Neustadt
Wie Neustadter den Rheinland-Pfalz-Tag erleben und genießen
Geschafft. Drei Tage lang erlebte Neustadt ein tolles Landesfest. Die Stimmung war vom Start weg am Freitagnachmittag entspannt und gelöst. Die Anspannung der Vorbereitung und die Kritik an Sperrungen und Umleitungen wegen der Aufbauarbeiten schien plötzlich wie verflogen. Die Neustadter schalteten direkt um auf Festbetrieb und feierten sich, ihre Stadt, das Land – und wollten einfach gute Gastgeber sein. Das Programm auf der Festmeile quer durch die Innenstadt war so umfassend, dass sich gar nicht alles abbilden lässt. Was aber bleibt, sind die Stimmen, die diese besondere Stimmung veranschaulichen.
Am Sonntagmittag steht ein junger Mann mit Blumenstrauß an der Theke im Rathausinnenhof. Hier ist der Ausschank der Neustadter Winzer. Es geht um den guten Zweck, denn der Erlös ist fürs Frauenzentrum und für die Tour der Hoffnung vorgesehen. Der Blumenstrauß wird wenig später überreicht und löst Begeisterung aus. Die grünen T-Shirts lassen erkennen: Die beiden sind nicht nur zum Spaß auf dem Rheinland-Pfalz-Tag, sondern müssen hier arbeiten. Es sind Philip Flach, Sachgebietsleiter Sitzungsdienst, der sich beim Fest um den Ablauf auf dem Marktplatz kümmert, und Gleichstellungsbeauftragte Simone Rothermel, die sich um alles am Ausschank kümmert. Die beiden Mitarbeiter der Stadt sind zwar im Dienst, genießen aber auch den Rheinland-Pfalz-Tag. Daher auch Flachs „spontane Geste“. Er hat die deutsche Blumenfee am Stand der Landesgartenschau auf dem Marktplatz gesehen und gefragt, ob er eine Rose für die Kollegin bekomme könne. „Da bekam ich gleich einen ganzen Strauß“, erklärt Flach seine Überraschung. Rothermel ist gerührt: „Das ist doch toll, wir müssen aufeinander aufpassen und uns wertschätzen.“
Der Regen stört nicht
Trotz der Arbeit und der Aufgaben finden sie das Landesfest ein tolles Erlebnis. Sie finden die Stimmung in der Stadt toll, dass alle friedlich gemeinsam feiern. Flach ist überzeugt, dass Neustadt vom Fest profitieren wird: „Wir machen hier auch tolle Werbung für die Landesgartenschau. Die Stimmung ist so gut. Das merken sich die Leute und kommen dann 2027 gerne wieder.“
Neustadts Bürgermeister Stefan Ulrich ist am Sonntag ebenfalls mit einem sehr zufriedenen Gesichtsausdruck unterwegs. Alle seien fröhlich, alles sei entspannt, freut er sich. Besonders begeistert ist er, dass der am frühen Samstagabend einsetzende Regen die Stimmung nicht verdorben hat. „Am Kohlplatz blieben einfach alle da, auch zwischen den Konzerten. Und es kamen immer noch welche dazu. Klasse“, so Ulrich. Er schaute sich spätabends auch noch bei der After-Show-Party im Saalbau um. „Tolle Stimmung, rappelvoll.“ Ihn freut diese Entwicklung, denn als Verantwortlicher für den Ordnungsbereich hatte er die Kritik im Vorfeld des Rheinland-Pfalz-Tags mitbekommen, als Sperrungen für Einschränkungen im Alltag vieler Neustadter sorgten. Immer wieder hatte er bei Terminen vor dem Landesfest an den Rheinland-Pfalz-Tag 2010 erinnert und wie sehr die Stadt damals davon profitiert habe, als über Sperrungen und Behinderungen gesprochen wurde. Nun zeige sich, dass es wieder so kommen könnte. Die Stadt blüht an den drei Tagen förmlich auf.
Ein Neustadt-Fan
Aufatmen auch bei Fabian Fuchs, beim Stadtmarketing für die Veranstaltungssicherheit zuständig, angesichts der vielen fröhlichen Menschen am Samstagvormittag in der Innenstadt und den vielen gut besuchten Bühnen und Infoständen: „Die Leute sehen jetzt, wofür wir den ganzen Aufwand betrieben haben.“ Was auffällt: Nicht nur die Offiziellen sind an vielen Stellen unterwegs. Auch Neustadter Gesichter tauchen regelmäßig auf. Sie wollen wissen, was in ihrer Stadt los ist. So auch BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz. Oberbürgermeister Marc Weigel habe ihn gefragt, ob er beim Weinausschank für einen sozialen Zweck mithilft: „Das war für mich keine Frage.“ Und vor dem Thekendienst flanierte er am Samstagnachmittag umher. Er finde es toll, dass sich die Stadt und das gesamte Bundesland auf so vielfältige Art und Weise präsentieren könne und das Angebot auch so gut angenommen werde.
Zum Neustadt-Fan wurde am Wochenende übrigens auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Mehrfach überschüttete er die Ausrichter-Kommune mit Komplimenten. Das gipfelte am Sonntagmittag beim Bürgerempfang in der Bemerkung: „Ich freue mich schon auf die nächste Bewerbung.“



