Tarifrunde bei der Bahn GDL-Chef will Streik „nicht aus dem Weg gehen“

Solche Bilder könnte es im Herbst wieder geben. Dann verhandelt die Deutsche Bahn mit der Gewerkschaft GDL.
Solche Bilder könnte es im Herbst wieder geben. Dann verhandelt die Deutsche Bahn mit der Gewerkschaft GDL.

Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, rechnet damit, dass seine Organisation und die Deutsche Bahn (DB) bei den im Herbst anstehenden Tarifverhandlungen „aneinandergeraten“, dass also Streikmaßnahmen wahrscheinlich sind. „Wir werden denen jedenfalls nicht aus dem Weg gehen“, sagte Weselsky im Interview mit der RHEINPFALZ mit Blick auf mögliche Streiks. Bei der DB „wetzen die Kollegen schon jetzt die Messer“, beschrieb Weselsky die Stimmung unter den dort beschäftigten GDL-Mitgliedern. Grund dafür sei, dass die DB das Tarifeinheitsgesetz anwende, um seine Gewerkschaft „herauszudrängen“. Dadurch würden GDL-Mitgliedern „Leistungen entzogen, die sie mit uns gemeinsam erkämpft haben. Das rächt sich und wird sich entladen“. Die Friedenspflicht bei der DB endet am 31. Oktober.

Mit kürzeren Arbeitszeiten neues Personal gewinnen

Neben einer Lohnerhöhung von 555 Euro im Monat fordert die GDL auch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter im sogenannten direkten Bereich, etwa Lokführer, Zugbegleiter oder Fahrdienstleiter. Eine kürzere Wochenarbeitszeit sei notwendig, um die Arbeitsbedingungen in diesen Bereichen attraktiver zu machen und so dem Personalmangel entgegen zu wirken, sagte Weselsky. Er erläuterte, dass die Arbeitszeitverkürzung nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise umgesetzt werden solle.

Den Tarifabschluss, den die DB und die größere Bahn-Gewerkschaft EVG im August nach einer Schlichtung vereinbart hatten, wollte Weselsky nicht näher bewerten. „Was wir derzeit aber sehen ist, dass deren Mitglieder Entscheidungen fällen, und zwar in Tausender-Kohorten“, so Weselsky. In der GDL-Mitgliedschaft könne sich niemand vorstellen, „dass wir einen vergleichbaren Abschluss machen“.

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