Ludwigshafen Mengele-Film siegt beim Festival des deutschen Films

Im Gewinnerfilm „Das Verschwinden des Josef Mengele“ spielt August Diehl den flüchtigen KZ-Arzt.
Im Gewinnerfilm »Das Verschwinden des Josef Mengele« spielt August Diehl den flüchtigen KZ-Arzt.

„Das Verschwinden des Josef Mengele“ ist beim 21. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen als bester Film prämiert worden. Das Publikum favorisierte Leichteres.

Die Jury bekennt sich klar zur Filmkunst und ehrte die gewichtigsten Beiträge im diesmal 14 Filme umfassenden Wettbewerb um die drei Filmkunstpreise des Festivals auf der Parkinsel.

„Das Verschwinden des Josef Mengele“ des russischen, im Berliner Exil lebenden Regisseurs Kiril Serebrennikov, der auch das Drehbuch schrieb, will die Psyche des NS-Verbrechers entschlüsseln. Es sei, so die Jury, „die Geschichte eines Monsters, ohne es zu glorifizieren“. Der auf dem gleichnamigen Roman des Straßburger Journalisten Olivier Guez basierende Film zeige „die Figur Mengele als Mahnmal menschlicher Abgründe“.

Der Filmkunstpreis für die beste Regie ging am Samstagabend an Mascha Schilinski für „In die Sonne schauen“, in dem sie von vier Mädchen- und Frauenleben verschiedener Generationen auf einem Hof in Sachsen-Anhalt erzählt, die ein unheilvolles Schicksal ereilt. Sie nehme die „Zuschauer mit auf eine Reise, die Zeit und Raum auflöst und dabei eine völlig eigenständige Filmsprache entwickelt“, befand die Jury.

Der dritte Hauptpreis wird in der Kategorie Drehbuch vergeben und ging an Moritz Bender, der in „September 5“ danach fragt, welche Rolle die berichterstattenden Medien beim Anschlag auf die israelische Mannschaft während der Olympischen Spiele 1972 hatten. Das Drehbuch stelle, so die Jury, „die richtigen Fragen“ zum nach wie vor aktuellen Thema „Wann wird Berichterstattung zu Mittäterschaft?“

Auch drei „Ludwigshafener Auszeichnungen“ – lobende Erwähnungen – sprach die Jury aus, die aus Schauspielerin Lina Wendel („Die Füchsin“), Produzentin Martina Haubrich (verantwortlich für den Festival-Siegerfilm 2024, „Klandestin“) und Produzent Wolfgang Esser (verantwortlich etwa für die „Spreewaldkrimi“-Reihe) bestand: Produzentin Melanie Blocksdorf, die den Film „Karla“ ermöglichte, wurde gewürdigt, außerdem Schauspielerin Saskia Rosendahl für ihr Spiel in „Zikaden“ sowie Regisseur Kai Wessel für „An einem Tag im September“. Zuvor hatte Wessel bereits den Regiepreis des Festivals gewonnen.

Das Publikum bevorzugte dagegen zwei Filme, die nicht im Hauptwettbewerb liefen: Der Rheingold-Publikumspreis ging in gleichen Teilen an „Cranko“ über den lange in Stuttgart wirkenden Choreografen John Cranko (Regie & Buch: Joachim A. Lang) und an die Komödie „Theken-Cowboys“ (Regie & Buch: Orlando Klaus & Alexander Wipprecht).

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