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Dienstag, 05. September 2017 Drucken

Pirmasens

Digital Hub für die Husterhöhe

Vor der Bundestagswahl: Rheinland-pfälzischer FDP-Spitzenkandidat trifft den Pirmasenser Wirtschaftsförderer

Von Klaus Kadel-Magin

Wirtschaftsförderer Mark Schlick (Vierter von links) empfängt vorm Grips auf der Husterhöhe die FDP-Delegation mit Manuel Höferlin, Sebastian Schäfer, Steven Wink und Mario Brandenburg (von links).

Wirtschaftsförderer Mark Schlick (Vierter von links) empfängt vorm Grips auf der Husterhöhe die FDP-Delegation mit Manuel Höferlin, Sebastian Schäfer, Steven Wink und Mario Brandenburg (von links). ( Foto: Buchholz)

Pirmasens plant ein Start-up-Haus. Das will zumindest der städtische Wirtschaftsförderer Mark Schlick. Er warb am Freitag beim Besuch von FDP-Bundestagskandidaten für sein Projekt eines Gründerhauses in der Stadt sowie die anstehende Konversion des US-Medical-Depots. „Allein der Standort hier hat eine Superausgangslage“, zeigte sich Manuel Höferlin, rheinland-pfälzischer FDP-Spitzenkandidat, überzeugt von der Zukunft für Pirmasens.

Im Gründerinnenzentrum Grips hatte Schlick die Liberalen empfangen. Neben Höferlin waren Mario Brandenburg aus Rülzheim und der hiesige Direktkandidat Sebastian Schäfer sowie der FDP-Landtagsabgeordnete Steven Wink gekommen, um sich bei Schlick über die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu informieren. Was Schlick offenbar beeindruckend gelang, denn am Schluss bekannte Höferlin: „Pirmasens kannte ich gar nicht so gut.“ Die Konversionsfläche Husterhöhe und Medical-Depot biete alles für eine prosperierende Wirtschaftsentwicklung, ist sich Höferlin sicher. Gerade die gute Verkehrsanbindung mit B 10 und A 8 sei ideal. Der Liberale empfahl eine bessere Vernetzung von Kapital, innovativen Firmen, Start-ups und Traditionsfirmen. Außerdem dürfe die Digitalisierung nicht versäumt werden. Ein so genannter Digital Hub würde sich für Pirmasens und die Husterhöhe anbieten, meinte Höferlin. Ein Digital Hub ist ein Zusammenschluss von Start-ups, Wissenschaft, Mittelstand, Industrie und Verwaltung zu einem Zentrum der digitalen Transformation. Gerade im Mittelstand fehle es noch vielfach an Bewusstsein für die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung. „Das Datenkabel wäre schon da“, meinte der Pirmasenser Wirtschaftsförderer, der darauf verwies, dass in Pirmasens flächendeckend eine Datengeschwindigkeit von 600 Megabit pro Sekunde verfügbar ist und in bestimmten Bereichen sogar schon ein Gigabit pro Sekunde möglich sein soll.

Ein großes Problem von Pirmasens sei der fehlende Platz in Gewerbe- und Industriegebieten, erläuterte Schlick. Das neuste Gewerbegebiet bei Winzeln mit 4,5 Hektar sei schon wieder belegt. Die frühere Helmitin-Liegenschaft in der Zweibrücker Straße ist laut Schlick noch nicht offiziell stillgelegt und der Besitzer, der US-amerikanische Fuller-Konzern, habe eigene Vorstellungen für die Fläche. Die hiesige Wirtschaft suche aber nach Flächen. „Da ist eine Menge Druck im Kessel.“ Schlick wartet auf den Abzug der US-Streitkräfte auf dem Grünbühl, womit auf einen Schlag 109 Hektar Fläche frei werden würden.

Vor allem für Gründer, die etwas abseits der üblichen Pfade denken und agieren wollen, hätte Schlick gerne ein Start-up-Haus. „Das muss nicht so schick sein wie hier“, meinte Schlick mit Verweis auf das Gründerinnenzentrum Grips. Als Standort für ein Start-up-Haus wäre eine frühere Fabrik in der Stadt ideal, so der Wirtschaftsförderer. Es müsste auch nicht sofort komplett für die Gründer zu Verfügung stehen. „Das kann sich auch stufenweise entwickeln.“

In einem solchen Start-up-Haus wäre dann auch Platz für die Kreativwirtschaft, in der Schlick eine große Zukunft für Pirmasens erkennen kann. „Wir brauchen ein Milieu für die Kreativwirtschaft.“ Seine Bemühungen dazu mit dem Arbeitskreis „PS Kreativ“ und der Kreativvitti-Messe habe schon Früchte getragen. Mit dem Konzept für die Kreativvitti habe Pirmasens bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Die Unterstützung der Liberalen sicherte Schlick der rheinland-pfälzische Spitzenkandidat Höferlin zu. Mit dem Pirmasenser Landtagsabgeordneten Steven Wink sei schon ein direkter Draht in die Landesregierung vorhanden. „Der bringt alles nach Mainz, was hier drückt“, so Höferlin, der versprach, dass dies vielleicht auch bald nach Berlin besser klappe, wenn die FDP wieder im Bundestag sitze. „Wir sind immer gerne Ansprechpartner.“

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