Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel „Zum Goldenen Ochsen“: Pfälzer Traditionshotel wird rundum erneuert

Die Sanierungsarbeiten am Goldenen Ochsen haben begonnen.
Die Sanierungsarbeiten am Goldenen Ochsen haben begonnen.

Beim „Goldenen Ochsen“ beginnen die Sanierungsarbeiten. Bereits im Spätsommer soll der Gastronomie-Bereich startklar sein – mit einem Pächter, der kein Unbekannter ist.

Das Hotel-Restaurant „Zum goldenen Ochsen“ am Marktplatz in Maikammer ist vor vier Jahren verkauft worden. Schon damals kündigten die neuen Eigentümer eine „große Renovierung“ des Hauses an. Starten konnten sie freilich nicht sofort, denn das Haus war verpachtet. Mitte vergangenen Jahres dann berichtete Ralf Uhl, Geschäftsführer der gleichnamigen Projektbau GmbH (Maikammer), dass die Renovierung 2026 beginnen soll. Uhl ist mittlerweile mit seiner Familie alleiniger Eigentümer des Hotels. Ende Januar ist der Pachtvertrag mit den bisherigen Betreibern ausgelaufen, eine Verlängerung war nicht geplant.

Mittlerweile kann Uhl den Namen des Nachfolgers nennen: Es ist Dominik Grünwedel, der vor drei Jahren im Waldhaus Wilhelm, ebenfalls Maikammer, eingestiegen ist, und in der Region außerdem als ehemaliger Betreiber von „Becker’s Gut“ in Diedesfeld und vom Golfclub-Restaurant in Geinsheim bekannt ist. Zwischenzeitlich hatte er auch in der Ortsvinothek Maikammer den Hut auf. Uhl und Grünwedel wollen den Gästen ein Hotel auf Vier-Sterne-Niveau mit Wellness-Bereich und gutbürgerlicher, deutscher Küche bieten. Wichtig ist es ihnen vor allen Dingen, den Marktplatz wieder zu „bespielen“. Bereits im August oder September, so hofft Uhl, könne der Restaurantbetrieb starten.

Technik und Ausstattung veraltet

Engpässe beim Personal fürchtet Grünwedel nicht. Im Gegenteil, er sei überzeugt, dass Hotellerie und Gastronomie von der Krise in anderen Branchen profitieren werden. Zumal Bezahlung und Arbeitsbedingungen sich gebessert hätten. Der Einstieg beim „Goldenen Ochsen“ habe ihn als Gastronomen gereizt, weil es ein Traditionshaus sei und langfristige Perspektiven biete. Das Waldhaus Wilhelm will er derzeit aber nicht aufgeben.

 Dominik Grünwedel
Dominik Grünwedel

Die Eröffnung des Hotelbereichs ist erst für nächstes Jahr geplant, Uhl hofft auf Fertigstellung im Frühjahr. Zunächst stünden umfangreiche Arbeiten an, Technik und Ausstattung seien in die Jahre gekommen und sollen komplett erneuert werden. „Wir wollen ein Vorzeigeobjekt“ werden, betont Uhl. Erste Spuren von Abrissarbeiten sind im Inneren des Hauses inzwischen zu sehen.

Das markante Wirtshausschild soll erhalten bleiben.
Das markante Wirtshausschild soll erhalten bleiben.

Laut der rheinland-pfälzischen Denkmaltopographie ist das Gasthaus ein Einzeldenkmal, beschrieben als „großer, barocker Walmdachbau“. Das Kellertor markiert das Jahr 1703 als Baujahr. Veränderungen gab es sowohl Mitte des 19. Jahrhunderts als auch im 20. Jahrhundert, besonders am Gebäude zum Innenhof. Uhl will verschiedene Elemente erhalten, so zum Beispiel das repräsentative Hausschild, die Holz-Fensterläden und die Holzdecke im Gastraum. „Die gefällt mir persönlich sehr gut“, verdeutlicht Uhl. Anderes soll weichen, darunter auch die Bleiglas-Fenster im Erdgeschoss.

Künftig mehr Zimmer

Das Hotel verfügte zuletzt über 19 Doppelzimmer und fünf Einzelzimmer, künftig werden es 23 Doppelzimmer und sieben Einzelzimmer sein. Die Tagungsräume, die es bisher gab, sollen verschwinden. Uhl sieht dafür in Maikammer keinen Bedarf. Dafür ist ein Wellness-Bereich vorgesehen, er soll im hinteren Bereich der Anlage untergebracht werden. In früheren Zeiten sei dort eine Metzgerei gewesen, erklärt Maria Bergold, Leiterin der Tourist-Info. Es habe zur Marktstraße hin auch eine Verkaufsstelle gegeben. Dort soll nun eine Weinstube eingerichtet werden.

Im Groben stehe die Planung, Einzelheiten müssten noch abgeklärt werden, berichtet Uhl, beispielsweise bei der Gestaltung des Innenhofs oder der Parksituation. Nach derzeitigem Stand der Dinge sei vorgesehen, dass die Gäste in den Hof fahren, um auszuladen und einzuchecken und ihren Pkw dann zum Parkdeck bei der Verbandsgemeindeverwaltung fahren. Als Architekt sei Thomas Lintz aus Haßloch beauftragt.

Die Höhe der Investition beziffert Uhl mit 2,5 Millionen Euro. Ein weiteres Hotel mit Vier-Sterne-Niveau sei wichtig für die Gastronomie sowie den Weinbau, betont er. Bergold ergänzt, dass die Gemeinde demnächst eine Standortanalyse zum Hotelbettenbedarf in Auftrag geben werde – auch im Hinblick auf ein weiteres Hotel, das die Gemeinde sich am Kreisel wünscht. Die planerischen Voraussetzungen dafür sind längst abgeschlossen, bisher ist es der Investorin, der Speeter GmbH, jedoch nicht gelungen, einen Betreiber zu finden. Zwischen Bahnhofstraße, Marktstraße und L516 soll ein Vier-Sterne-Haus mit 60 Doppelzimmern, Restaurant, Wellnessbereich und Konferenzräumen entstehen. Das Planungsverfahren war 2019 eingeleitet worden, zuletzt hatte Speeter-Geschäftsführer Daniel Bosch Zweifel an der Umsetzbarkeit geäußert.

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