Lambrecht
Wie der Klimawandel die Landschaft im Pfälzerwald verändert
Der Blick von den Streuobstwiesen im Südosten Lambrechts über die Stadt: Das ist einer von jenen Standorten, die in den kommenden Jahren immer wieder in den Blick von professionellen Fotografen genommen werden. Von exakt der gleichen Stelle aus. Heute ist auf dem Foto unter anderem das halb verfallene ehemalige Altenheim der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zu sehen.
Hinter dem Fotografen-Vorhaben steckt das von der EU geförderte Projekt „Horizont Climatic“, dessen Ziel ein „fotografisches Landschaftsmonitoring“ ist. „Es geht darum, sichtbar zu machen, wie die Landschaft sich verändert“, erklärt Stefanie Ofer, die beim Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen für das Projekt zuständig ist. Elf Institutionen und Schutzgebiete aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien sind daran beteiligt. Die Federführung hat der Naturpark Lothringen, der seinen Sitz in Pont-à-Mousson nahe Nancy hat. Das Projekt hat ein Gesamtbudget von gut sechs Millionen Euro.
Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen sei seit 2025 an dem Vorhaben beteiligt und damit noch relativ neu in dem Projekt, erklärt Ofer. In Frankreich sei das fotografische Landschaftsmonitoring dagegen bereits seit vielen Jahren etabliert. „Da gibt es jetzt schon richtig tolle Zeitreihen.“ Besonders durch Überblendungen ergäben sich gute Einblicke in die Veränderungen. Denn es gehe nicht um schöne Fotos, sondern darum, ein Bewusstsein für klimawandelbedingte Landschaftsveränderungen zu fördern. Beobachtet werden Wälder und Gewässer, landwirtschaftliche Fläche, aber auch Infrastruktur und besiedelte Gebiete. Wie sehen sie heute aus, wie morgen, wie in zehn oder 20 Jahren? Die Ergebnisse sollen auf einer Online-Plattform dargestellt werden, die das Projektteam im Laufe des Jahres 2026 an den Start bringen will.
Öffentlicher Spaziergang
Um die Öffentlichkeit einzubinden, bietet das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen außerdem einen öffentlichen Spaziergang zum Beobachtungspunkt in Lambrecht an: am Donnerstag, 5. März, um 16.45 Uhr. Mit dabei sind die Referentinnen Romy Baghdadi, die im Naturpark Nordvogesen die Themen „Landschaft und Wandel“ bearbeitet, sowie Stefanie Ofer, die beim Biosphärenreservat Pfälzerwald für das Projekt „Horizont Climatic“ zuständig ist. Auch die Fotografinnen und Fotografen des Projekts aus Belgien, Luxemburg und Frankreich sind an diesem Tag im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen zu Gast, darunter auch der junge französische Fotograf Germain Robin, der die Standorte im Pfälzerwald dokumentiert. Lambrecht ist einer von rund 40 Standorten im Biosphärenreservat, die fotografiert werden.
Bei dem kleinen Spaziergang gehe es darum, die Teilnehmer zum „Lesen“ der Landschaft anzuleiten, heißt es in der Ankündigung. Was ist auf den ersten Blick zu sehen, und welche Geschichte(n) verbergen sich dahinter? Welcher Wandel ist hier zu erwarten, und welcher wäre wünschenswert? Um Antworten auf Fragen wie diese geht es.
Info
Termin für den Spaziergang: Donnerstag, 5. März, 16.45 Uhr, Dauer: etwa eine Stunde. Treffpunkt ist die Biosphärenakademie in der Franz-Hartmann-Straße 9 in Lambrecht. Die Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldung unter 06325/955245 oder per Mail an anmeldung@pfaelzerwald.bv-pfalz.de.
Am gleichen Tag veranstaltet das Biosphärenreservat in Zusammenarbeit mit dem Roxy-Kino in Neustadt einen Filmabend. Um 20 Uhr ist die Dokumentation „2040 – Wir retten die Welt!“ des Filmemachers Damon Gameau zu sehen (in englischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln). Gezeigt werden bereits jetzt mögliche Ansätze zur Bekämpfung des Klimawandels. Eintrittskarten sind im Roxy-Kino oder online unter www.roxy.de erhältlich. Im Anschluss lädt das Biosphären-Team ein zu einem Glas Wein oder Saft.
