Bundeswehr Kramp-Karrenbauer will KSK in Teilen auflösen

Fallschirmjäger des Kommando Spezialkräfte (KSK).
Fallschirmjäger des Kommando Spezialkräfte (KSK).

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will die Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) reformieren und in Teilen auflösen. Das berichten mehrere Medien am Dienstagnachmittag. Als Grund für diesen Schritt werden die rechtsextremistischen Vorkommnisse genannt, die zuletzt bekannt geworden waren.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Verteidigungsausschuss des Bundestags soll eine Kompanie komplett aufgelöst werden. Nach Informationen der „Welt“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sind 70 Soldaten betroffen. Der Eliteeinheit soll auch die Oberhoheit über die Ausbildung genommen werden. Kramp-Karrenbauer will das Konzept am Mittwoch auf einer Pressekonferenz vorstellen.

Das KSK hat seit 2017 immer wieder mit rechtsextremistischen Vorfällen Schlagzeilen gemacht. Alles begann im April 2017 mit einer Abschiedsparty für einen KSK-Kommandeur, bei der mit Schweineköpfen geworfen, Rechtsrock gespielt und der Hitlergruß gezeigt worden sein soll. Bei einem der Partygäste fand die sächsische Polizei später ein Waffenversteck mit Munition und Sprengstoff.

Im Januar gab der Militärische Abschirmdienst (MAD) bekannt, dass bei der Elitetruppe 20 Soldaten unter Rechtsextremismus-Verdacht stehen. Im Verhältnis zur Truppenstärke war der Anteil zu diesem Zeitpunkt fünf Mal so hoch wie bei der Bundeswehr insgesamt. Im Mai setzte Kramp-Karrenbauer eine Arbeitsgruppe ein, um ein Konzept zur Unterbindung rechtsextremistischer Tendenzen im KSK zu erarbeiten, über das sie jetzt entschieden hat.

Kramp-Karrenbauer hatte die Entscheidung über das KSK zuvor in einem Radio-Interview angekündigt.

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