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Montag, 11. März 2019 Drucken

Pirmasens: Lokalsport

Falsche Mittel und zu wenig Biss

FUSSBALL-VERBANDSLIGA: Der FK Pirmasens II enttäuscht im Derby gegen die im Abstiegskampf steckende SG Rieschweiler und verliert nach 2:1-Führung noch mit 2:3. Gäste-Trainer Björn Hüther hat ein glückliches Händchen beim Einwechseln. Der heftige Wind sorgt für mitunter irreguläre Bedingungen.

Von Arno Noll

Überragend: Rieschweilers Tobias Leonhard (in Blau), der ein Tor schoss und ein weiteres vorbereitete. Hier attackiert ihn Kevin Dauenhauer, Schütze des 2:1. Links schaut der vom Regionalligakader abgestellte Yannick Grieß zu, rechts Lorenzo Valentini.

Überragend: Rieschweilers Tobias Leonhard (in Blau), der ein Tor schoss und ein weiteres vorbereitete. Hier attackiert ihn Kevin Dauenhauer, Schütze des 2:1. Links schaut der vom Regionalligakader abgestellte Yannick Grieß zu, rechts Lorenzo Valentini. ( Foto: Seebald)

«PIRMASENS.» Vom Anpfiff weg zeigte die SG Rieschweiler die bessere Einstellung. Zum Gegner, zum Kunstrasen, zum starken Wind auf der Husterhöhe. Die Hüther-Elf stand in der Defensive um den umsichtigen und passgenauen Frederic Stark sehr sicher und ließ den mit zahlreichen regionalligaerfahrenen Spielern aufgelaufenen FK Pirmasens II nur einmal mit einer feinen Kombination in den eigenen Strafraum kommen. Da erzielte Luca Eichhorn aber auch prompt nach Vorarbeit von Christopher Ludy und Jan-Luca Rebmann das 1:1 (33.). Ansonsten war das aber doch zu wenig angesichts der Ambitionen einiger Spieler.

Während die Elf von FKP-Trainer Patrick Fischer während der gesamten Spielzeit nicht von ihrem falsch gewählten Mittel (hohe, weite Bälle in den gegnerischen Strafraum) wegkam, machten das die Gäste viel besser. Von hinten dirigierte Stark, im Mittelfeld erarbeiteten sich Bastian Brauner und Christian Ohlinger eine Dominanz, von der auch der ungemein lauffreudige und vor Spielwitz nur so sprühende Tobias Leonhard profitierte. Er war auf allen Positionen zu finden, forderte die Bälle, setzte seine Mitspieler geschickt ein und – er erzielte das 0:1 (27.). Brauner hatte schnell das Mittelfeld überbrückt und durchgesteckt, Leonhard netzte flach am herausgelaufenen FKP-Keeper Matthias Gize vorbei ein. Gize reagiert toll, als Marc Arzt einen Flatter-Freistoß aus 25 Metern mit Wind-Irritation auf sein Gehäuse brachte (35.). Da riss es auch SGR-Trainer Hüther die Mütze vom Kopf.

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig. Rieschweiler war gefährlicher, der FKP blieb seinen hohen Bällen treu. Gize rettete im Herauslaufen gegen Janik Greinert (52.). Einen Arzt-Freistoß lenkte FKP-Verteidiger Yannick Grieß an die eigene Latte (55.). Das hätte das 1:2 sein können. Als Greinert eine Leonhard-Ecke volley aus 16 Metern nahm, strich der Ball knapp am Gehäuse vorbei (63.). Nach Doppelpass mit Leonhard war Brauner frei vor Gize, doch dann versprang der Ball (73.).

Die 78. Minute: Ludy brachte eine umstrittene Ecke herein, und Kevin Dauenhauer war im Nachschuss zum 2:1 (78.) erfolgreich. Jetzt ließ der FKP II auch noch die Cleverness vermissen, so eine Führung über die Zeit zu bringen. Er ließ eine Kombination über Christoph Stemmler und Leonhard zu, die Christian Zech zum 2:2 (81.) abschloss. Auch beim 2:3 (89.) durch Lukas Bißbort, der erst in der Winterpause von der FKP-A-Jugend nach Rieschweiler gewechselt war, sah die FKP-Abwehr alles andere als gut aus.

„Und das bei meinem ersten Verbandsliga-Einsatz für Rieschweiler!“, jubelte später der Höheischweilerer. „Ja, so Geschichten schreibt der Fußball! Der Lukas kommt zum ersten Mal rein und macht gleich ein Tor. Super. Ich freue mich für ihn“, sagte SGR-Coach Hüther, der seine Mannschaft für ihren starken Auftritt lobte. Hüther: „Der FKP hatte neun Spieler dabei, die mit dem Anspruch unterwegs sind, Regionalliga zu spielen. Und wir haben verdient gewonnen.“

„Wir haben uns von den Bedingungen ablenken lassen und nicht zu unserem Spiel gefunden. Die haben den Sieg mehr gewollt als wir“, war FKP-Stürmer Ludy einer der ersten Gratulanten beim Sieger. „Wir haben zu kompliziert gespielt. Einige Spieler sind weg von ihrer Normalform. Rieschweiler war bissiger“, kommentierte FKP-Trainer Fischer, der das Wort „überheblich“ nicht in den Mund nahm, obwohl seine Mannschaft phasenweise so agierte.

So spielten sie

FK Pirmasens II:

Gize - Schubert, Grieß, Dauenhauer, Valentini - Nagel (81. Böhr), Schuck - Müller (68. Bischof), Eichhorn, Rebmann (73. Kempf) - Ludy

SG Rieschweiler:

Ohle - Decker, Stark, Greinert, Dausmann - Ohlinger, Brauner (88. Sprau) - Stemmler, Leonhard, Kolb (65. Bißbort) - Arzt (62. Zech).

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