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Mittwoch, 20. März 2019 Drucken

Pirmasens: Kultur Regional

Gemaltes Konfetti

Die Dahner Kreisgalerie zeigt Kunst von Katharina Worring

Von Klaus Kadel-Magin

Katharina Worring lotet in ihrer Malerei die Zwischenräume von Linie und Fläche aus.

Katharina Worring lotet in ihrer Malerei die Zwischenräume von Linie und Fläche aus. ( Foto: Kadel-Magin)

Katharina Worring malt bunt, expressiv. In der Dahner Kreisgalerie präsentiert die 1959 in Karlsruhe geborene Künstlerin Beispiele aus mehreren ihrer Serien, die alle eines eint: die Reduktion auf wenige Formen.

Mit der seit langem in Trier lebenden Künstlerin hat der für die Kreisgalerie verantwortliche Peter Freiler eine Malerin in die Region geholt, die kontinuierlich und mit Ausdauer an einem Thema arbeitet, das sich nicht so recht in Worte fassen lässt, aber die Künstlerin offenbar einfach nicht loslässt.

Alle in Dahn zu sehenden Bilder zeigen Linien und Flächen, die übereinander gelagert wurden und in vielen verschiedenen Farbtönen immer wieder die gleichen Formen ergeben. Das Ergebnis ähnelt einer Fläche Konfetti, um es sehr vereinfacht zu beschreiben. Mal setzt Katharina Worring die Farben in dünnen Linien auf die Leinwand, mal werden die Linien immer dicker und können schon eher als Flächen bezeichnet werden und in einigen Bildern versieht Worring die Leinwände mit klar abgegrenzten Farbquadraten. Allen gemeinsam ist die expressive Farbgebung.

Worring spachtelt und pinselt auf der Leinwand mit viel Körpereinsatz. „Bewegung spielt eine Rolle“, erzählt die Künstlerin. Linienstücke werden dabei zu Flächen und Strichen, schwanken auch manchmal mit Strich und Fläche. Alles wird eng miteinander verwoben, wirkt sehr lebendig und emotional, aber auch ganz schön verstrickt. Poppiges Grün oder Orange nutzt Worring, um Akzente zu setzen. Auf größeren Leinwänden lässt sie auch mal gerne die Farbe laufen und expressive Zickzacklinien lockern das Gewebte wieder auf.

In kleineren Materialbildern hat Worring Kartonstücke und Kartonstreifen zusammen collagiert, wobei es eher einer Assemblage ähnelt. Die Kartonfragmente wurden dabei noch mit Farbe übermalt.

Die Künstlerin lotet in ihren Serien die Möglichkeiten der Gestaltung im Zwischenraum zwischen Linie und Fläche aus, ergänzt durch die Verwendung möglichst vieler, verschiedener Farbtöne ohne dabei Farbharmonien zu verletzen. Dabei will sie immer im rein Abstrakten bleiben, wie Worring betont. Das geht so weit, dass die Künstlerin bei der Verwendung einer besonders breiten Leinwand überlegt, wie sie den Eindruck eines Landschaftsbildes vermeiden kann, wenn sie ihre Linien quer über die Fläche schiebt. Die Assoziation von Landschaft will sie wegkriegen, wie sie erzählt.

Bei der Vernissage am Sonntag hat der neuerdings für die Kreisgalerie zuständige Peter Freiler die Form des Künstlergesprächs zur Vermittlung der Kunst eingesetzt. Freiler, die Künstlerin und Kreisvolkshochschulleitern Rosa-Martine Knoth haben sich locker über die Künstlerin selbst, ihre Malerei und ihren Werdegang unterhalten. Ein gelungener Versuch war es, der einen einfacheren Zugang zur Kunst von Worring ermöglicht, als es ewig lange Vernissagenreden oder Kunsthistorikertexte vermögen. Die Form des Künstlergesprächs will Freiler auch in Zukunft bei Vernissagen, sofern der Künstler mitspielt, pflegen.

Öffnungszeiten

Geöffnet ist die Ausstellung in der Dahner Kreisgalerie bis 14. April täglich von 15 bis 18 Uhr.

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