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Donnerstag, 20. September 2018 Drucken

Pirmasens

Auch „Eltern-Taxis“ sind gefährlich

Wo häufen sich Unfälle? Wo wird gerast? Wo sind Fußgänger und Radfahrer gefährdet? Die Verkehrsschau der Stadt begutachtete gestern 28 Stellen im Stadtgebiet, die Behörden, Bürger oder Interessenverbände als gefährlich einstufen. Einbahnstraßen und Zebrastreifen könnten an manchen Punkten helfen, lassen sich aber nicht so einfach umsetzen.

Von Maria Starck

Keine Chance auf einen Zebrastreifen: der Übergang Rheinberger-Passage ? Dynamikum.

Keine Chance auf einen Zebrastreifen: der Übergang Rheinberger-Passage ? Dynamikum. ( Fotos: Buchholz)

Auf der Tour waren neben Ordnungsamt, Straßenverkehrsbehörde, Tiefbauamt und Polizei auch Verkehrsausschuss, Seniorenbeirat, Verkehrserziehung, ADAC und ADFC (Radfahrerverein) vertreten. Bürgermeister Markus Zwick wies darauf hin, dass die Verkehrssicherheit im Vordergrund stehe. Man müsse dabei allerdings auch die jeweilige Rechtslage berücksichtigen.

An der meistfrequentierten Kreuzung der Stadt, Zweibrücker Straße/ Turnstraße, passierten beim Linksabbiegen in die Turnstraße trotz eines gelben Blinkpfeiles beim Autohaus Feyock Unfälle mit Verletzten. Dieses Jahr waren es bislang fünf, informierte Thomas Iraschko von der Straßenverkehrsbehörde. Auf Vorschlag von Sarah Leinfels (Verkehrspolizei) soll ein Zusatzschild „Achtung Gegenverkehr“ aufgestellt werden.

In der Zweibrücker Straße fahren Radfahrer mit hohem Tempo auf dem Bürgersteig, weil sie sich nicht trauten, die Straße zu nutzen, sagte Stefan Magin, Vorsitzender des Radfahrervereins. Das gefährde Fußgänger. Er schlug vor, die Zweibrücker Straße stadtauswärts bis zur Firma Kömmerling als Einbahnstraße mit Radwegespuren auszuweisen und die Bismarckstraße stadteinwärts als Einbahnstraße. Gerd Geisinger (SPD, Mitglied im Verkehrsausschuss) war dagegen. Kai Kiefer (Tiefbauamt) wies darauf hin, es handele sich um eine Kreisstraße; eine Einbahnstraße sei daher problematisch. Die Vorschläge wurden abgelehnt.

Bei der Ausfahrt vom Gelände des Baumarkts Hornbach soll ein Schild „Achtung, querende Radfahrer“ und auf dem Gehweg ein Schild mit Radsymbol angebracht werden, da Radler ab dem Kreisel den Fußweg nutzen.

Beim Parkplatz des FC Fehrbach parken zu Spiel- und Trainingszeiten Autos entlang der Straße; der Schotterparkplatz ist durch Lastwagen zugeparkt. Hinzu komme eine nicht einsehbare Kurve mit Begegnungsverkehr, sagte Iraschko. Es sei aber von und nach Hengsberg die einzige Straßenverbindung. Inzwischen seien Grundstückseigentümer bereit, Flächen zu verkaufen, sodass zusätzliche Parkplätze angelegt werden können.

In der Carl-Schurz-Straße bereiten Lastwagen, deren Fahrer dort ihre Ruhezeiten verbringen und die Mautstation aufsuchen, städtischen Bussen Probleme. Dabei herrsche auf beiden Seiten absolutes Halteverbot. Mit baulichen Veränderungen verlagere man das Problem nur, sagte Iraschko.

Vor der Grundschule Husterhöhe gefährden parkende „Eltern-Taxis“ die Schüler. Zudem würden Lehrer zugeparkt und unverschämt angegangen. Carolin Balzer (Fachberatung Verkehrserziehung) schlug vor, das Tor zum Rand des Netto-Marktes zwischen Schulgebäude und Hausmeisterwohnung wieder zu öffnen und neben dem Netto-Markt eine Bring-und-Hol-Zone einzurichten. Dann könnten die Kinder über die Wiese etwa 50 Meter zum Schulgebäude laufen. Kiefer wandte ein, dieser Weg müsste dann von der Schule beaufsichtigt werden. Geisinger bezweifelte, ob die Eltern den Weg annehmen. Kiefer regte an, die Eltern zu erziehen und dazu die Kinder mit ins Boot zu holen − indem sie beispielsweise Sternchen bekommen, wenn sie ein Stück des Schulwegs zu Fuß zurücklegen. Nun sollen die Eltern angeschrieben werden.

Die Fußgängerbrücke über die B 10 im Bereich Kantstraße/Am Wasserturm soll laut Iraschko auch für Radfahrer freigegeben werden.

Am neuen Spielplatz „An den Ziegen“ in der Nähe des Markus-Kindergartens auf dem Sommerwald soll ein Schild „Schulweg kreuzt“ zum Schild „Spielende Kinder“ hinzukommen.

Bei der Überquerung der Schachenstraße von der Rheinberger-Passage zum Dynamikum könne man erst in der Straßenmitte überblicken, ob von links Autos kommen, berichtete Vanessa Ott (Stadtmarketing). Dort parken Autos, und die Straße macht einen Knick, was die Sicht einschränkt. Laut Iraschko überqueren zu wenige Fußgänger dort die Straße, als dass ein Zebrastreifen zulässig sei. Um die Sicht in die Kurve zu verbessern, soll nun auf Vorschlag von Kiefer der Gehweg in die Straße verbreitert werden – vorerst provisorisch. Die Parkplätze blieben erhalten.

An der Ecke Albrecht-/Emil-Kömmerling-Straße soll die Bushaltestelle mit Zickzacklinien markiert und auf der linken Seite der Albrechtstraße eine Sperrfläche eingerichtet werden, damit Busse besser um die Kurve kommen.

In der Walsterwiese bleibt es bei beidseitig parkenden Autos, da der dadurch verlangsamte Verkehr gewollt sei, erklärte Iraschko.

In der Kirchberg-/Adlerstraße sollen Grenzmarkierungen aufgebracht werden, um Bussen das Linksabbiegen in die Adlerstraße zu erleichtern.

In der Lemberger Straße erfolge die Überquerung des Kiesweges an der Villa Sertel am besten am Sackgassen-Schild zum Plub hin, wo der Bordstein abgesenkt ist, hieß es.

In der Luisenstraße zwischen Sedan- und Herzogstraße bleibt das eingeschränkte Halteverbot. Man wolle den Verkehrsfluss nicht durch beidseitiges Parken übermäßig bremsen. Es gelte bereits Tempo 30, so Iraschko.

Wer vom Waldfriedhof kommend am Stopp-Schild an der Ausfahrt der B 10 den Verkehr schlecht überblickt, könne an der Fumbach auf die B10 fahren und die Ausfahrt in die Stadt nehmen, empfahlen Zwick und Geisinger.

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