Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: SC Neustadt und die große Show in Plauen

Premiere in Plauen: Matteo Ananias (rechts) stieg erstmals bei diesem Verein ins Wasser.
Premiere in Plauen: Matteo Ananias (rechts) stieg erstmals bei diesem Verein ins Wasser.

Spiele in Plauen sind etwas Besonderes. Das müssen Matteo Ananias und der SC Neustadt erfahren. Trainer Milos Sekulic lässt sich dennoch nicht aus der Ruhe bringen.

Welch eine verrückte, grandiose und spannende Auswärtspartie. Mit 20:18 (8:4, 3:4, 4:5, 5:5) siegt der SC Neustadt in der 2. Wasserball-Bundesliga beim SVV Plauen. Damit bleibt der Aufsteiger auf dem zweiten Tabellenrang.

Es schien verhext. Der SCN zeigte mehrmals im Spielverlauf zwei total unterschiedliche Gesichter. Das Geheimnis des Erfolges: Trainer Milos Sekulic lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Der ehemalige Bundestrainer scheint alle möglichen Szenarien einer Wasserball-Partie bereits erlebt zu haben. Doch diesmal waren es besonders viele kuriose Momente.

Live auf YouTube

Das Schöne daran, die SCN-Fans können die Partien gechillt auf der heimischen Couch im Youtube-Livestream verfolgen. In der Bundesliga und zweiten Liga müssen alle Vereine einen Livestream anbieten. So wurden neben den mitgereisten SCN-Fans auch die Neustadter zu Hause in einige Wechselbäder geschickt.

Plauen hatte den Rückhalt seines Publikums. Matteo Ananias, 18-jähriger Nachwuchsmann des SCN: „Ich habe ja noch nie dort gespielt. Aber es kursierten im Team viele Geschichten über die Ostdeutschen. Hier passiert mehr als man erwartet. Dazu kommen die vielen Zuschauer, die schon lange vor Spielbeginn in der Halle waren. Sie boten eine große Show. Ich habe Gänsehaut bekommen.“

Schwieriger Auftakt

So ließ sich der SCN in der ersten Minuten einschüchtern und überrollen. Die Gastgeber gingen schnell 2:0 in Front. Coach Sekulic: „Wir haben den Start verschlafen. Dann folgten gute Minuten, später schlechte Minuten.“ Das erste Viertel gestaltete sich außergewöhnlich torreich. Beim 4:4 in der vierten Minute war Plauen noch auf Ballhöhe. Doch der SCN zog selbstbewusst auf 8:4 davon. Schon zu diesem Zeitpunkt war es ein kräftezehrendes, schnelles Auf und Ab.

Nach dem wahnsinnigen Viertel ging es im zweiten Abschnitt zunächst gut weiter. Der SCN führte 10:4, fast jeder Schuss war ein Treffer. Nach dem 11:5 rappelten sich die Ostdeutschen auf und kamen Tor um Tor näher. Das waren die schlechten Minuten, von denen Sekulic sprach. Plauen glich in der 21. Minute zum 13:13 aus. Kurz zuvor hatte Centerverteidiger Luis Ananias seine dritte Zeitstrafe kassiert und den Bademantel angezogen. Doch bevor die Partie kippte, ging der SCN vor dem Schlussviertel mit 15:13 in Front. Es folgte eine spielentscheidende Szene. Der SCN ging nach einer Zeitstrafe mit einem Mann weniger zum Anschwimmen. Sekulic: „Kapitän Matthias Held sagte in der kleinen Pause, ich gehe zum Anschwimmen, wir holen uns den Ball.“ Und genau das gelang dem SCN. So konnte wenige Sekunden später Timo van der Bosch das 16:13 erzielen, das Eis war gebrochen.

Lösungen gefunden

Matteo Ananias nach dem Schlusspfiff: „Es war unser schwierigstes Spiel, das hatten wir auch schon vorher gesagt, dass es so kommen werde. Es ist vieles hochgekocht, es war eine harte Partie mit vielen Hinausstellungen.“ Die Statistik zeigt: Der SCN kassierte 17 Zeitstrafen, Plauen nur sechs. Doch Plauen konnte nur die Hälfte der Situationen verwerten. SCN-Keeper Konstantin Wolgin zeigte erneut in diesen Szenen seine tollen Reflexe. Und die SCN-Angreifer trafen bei allen drei Fünfmetern. Trainer Sekulic ließ sich auch bei der Aufholjagd der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen. Er analysierte nüchtern: „Die Ursache für den Einbruch waren zu schnelle Abschlüsse, wir waren unkonzentriert.“ Auch die Vorbelastung seiner Akteure mit meist zwei Fouls vor dem letzten Viertel steckte er weg: „Das muss man taktisch lösen, mit schnellen Wechseln zum Angriff.“

Auch der zweite Anzug des SCN war am Samstag erfolgreich, obwohl mehrere Spieler mit der ersten Mannschaft in Plauen waren. Der SCN gewann in der dritten Liga Süd in Frankfurt mit 12:11 (5:5, 3:2, 2:1, 2:3). Obwohl nur mit elf statt 14 möglichen Spielern angereist, holte das Team drei Punkte. Torschützen waren Flynn Laux (5), Tim Schwarzkopf (3), Leon Köppl und Ege Engin (je 2).

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