Handball
Worum sich Maike Fetzner vor Haßlochs Topspiel kümmert
Immer wieder mal hat Maike Fetzner daheim viel zu waschen und zu trocknen. Nämlich stets dann, wenn Louisa Brossart krank, wie kürzlich Anfang Februar, oder beruflich verhindert ist. Dann springt Fetzner beim Frauen-Handball-Regionalligisten TSG Haßloch als Ersatzleibchenwartin für Brossart ein. „Wir bringen die Leibchen ins Training, sammeln sie nach dem Training wieder ein und waschen sie immer mal wieder“, erzählt Fetzner von den Aufgaben des Leibchenwarts. Die 24-Jährige hat noch ein weiteres Amt im Team übernommen, das am Sonntag um 17.30 Uhr die TSG Mainz-Bretzenheim II im Sportzentrum erwartet. Der Erste spielt gegen den Dritten.
Mallorca oder Elsass
„Ansonsten habe ich noch das Abschlussfahrtenamt“, erzählt Fetzner und lacht. Zunächst habe die Mannschaft „über den Zeitraum abgestimmt und wo es hin soll“. Den Zeitpunkt für die Mannschaftsfahrt festzulegen, ist derweil schwierig. „Wir wissen ja nicht, ob wir in die Aufstiegsrunde zur Dritten Liga kommen“, erklärt Maike Fetzner das Haßlocher Luxusproblem. Die Mannschaft liefert sich mit der HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Dazu ist nur der Regionalliga-Meister berechtigt.
Die Haßlocherinnen fahren deshalb zweigleisig, was ihre Abschlussfahrt betrifft. „Falls wir es in die Aufstiegsrunde schaffen, fahren wir Ende Juni“, erzählt Fetzner. „Ansonsten im Mai.“ Abhängig von der Reisezeit sei auch das Reiseziel. „Ende Juni wollen wir uns ein Haus in Richtung Elsass mieten. Im Mai wäre es Mallorca.“
Drittliga-Erfahrung mit Pforzheim
Maike Fetzner stammt aus Stutensee. Dort habe sie gespielt, bis sie 19 Jahre alt gewesen sei. Sie hat sogar schon Erfahrungen in der Dritten Liga gesammelt, „damals mit Pforzheim“. Ob die TSG Haßloch in Liga drei mithalten könne, das vermag sie nicht zu sagen: „Damals gab es wegen Corona vier oder fünf Staffeln in der Dritten Liga“, erklärt sie. Es habe in der Pandemie keine Absteiger gegeben. „Ich kenne die Dritte Liga gar nicht, wie sie aktuell ist.“
Fetzner geht davon aus, dass es am 7. März im Rückspiel bei der HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler zum Showdown kommen wird. „In Marpingen hat sich eine Schlüsselspielerin verletzt, aber die HSG kann das ganz gut kompensieren“, weiß sie. Vorher stehen aber noch zwei Heimspiele in Haßloch an: an diesem Sonntag gegen den Tabellendritten und am 28. Februar, 18.30 Uhr, gegen den Tabellenzehnten HC Koblenz.
Schon vor drei, vier Jahren habe TSG-Teammanager Peter Wingerter sie angesprochen, ob sie nach Haßloch wechseln wolle. Der Kontakt sei über den Haßlocher Cheftrainer zustande gekommen: „Ich habe früher im Raum Karlsruhe gespielt, da war Benedikt Hettich noch Trainer in Rintheim.“
Praxissemester in der Jugendhilfe
Nicht nur das Handballerinnen-Leben von Maike Fetzner ist spannend, sondern ebenso das Berufsleben. Sie studiert im sechsten Semester Soziale Arbeit in Mannheim. Das Studium gehe über sieben Semester, danach folge die Bachelorarbeit, sagt sie. Im Januar hat sie Prüfungen hinter sich gebracht. Ein Praxissemester in der Jugendhilfe im Strafverfahren im Landratsamt in Karlsruhe hat sie 2025 absolviert. Dabei sei sie mit straffälligen Jugendlichen, deren Vergehen von „Klauen bis Vergewaltigung“ gereicht hätten, in Kontakt gekommen. „Ich war bei Gericht dabei“, erzählt sie. Die Richter wollten von den Sozialarbeitern hören, wie ein straffällig gewordener Jugendlicher bisher gelebt habe. „Beim Klauen wurde oft gar nicht verhandelt: Die Staatsanwaltschaft hat soziale Stunden angeordnet, und wir mussten das vermitteln.“
Maike Fetzners Erfahrung ist, dass „man mit vielen Jugendlichen ganz gut reden kann“. Die meisten seien umgänglich gewesen. Für sie sei es spannend zu sehen, „was eine Person zu dem Vergehen veranlasst hat“ und wo man helfen könne. Bei Haftbesuchen sei sie ebenfalls dabei gewesen. Danach beziehungsweise nach Gerichtsterminen habe sie sich stets mit dem Sozialarbeiter ausgetauscht.
Mit dem Zug unterwegs
Manchmal erfolgt der Wechsel vom Studenten- zum Sportlerleben etwas hektisch. Nach Mannheim fährt sie von ihrem Wohnort Karlsruhe mit dem Zug. Nach der Uni geht es im Zug zurück, ehe sie mit dem Auto nach Haßloch ins Training fährt. Das sei manchmal schon stressig, gesteht Fetzner. „Es gibt Tage, da habe ich nur eine halbe Stunde zu Hause Zeit, weil wir mittwochs früh Training haben.“ Doch würden die Vorlesungen an mindestens einem Tag pro Woche online abgehalten. „Im vergangenen Semester gab es montags und freitags online Vorlesungen.“
In Handballspielen ist die Rechtshänderin immer sehr präsent, geht aus dem rechten Rückraum oft im eins gegen eins durch die gegnerische Abwehr. Körperkontakt und blaue Flecken sind da garantiert. „Ich mag das irgendwie, sich ein bisschen durchtanken zu müssen“, sagt sie und lacht. „Toi, toi, toi, ich hatte bisher nie schlimme Verletzungen.“