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Samstag, 22. Juni 2019 Drucken

Landkreis Südwestpfalz

Antikriegs-Protest auf der grünen Wiese

Ramstein-Miesenbach: Friedenscamp ab Sonntag

Von Christian Hamm

In Steinwenden wird ab morgen wieder das alljährliche Friedenscamp aufgeschlagen. „Stopp Air Base Ramstein“ steht auf vielen Fahnen, die in der bevorstehenden Aktionswoche geschwenkt werden. Wenn zum Monatsende dann einmal mehr Militärflugplatz-Gegner und Friedens-Befürworter mobil machen, so auch mit dem dringenden Appell, die Daseinsgrundlage kommender Generation zu bewahren.

Vorboten des Klimawandels in Form von Wetterunbilden sind bereits unübersehbar. Aber was hat die Air Base damit zu tun? „Verdammt viel“, findet Achim Müller: „Kriege sind der größte Umweltkiller überhaupt“, sagt der Sprecher der „Pfälzer Initiative ,Entrüstet Euch!’“. Mithin sei die Air Base Ramstein „eine Katastrophe für Mensch und Umwelt“.

Dagegen gehen die Mitstreiter der Initiative ganzjährig an – erhöhen aber ab und an den Druck und mobilisieren alljährlich im Sommer eine Woche lang viele Gleichgesinnte. „Zwei Polizisten waren zu Beginn da; entspannt wartend“, blickt Reiner Braun leicht amüsiert auf die Anfänge der Kampagne „Stopp Ramstein“ zurück. Was kam, war aber nicht das erwartete Häuflein Aktivisten. Hunderte waren es, mehr als 1000 wohl, und mittlerweile habe sich die Zahl jener, die ihren Protest vor Ort zum Ausdruck brächten, bei 5000 eingependelt.

Auf grüner Wiese bei Steinwenden schlagen Friedensaktivisten, Umweltschützer und Unterstützer ihre Zelte auf. Widmen sich dort in Workshops themenbezogener Arbeit, haben aber auch Spaß bei kulturellen Angeboten, bei heißer Diskussion bis in die Nacht hinein, wie Braun betont. „Da kommen auch Leute um die 80. Die bleiben keine Woche, klar, das ist nicht nur einigen älteren zu stressig.“ Ansonsten tummelten sich überwiegend junge Leute im Camp.

Bremsklötze in die „europäische Kriegsdrehscheibe“ der USA zu schleudern, ist erklärtes Anliegen. Im fünften Jahr in Folge wird am letzten Juni-Wochenende demonstriert. Gegen Krieg, für gerechten Frieden, wie es das Leitmotiv ausdrückt.

Die Air Base ziehe einen „Rattenschwanz an üblen Nebenwirkungen“ nach sich, so Achim Müller. Im Blick hat er dabei die „umweltzerstörerischen Aspekte vor Ort“: Kerosinablässe, deren Auswirkung noch gänzlich unerforscht seien.

Was Kriege unterdessen an ihrem eigentlichen Schauplatz ausrichteten, sei kaum mehr beschreibbar, betonen sie. Weil „das Elend von der Air Base aus gesät“ werde, fordert die Initiative: „Stopp Ramstein – aber ersatzlos“.

Info

Die Aktionswoche sieht von Sonntag bis Sonntag, 23. bis 30. Juni, ein Friedenscamp vor. Ein Kongress und danach eine öffentliche Abendveranstaltungen (19 bis 21 Uhr) sind für Freitag, 28. Juni, in der Lauterer Apostelkirche vorgesehen. Demo und Kundbebungen, Festival und Blockaden der Air Base stehen dann am Samstag, 29. Juni, auf dem Programm.

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