeit kann der Landkreis richtig punkten. Für seine Zukunftsfähigkeit kassiert er dennoch keine gute Note in einer aktuellen Studie. Denn junge Menschen fehlen hier einfach.

Von Mechthild Treusch

Für Familien mit Kindern ist die Südwestpfalz ein guter Platz: Es gibt bezahlbaren Wohnraum, Betreuungs- und Freizeitangebote.

Für Familien mit Kindern ist die Südwestpfalz ein guter Platz: Es gibt bezahlbaren Wohnraum, Betreuungs- und Freizeitangebote. ( Foto: Seebald)

Es ist kein neues Thema: Die Bevölkerung im Landkreis altert, junge Menschen ziehen weg. Doch jetzt dokumentiert dies deutlich eine neue Studie, die sich mit der „demografischen Lage der Nation“ und der Zukunftsfähigkeit der Regionen beschäftigt. Dazu wurden verschiedene Kriterien aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und Familienfreundlichkeit bewertet und am Ende Schulnoten gebildet. Der Landkreis kommt dabei insgesamt auf die Note 3,88. Zum Vergleich: Die Nachbarkreise Südliche Weinstraße und Kaiserslautern-Land werden mit 3,28 und 3,68 benotet, die Städte Pirmasens und Zweibrücken mit 4,54 und 4,13.

Erst die gute Seite: Bei Familienfreundlichkeit liegt der Landkreis mit einer Gesamtnote 2,3 landesweit an der Spitze. Die Topnote 1 gab es dabei für die Verfügbarkeit von Wohnraum für Familien, eine 2 für die Ganztagsbetreuung von unter Sechsjährigen.

Differenzierter zeigt sich der Bereich Bildung (Gesamtnote 4). Hier gibt es zum einen die Note 2 für den geringen Anteil an Schulabgängern ohne Abschluss. Dem gegenüber steht eine 6 beim Indikator „Hochqualifizierte“: Nur 4,83 Prozent der Beschäftigten, die im Landkreis arbeiten, hatten 2017 einen akademischen Abschluss. Für die Macher der Studie ein Zeichen dafür, dass es verhältnismäßig wenig Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Wirtschaftsbereichen gibt. Ein schwacher Trost: Die Südwestpfalz steht nicht alleine da. Eine 6 haben etwa auch der Kreis Kaiserslautern und Kusel kassiert.

Eine große Spanne zeigt sich im Bereich Wirtschaft (Gesamtnote 4): Die geringe Arbeitslosenquote wird etwa mit 2 bewertet, die geringe Wirtschaftskraft hingegen mit 6, letzteres wie in Kusel und im Rhein-Pfalz-Kreis; für die kommunale Verschuldung gab es eine 4. Allerdings: Beim verfügbaren Haushaltseinkommen, bei Beschäftigung und Frauenbeschäftigung schneidet der Kreis mit der Note 3 gar nicht so schlecht ab.

Eindeutig ist das Bild, das sich im Bereich Demografie (Gesamtnote 4,5) ergibt: Hier zeichnet sich eine düstere Zukunft ab, legt man die Bewertungen der Studie zugrunde. Fünf von sechs Kriterien wurden mit der Note 5 bewertet: die Kinderzahl, der Anteil der unter 35-Jährigen an der Bevölkerung, der Anteil der über 74-Jährigen, die Prognose für die Bevölkerungsentwicklung sowie der Wanderungssaldo aus Zu- und Abwanderung in der Region. Nur ein Kriterium erhält hier ein „befriedigend“: die durchschnittliche Lebenserwartung der neugeborenen Kreisbewohner (2013 bis 2015). Für Pirmasens gab’s hier eine verheerende Note 6. Politik

Die Studie

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung/Nürnberg-Institut für Marktentscheidungen: Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind. www.berlin-institut.org/

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