Mannheim / Heppenheim Haftbefehl nach Messerangriff auf Mannheimer Marktplatz - Staatsanwaltschaft äußert sich

Polizisten in Heppenheim.
Polizisten in Heppenheim.

Nach der Messerattacke bei einer Veranstaltung der islamkritischen Bewegung Pax Europa (BPE) in Mannheim ist gegen den 25 Jahre alten Angreifer Haftbefehl erlassen worden. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagnachmittag mitgeteilt. Dem Mann wird versuchter Mord zur Last gelegt. Der mutmaßliche Täter lebe seit 2014 in Deutschland, wohne in Heppenheim in Südhessen, sei verheiratet und habe zwei Kinder. Er sei bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten. In der Nacht zum 1. Juni sei die Wohnung des Mannes durchsucht worden, dabei seien elektronische Datenträger sichergestellt worden, die nun untersucht würden.

Der Tatverdächtige, der durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe verletzt worden sei, liege im Krankenhaus und sei derzeit nicht vernehmungsfähig.

Polizist im künstlichen Koma

Der bei dem Angriff verletzte Polizist ist in ein künstliches Koma versetzt worden. „Er schwebt weiterhin in Lebensgefahr“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts am Samstag.

Bei dem Angriff hatte ein Mann am Freitagvormittag auf dem Marktplatz in der Innenstadt mehrere Menschen verletzt, darunter den Polizisten lebensgefährlich. Bei den weiteren Verletzten handele es sich um fünf Männer im Alter von 25, 36, 42, 54 und 59 Jahren, so die Staatsanwaltschaft. Bei dem 59-Jährigen handelt es sich um das BPE-Vorstandsmitglied Michael Stürzenberger, der sich am Samstag über den Messenger-Dienst Telegram aus dem Krankenhaus zu Wort meldete. 

Eine Zusammenfassung der bekannten Fakten über den Angriff finden Sie hier und ein Stimmungsbild vom Mannheimer Marktplatz am Samstag hier.

BPE-Mitglied meldet sich aus dem Krankenhaus

„Es war richtig knapp gestern“, schrieb Stürzenberger in einer Nachricht mit Foto auf der Plattform Telegram. Er habe mehrere Stichverletzungen erlitten, eine davon im Oberschenkel habe „erheblichen Blutverlust“ verursacht. Auch im Gesicht sei er verletzt worden. Stürzenberger dankte allen beteiligten Ärzten sowie den Gesichtschirurgen, „die extra von einer Spezialklinik kamen“.

Nach Darstellung der BPE-Schatzmeisterin Stefanie Kizina ist die Attacke gezielt gegen Stürzenberger gerichtet gewesen, der zu den führenden Köpfen des Vereins mit Sitz in Krefeld zählt.

 

Unter den übrigen Verletzten der Attacke befinden sich laut Staatsanwaltschaft ein deutsch-kasachischer sowie ein irakischer Staatsbürger, die übrigen drei Personen hätten die deutsche Staatsbürgerschaft. Der 25-Jährige habe das Krankenhaus zwischenzeitlich wieder verlassen können, die anderen Opfer befänden sich weiterhin in stationärer Behandlung. Der 54-Jährige sei bei der Attacke lebensbedrohlich verletzt worden, befinde sich zwischenzeitlich jedoch außer Lebensgefahr.

 

x