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Dienstag, 19. März 2019 Drucken

Pirmasens: Kultur Regional

„Ich will nicht alles auf den Kopf stellen“

Für Peter Freiler, den neuen Leiter der Dahner Kreisgalerie, ist das Ausstellungshaus in der Schulstraße eine Institution. Am alten Konzept von Ausstellungen mit regionalen Künstlern und gelegentlichen Exkursen will Freiler festhalten, aber neue Akzente setzen. Ein Kuratorium soll gebildet werden, das über künftige Ausstellungen entscheidet.

Von Klaus Kadel-Magin

Bei Peter Freiler soll die ständige Sammlung in den Obergeschossen der Kreisgalerie mehr in den Mittelpunkt rücken.

Bei Peter Freiler soll die ständige Sammlung in den Obergeschossen der Kreisgalerie mehr in den Mittelpunkt rücken. ( Foto: Kadel)

Der früher im Bauamt der Kreisverwaltung mit Rechtsangelegenheiten beschäftigte Großsteinhausener Peter Freiler wechselte im November auf die Stelle, die sich um Kultur und Schulangelegenheiten des Kreises kümmert. Mit Freiler sitzt jetzt ein Kunstinteressierter auf dem Stuhl.

„Ich beschäftige mich sehr intensiv mit Malerei“, erzählt er. Wobei ihn früher mehr die Alten Meister interessierten, er der modernen Malerei aber nicht abgeneigt sei. In der Kreisgalerie sei er früher schon öfter gewesen, rein privat. Und die Institution in dem früheren Schulhaus findet er einfach toll. „Die Kreisgalerie ist ein Glücksfall für uns. Da brauchen wir uns nicht zu verstecken“, lobt Freiler die Aufbauarbeit, die seine Vorgängerin Elke Huber geleistet hat.

Peter Freiler will aber künftig die Auswahl der Künstler und das Rahmenprogramm von einem Kuratorium auswählen lassen. Wer das sein soll und wie das Kuratorium besetzt wird, sei noch offen. Noch in diesem Jahr soll das Gremium besetzt werden. Außerdem will er über die Art und Weise, wie Ausstellungen gemacht werden, nachdenken. „Ich will nicht alles auf den Kopf stellen. Das war nicht schlecht, was vorher gemacht wurde“, betont er. Ihm fehlt jedoch der Dialog über Kunst. Die Künstler sollten mehr Führungen machen oder zu einem Künstlergespräch einladen. „Der Künstler bietet dem Betrachter eine Kommunikation über seine Bilder an und möchte, dass seine Botschaft gelesen wird. Diese Kommunikation ist schwierig“, so Freilers Beobachtung, weshalb die Künstler öfter mal mehr über ihre Kunst reden sollten, als nur zehn Minuten bei der Vernissage.

Ein besonderes Anliegen sind Peter Freiler die ständigen Sammlungen, die im Obergeschoss der Kreisgalerie präsentiert werden. „Da muss sich was ändern“, findet Freiler. Hochwertige, alte Meister finden sich dort neben Heimatmalern. Die Sammlung Knörringer wird derzeit gar nicht gezeigt. Um die ständige Ausstellung mehr in den Fokus zu rücken, will Freiler persönlich dieses Jahr mindestens eine Führung dazu anbieten. „Das soll nicht hochwissenschaftlich sein“, meint Freiler.

Die Wechselausstellungen könnten auch mit Themenausstellungen beispielsweise zum Wasgau zusammengeführt werden. „Moderne Malerei zum Wasgau fände ich spannend.“ Überhaupt gefällt Freiler die Idee von Themenausstellungen, zu denen Künstler eingeladen werden.

Die bisherige Nutzung für Vernissagen und anschließend bleibt die Ausstellung meist ohne Führung einfach geöffnet, will Freiler auch ändern. Lesungen oder kleine Konzerte in den Ausstellungen könnten andere Besuchergruppen in die Kreisgalerie bringen. „Das würde ich gerne mit dem Kuratorium angehen. Man kann da einiges reinbringen und das Gebäude attraktiver machen.“ Die Kontakte zu den Schulen im Kreis sollen ebenso intensiviert werden und mit den zwei Kunstvereinen des Kreises will er ebenfalls besser zusammenarbeiten. Die Werkstatt in Erfweiler sei bereits auf ihn zugekommen.

An der Provision für den Kreis in Höhe von zehn Prozent der Verkäufe will Freiler festhalten. Andere fordern 20 Prozent. Eine kommerzielle Galerie nimmt meist mindestens 50 Prozent vom Verkaufspreis. Geld mit der Kreisgalerie zu verdienen, sei nicht die Intention des Kreises, so Freiler.

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