Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Zustell-Chaos bei Postfach: Das „Extra“ macht den Unterschied

Sichere Zustellung, geschützte Privatadressen: Das sind einige Vorteile, die ein Postfach mit sich bringt – wenn bei den Vereinb
Sichere Zustellung, geschützte Privatadressen: Das sind einige Vorteile, die ein Postfach mit sich bringt – wenn bei den Vereinbarungen und Daten im Hintergrund alles stimmt.

An einem Postfach herrscht seit drei Jahren Chaos. Warum auf dem Weg zur Lösung die Mitarbeiter das Porto aus der Kaffekasse zahlen – und der Brief trotzdem nicht ankommt.

Als Heinz Hussy Ende März das Postfach der Außenstelle Weinstraße des Weissen Rings in Haßloch öffnet, ist der Außenstellenleiter verwundert. Er findet einen Brief vor, der ursprünglich von der Bundesgeschäftsstelle der Opferhilfeorganisation in Mainz an das Postfach der Außenstelle Alzey-Worms versandt worden war. „Die Post hat einen Aufkleber mit entsprechendem Vermerk aufgeklebt“, erzählt Hussy. Darauf steht: Empfänger/Firma unter der angegebenen Anschrift nicht zu ermitteln. Der Brief ging jedoch nicht zurück nach Mainz. Stattdessen wird ein neuer gelber Aufkleber aufgebracht, diesmal mit der Postfachadresse der Außenstelle Weinstraße.

Hussy will die Sache schnell regeln. Er steckt den Brief in ein neues Kuvert und bringt ihn zur Poststelle in Haßloch. Dort kommt die Frage auf, wer nun für die Briefmarke auf dem neuen Umschlag zahlen muss. Hussy sieht den Fehler bei der Post. „Die Postmitarbeiterin hat mir dann gesagt, dass sie den Brief mit Porto versehe, das Geld aber aus der Kaffeekasse der Mitarbeiter nehmen müsse.“ Der Vorgang irritiert Hussy: „Es kann doch nicht sein, dass Mitarbeiter der Postfiliale für Fehler aus eigener Tasche bezahlen müssen?“

Keine Verdachtszustellung möglich

Das Problem liege in der Adressangabe, erklärt die Post auf Anfrage.

„Weisser Ring und die Postfachangabe stimmen mit dem Adressangaben des Postfachinhabers nicht überein, somit wird die Sendung zurückgesandt.“ Eine „Verdachtszustellung“, also den Brief an die Organisation in das Postfach zu legen, das auf den Namen des Wormser Außenstellenleiters läuft, sei der Post „rechtlich nicht gestattet, und wir teilen dies unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder mit, dass auch hier das Postgeheimnis gewahrt bleiben muss“. Da die Absenderangabe nicht gut lesbar gewesen sei, gelangte der Brief dem Postsprecher zufolge über die Eingabe „Weisser Ring“ und „Weinstr.“ an die Außenstelle in Neustadt/Haßloch.

Die Partner in den Postfilialen könnten nicht nachvollziehen, ob es sich um einen Fehler der Post handele oder nicht, wobei der Sprecher meint, dass die Transportleistung erbracht worden sei, „aber die Zustellung nicht möglich war“. Er verweist Kunden in solchen Fällen an die Posthotline unter Telefon 0228 4333 112, der Kundenservice prüfe den Fall und erstatte gegebenenfalls das Porto.

Klärung der Ursachen scheitert

„Die Antwort der Post überzeugt mich nicht“, sagt Hussy. „Mich stört, dass ich einen Brief bekomme, obwohl dort nirgends die Postfachadresse der Außenstelle Weinstraße vermerkt war. Die Adresse des Weissen Rings in Mainz als Absender war im Adressfeld sichtbar, bevor der gelbe Aufkleber mit unserer Postfachadresse durch die Post angebracht wurde. Es wurde zwar eine Transportleistung erbracht, die vollkommen widersinnig war.“ Sein neu verschickter Brief kommt nicht am Ziel an. „Die Adresse ist genauso aufgebaut, wie die der Außenstelle Weinstraße. Stellt sich die Frage, warum funktioniert es bei uns und nicht in Worms?“

Das weiß der dortige Postfachinhaber, Außenstellenleiter Robert Klimowski, auch nicht. Egal ob private Post oder an die Außenstelle Adressiertes: „Briefe kamen immer wieder und trotz meiner mehrmaligen Nachfragen zur Klärung der Ursachen bei der Post mal im Postfach an, mal in meinem privaten Briefkasten oder gingen wieder zurück an den Absender. Teilweise kam Post gar nicht an und ging irgendwo verloren“, erzählt er. Dabei habe er das Postfach 2022 genau so online beantragt wie sein Vorgänger. Der Weisse Ring taucht hierbei als Vertragspartner mit der Deutschen Post nicht auf.

Änderung zeigt Wirkung

Und da liegt das Problem, wie die Post nach weiterer Recherche erklärt. Denn es handele sich um ein privates Postfach – benötigt werde aber ein „Postfach extra“, damit private Post im heimischen Briefkasten und Sendungen an die Außenstelle im Postfach landen. Nach der Nachfrage der RHEINPFALZ habe die vorgesetzte Dienstelle seines lokalen Briefzustellers ihm das nach drei Jahren nun auch erklärt, erzählt Klimowski, der die Änderung direkt veranlasst hat. „Bisher habe ich zwei richtig zugestellte Briefe im Postfach hinterlegt bekommen. Briefe mit Privatanschrift kommen auch im Briefkasten an meiner Wohnung an.“

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