Wirtschaft Dehoga: Existenzangst bei 75 Prozent der Betriebe im Gastgewerbe

Stühle liegen vor einem Café.
Stühle liegen vor einem Café.

75 Prozent der Gastronomen und Hoteliers in Rheinland-Pfalz bangen wegen der angeordneten Betriebsschließungen in der Corona-Krise laut einer aktuellen Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands um ihr Überleben. Jeder vierte Betrieb (24,9 Prozent) denkt konkret über eine Geschäftsaufgabe nach, wie der Verband am Dienstag mitteilte. An der bundesweiten Dehoga-Umfrage vom 4. bis 10. Januar beteiligten sich knapp 1300 Unternehmen aus Rheinland-Pfalz. Deutschlandweit waren es rund 12.000 Teilnehmer.

Auch über zwei Monate nach Beginn des neuerlichen Lockdowns in der Branche warteten noch immer sehr viele Unternehmen in Rheinland-Pfalz auf die zugesagten Entschädigungsleistungen des Bundes, kritisierte Dehoga-Präsident Gereon Haumann. Oft seien nur Abschlagszahlungen angekommen, und manchmal nicht mal diese. „Beispielsweise sind in Trier bei 48 Prozent der Antragssteller noch nicht einmal die beantragten Abschlagszahlungen auf dem Konto eingegangen“, berichtete Haumann. Das sei genau das Gegenteil von „schnell und unbürokratisch“.

Die versprochenen November- und Dezemberhilfen müssten jetzt endlich bei allen Betrieben in voller Höhe ankommen, sagte Haumann und forderte „längst überfällige Korrekturen bei den Hilfsprogrammen“. So dürften beispielsweise zugesagte Leistung nicht durch nachträgliche Änderungen der Fördervoraussetzungen gekürzt werden. Es müsse dringend Klarheit geschaffen werden, wann nach welchen Kriterien große Unternehmen Anträge stellen können. „Die Größe eines Unternehmens darf nicht zum Ausschluss bei der Gewährung von versprochenen Entschädigungsleistungen führen. Auch hier sind hemmende EU-Wettbewerbs-Regelungen solange außer Kraft zu setzen, wie durch den staatlichen Eingriff der Pandemie bedingten Schließung die Marktmechanismen ohnehin durch den Staat komplett außer Kraft gesetzt sind“, sagte Haumann.