Düsseldorf Kinderpornografie: Metzelder legte offenbar ein Geständnis ab

Christoph Metzelder
Christoph Metzelder

In der Kinderpornografie-Affäre um Ex-Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder hat der Fußballer offenbar ein Geständnis gegenüber den Ermittlungsbehörden abgelegt. Das geht aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf hervor.

Das Verwaltungsgericht hat am Montag in einem Eilverfahren entschieden, dass das Düsseldorfer Amtsgericht über die Anklage gegen Metzelder berichten durfte – mit Nennung des Namens und der Tatvorwürfe. Damit muss die entsprechende Pressemitteilung vom 4. September nicht von der Homepage des Amtsgerichts entfernt werden, wie es Metzelders Anwälte gefordert hatten. Das Gericht darf auch künftig darüber berichten, ob die Anklage zugelassen wird.

Ermittlungsergebnis beruhe auf „geständigen Einlassungen“

Aus der Entscheidung des Verwaltungsgerichts geht hervor, dass Metzelder einen oder mehrere Tatbestände gestanden hat. „Das in der Anklageschrift vom 27. August 2020 wiedergegebene Ermittlungsergebnis beruhte u.a. auf der geständigen Einlassung des Antragstellers (Anm. der Red: damit ist Metzelder gemeint), der Aussage einer Zeugin sowie sichergestellten Bilddateien“, schreibt das Gericht.

Insgesamt bezieht sich das Gericht dreimal auf „geständige Einlassungen“. Das bedeutet, dass Metzelder zumindest Teile der ihm vorgeworfenen Taten gegenüber den Ermittlungsbehörden zugegeben hat. Welche genau bzw. ob er alle Vorwürfe gestanden hat, wird aus dem Verwaltungsgericht-Beschluss nicht klar.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Gegen ihn kann Beschwerde am Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster eingelegt werden (Az.: 20 L 1781/20).

Öffentliches Interesse habe Vorrang

Metzelders Anwälte hatten behauptet, mit der Pressemitteilung werde das Persönlichkeitsrecht ihres Mandanten verletzt. Doch die Verwaltungsrichter befanden: Das öffentliche Interesse habe in diesem Fall Vorrang. Der Text enthalte weder unsachliche Formulierungen noch eine unzulässige Vorverurteilung.

Für Metzelder gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung in dem Strafverfahren die Unschuldsvermutung.

Zum Nachlesen

Der Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf ist hier veröffentlicht.