Ludwigshafen Tödliche Schüsse in Maudach: Tatverdächtiger stellt sich
Nach den tödlichen Schüssen auf einen 26-Jährigen in Maudach am 20. September hat sich der mutmaßliche Täter gestellt. Wie die Polizei mitteilt, hatten die Beamten einen 20-Jährigen als Tatverdächtigen ermittelt. Zeugen hätten Hinweise auf ihn gegeben. Der Mann stellte sich am 1. Oktober und äußerte sich zur Tat. Er kam in Begleitung eines Strafverteidigers am Mittag auf eine Polizeidienststelle und räumte ein, die Schüsse abgegeben zu haben.
In Untersuchungshaft
Die Polizei nahm den 20-Jährigen fest, da gegen ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft bereits ein Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags vorlag. Ein Haftrichter setzte den Haftbefehl in Vollzug. Der Verdächtige wurde anschließend in ein Gefängnis gebracht und sitzt dort in Untersuchungshaft, bis es zu einer Anklage und einem Prozess kommt. „Die rechtliche Einordnung der Tat wird fortlaufend überprüft. Eine endgültige Einordnung wird jedoch erst mit Abschluss der Ermittlungen erfolgen können“, teilte Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz auf die Nachfrage mit, ob der Vorwurf des Totschlags möglicherweise auf Mord erweitert werden könnte.
Der Tatverdächtige hat laut Staatsanwaltschaft in Ludwigshafen gewohnt. Er ist kein deutscher Staatsangehöriger. Der 20-Jährige sei bisher wegen Straftaten „im niedrigschwelligen Bereich“ aktenkundig. Weitere Details nannten die Ermittler nicht. Die Tatwaffe, mit der in Maudach geschossen wurde, ist bisher nicht sichergestellt worden.
Motiv offen
Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Kriminalpolizei Ludwigshafen ermitteln weiter die Hintergründe und genauen Umständen der Tat, bei der auch ein 23-Jähriger eine Schussverletzung erlitten hatte. Der Angeschossene gilt als Zeuge und nicht als Beschuldigter in dem Ermittlungsverfahren. Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine Tat im Drogenmilieu handelte, liegen laut Staatsanwaltschaft gegenwärtig nicht vor.
Offen ist, ob es weitere Tatbeteiligte gab. Zeugen waren in der Tatnacht mehrere Personen in Maudach aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht dazu. Aus ermittlungstaktischen Gründen würden derzeit keine weiteren Angaben gemacht.
Ortsvorsteher erleichert
Maudachs Ortsvorsteher Andreas Olbert (CDU) reagierte erleichtert auf die Festnahme des mutmaßlichen Täters. „Das ist ein gutes Zeichen. Ich bin etwas beruhigter jetzt“, sagte er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Tat habe die Menschen in dem Ort aufgewühlt und beunruhigt. Viele Bürger hätten sich bei ihm gemeldet und wollten wissen, was da los sei, berichtete der Ortsvorsteher. Offenbar sei keiner der Tatbeteiligten ein Maudacher. Er gehe davon aus, dass sich die Tat zufällig in Maudach ereignet habe. Der dörfliche Stadtteil sei ansonsten in der Kriminalitätsstatistik unauffällig.
Weil die Kripo ihre Ermittlungen nicht gefährden wollte, seien fast 14 Tage kaum Informationen preisgegeben worden. Das habe Spekulationen über die Hintergründe der Schießerei angeheizt. „Wir müssen abwarten, bis der Fall erfolgreich aufgeklärt worden ist. Ich bin gespannt, was die Hintergründe für die Tat sind“, sagte Olbert.