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Donnerstag, 03. Dezember 2015 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Harmlosen Nager mit Pfeil getötet

Hinterweidenthal: Unbekannter Täter erschießt Nutria und trennt Kopf ab – Zutrauliche Tiere im Waschtal

Unser Leser Axel Jutzi aus Münchweiler ist oft mit dem Fahrrad im Waschtal unterwegs und hat diese Fotos der zutraulichen Nager gemacht. Auch er ist entsetzt über die „abartige Tat“, wie er schreibt. ( Fotos: Axel Jutzi/frei)

( Fotos: Axel Jutzi/frei)

Von einem Pfeil durchbohrt, der Kopf abgetrennt: die getötete Nutria. ( Fotos: Axel Jutzi/frei)

Eine Biberratte, wie umgangssprachlich die „Nutria“ genannt wird, wurde von Spaziergängern im Waschtal zwischen Münchweiler und Hinterweidenthal aufgefunden – aufgespießt von einem Pfeil.

 

Nutria ist eine Tiergattung, die optisch einem Biber ähnelt, aber eher der Gattung Ratte zugeordnet wird, informiert Revierförster Axel Werner vom Forstamt Hinterweidenthal. Das getötete Jungtier gehörte zu einer aus fünf Tieren bestehenden Nutria-Familie, die seit längerer Zeit im Bereich des Weihers vor dem Viadukt beheimatet war.

Der Pfeil wurde mit einer Armbrust verschossen, durchbohrte den Kopf des Tieres und trat am Unterleib wieder aus. „Der Schütze hat das Tier von vorn erschossen“, berichtet der Spaziergänger, der das tote Tier fand und nicht namentlich genannt werden möchte. Er habe mit seinen Kindern täglich Spaziergänge zu der Nutriafamilie unternommen. Die Tiere seien „handzahm“ gewesen, hätten teilweise vor den Kindern, die ab und zu Leckerlis fütterten, auf zwei Beinen gestanden und keinerlei Berührungsängste gehabt. Die Kinder hätten mit Handykameras Videos gedreht, die die völlig furchtlosen Tiere beim Vorführen der „Kunststücke“ zeigen.

Umso erschütternder sei der grausige Fund. „Gott sei Dank blieb der Rest der kleinen Familie, vor allem das Muttertier, verschont“, sagt er. Die Gattung dieser Nager ist seit längerer Zeit in unseren Wäldern, vor allem in Gegenden mit Gewässern, heimisch. Ursprünglich stammen sie aus Südamerika. „Sie unterliegen auch nicht dem Jagdrecht“, informiert Werner, soll heißen, Nutrias dürfen nicht bejagt werden. Einen sachlichen Hintergrund für die Tat erkennt Werner ebenso wenig wie der Spaziergänger. „Mit Logik und Menschenverstand kommt man hier nicht weit“, ist deren übereinstimmende Meinung.

Werner berichtet von vielen Fußgängern, die regelmäßig die Nutriafamilie besucht hätten und Freude an den zutraulichen kleinen Waldbewohnern haben. Die Tat sei umso unverständlicher, als dass diese Gattung der Waldbewohner überhaupt keine Gefahr für Menschen oder andere Tiere darstelle. Nutria ernährten sich ausschließlich von Pflanzen, das heißt, auch Fische oder Kleinstlebewesen gehören nicht zur Beute.

Der Tierkadaver wurde im Bereich zwischen dem Weiher und dem Viadukt auf dem Radweg kurz vor Hinterweidenthal aufgefunden. Der Kopf war abgetrennt. Der Spaziergänger mutmaßt, dass der „Schütze“ diesen als Trophäe abgetrennt hat. Die Polizei, Naturschutzbehörden und die Kreisverwaltung sind eingeschaltet. (elim)

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