Bundestagswahl Saarländer will Innenminister unter Kanzlerin Alice Weidel werden
Falls Alice Weidel (AfD) nach der Wahl am 23. Februar Bundeskanzlerin wird, dann will ein Saarländer ihr Innenminister werden. Der Rechtsanwalt Christian Wirth (61), der in einem Dorf bei Homburg (Saarpfalz-Kreis) wohnt, geht fest davon aus, die amtierende Innenministerin Nancy Faeser (SPD) abzulösen – sofern die AfD ans Ruder kommt. Der mehrfache Vater Christian Wirth sitzt seit 2017 für die AfD Saarland im Bundestag. Da die AfD derzeit in Umfragen bundesweit auf um die 20 Prozentpunkte kommt, ist davon auszugehen, dass es bei der Wahl am 23. Februar zwei AfD-Politiker über deren saarländische Landesliste in den Bundestag schaffen. Wirth hätte gerne weitergemacht. Doch als die AfD Saar im Dezember ihre Landesliste aufstellte, hatte er einen Gegenkandidaten, als über Platz eins abgestimmt wurde: Carsten Becker (34). Er gehört dem rechten AfD-Flügel an. Seit knapp drei Jahren sitzt er im Saar-Landtag, zuvor arbeitete er bei Ford Saarlouis in der Produktion. Christian Wirth und Carsten Becker kämpfen seit Jahren erbittert um die Macht in der AfD Saar. Beim Parteitag warb Wirth für sich mit dem Argument, Alice Weidels Innenminister in spe zu sein. Es half nichts: Wirth unterlag Becker. Doch Becker hatte die Rechnung ohne den Wirth gemacht: Der Unterlegene suchte sich einen anderen Landesverband. Nun steht er auf der Liste der AfD Nordrhein-Westfalen an 26. Stelle. Das ist zwar kein guter Platz, aber bei einem sehr guten Abschneiden der AfD in Nordrhein-Westfalen könnte es für Wirth gerade so reichen. Falls es so käme, würden die beiden Streithähne Becker und Wirth künftig gemeinsam einer AfD-Bundestagsfraktion angehören, falls Weidel dann doch nicht Kanzlerin und Wirth nicht Minister wird. Das zweite saarländische Mandat für die AfD geht bei einem Wahlergebnis um die 20 Prozent an Boris Gamanov (37), der am Saarbrücker Bahnhof einen Backshop betreibt.